Schulen in Freiburg

Die Erweiterungsbauten der Adolf-Reichwein-Schule sind feierlich eingeweiht worden

Anita Rüffer

Von Anita Rüffer

Fr, 24. November 2017

Freiburg Südwest

Das „Geschenk“ zum 50. Geburtstag kam unverpackt und ohne Schleifchen, dafür aber in freundlichen Farben und naturnaher Massivholzbauweise daher: Nach knapp zweijähriger Bauzeit wurden gestern im Beisein von viel Prominenz pünktlich zum Jubiläum die beiden neuen Erweiterungsbauten der Adolf-Reichwein-Schule für den Ganztagesbereich mit Cafeteria und Betreuungsräumen sowie für einen Schulkindergarten mit zweigruppiger Kita eingeweiht.

Der Schul- und der Lehrerchor strahlen bei ihren Auftritten beste Laune aus: Wo hätten sie denn zuvor auch schon mal einen so großzügig gestalteten Ort dafür gehabt wie jetzt in der lichtdurchfluteten neuen Mensa mit den weiß lasierten Holzelementen und der prima Akustik. Oberbürgermeister Dieter Salomon kann sich noch gut an das dunkle Foyer im Altbau erinnern und wie desolat der Eindruck war, den die Schule immer auf ihn machte. Dennoch meinte die Stadt, kein Geld für dringend nötige Verbesserungen zu haben.

Den Stein ins Rollen brachten die Toiletten, die zum Himmel stanken. Die Kinder wollten sich nicht länger vertrösten lassen bis zu einer irgendwann geplanten Generalsanierung und schrieben eigenhändig Briefe an die Politiker. Nicht nur die Toiletten sind seit 2015 saniert, nachdem 2009/10 die Fassade vom Gebäudemanagement energetisch saniert worden war: Die Schule verfügt inzwischen über 800 zusätzliche Quadratmeter mit Cafeteria und Bibliothek, Lernwerkstätten, Ruhe- und Stillarbeitszimmern, Räumen zum Toben, Bewegen, Forschen, Werken und Musizieren. "Das ist auch eine Wertschätzung für die Kinder", freut sich Lehrerin Marie Wevers. Dem Neubau verdankt Zweitklässlerin Melina Lohmann, dass sie – wie 331 weitere Schüler – seit Schuljahresbeginn den offenen Ganztagsschulbetrieb nutzen kann. Ihrer Mutter Josefine Rehm fallen mit "super, toll" nur Superlative ein. Der Diakonieverein Südwest bietet für 108 Kinder eine Anschlussbetreuung bis 17 Uhr an.

Einer der beiden Neubauflügel wird erst Ende des Jahres fertig und erst mal nur teilweise für die eigentlich vorgesehenen fünf Schulkindergarten- und zwei Kitagruppen zur Verfügung stehen. Denn Anfang 2018 soll die dreijährige Generalsanierung des Altbaus in Angriff genommen werden. Bis zu deren Abschluss müssen die Räume der Neubauten als Ersatzklassenzimmer dienen. An die 25 Millionen Euro wird die Stadt bis dahin investiert haben, wofür der Oberbürgermeister dem Gemeinderat mehrfach Danke sagt. Immerhin war es dem Gebäudemanagement gelungen, bei den Erweiterungsbauten eine Million unter der veranschlagten Bausumme von 16,4 Millionen Euro zu bleiben.

"Die baulichen Verbesserungen schaffen den passenden Rahmen für die hervorragende pädagogische Arbeit, die hier geleistet wird", sagt Salomon. Er ist nicht der einzige, der voll des Lobes ist für diese für ganz Baden-Württemberg wegweisende Schule, in der laut Thomas Kanstinger "jedes Kind in seinem Tempo nach seinem individuellen Bildungsplan" lernen kann. Der kommissarische Leiter des Staatlichen Schulamts würdigt unter frenetischem Beifall des Publikums die Pionierleistungen von Schulleiter Johannes Schubert bei der Zusammenführung einer Grund- und einer Förderschule für Erziehungshilfe unter einem Dach. "Inklusion wird hier ganz selbstverständlich gelebt", sagt Schulbürgermeisterin Gerda Stuchlik. Dazu haben Lehrer, Eltern und Kinder nach dem offiziellen Teil reichlich Gelegenheit bei ihrem Schulfest zum 50. Geburtstag bei Wattebauschrennen, Tisch- und Brettspielen, Stationen mit Fühlkisten, einem Sinnesparcours oder beim Basteln. Analog ist Trumpf, auch im Angesicht einer elektronischen High-Tech-Tafel in einem der neuen Klassenzimmer.