Die Liebe zu Gebrauchtem

Holger Schindler

Von Holger Schindler

Do, 04. September 2014

Freiburg Südwest

Vor 25 Jahren hat Maria Reinhardt daraus ein Geschäft gemacht / Nun auch mit Stehimbiss.

HASLACH. Mehr Geselligkeit für den Stadtteil – das ist das erklärte Ziel von Maria Reinhardt. Darum hat die Unternehmerin, die seit 25 Jahre einen An- und Verkauf für gebrauchte Gegenstände verschiedenster Art in Haslach betreibt, pünktlich zum Betriebsjubiläum ein zusätzliches Geschäftsfeld erschlossen – nämlich Waffeln und Crêpes. Erstere gibt es mit Puderzucker schon für einen Euro. "Mir ist wichtig, dass die Leute ins Gespräch miteinander kommen", sagt dazu Maria Reinhard.

Stillstand gibt es bei Maria Reinhardt seit 25 Jahren nicht. Deshalb ist sie mit ihrem An- und Verkauf am Haslacher Dorfbrunnen eine der wenigen Konstanten in diesem Geschäftsbereich. Bei Marias An- und Verkauf kann man nicht nur shoppen gehen – etwa wenn man mal zufällig antike Möbel, Schreibmaschinen, Haushaltsgeräte, Bilder, Porzellanfiguren, Kameras, Uhren, ein Akkordeon oder eine Gitarre benötigt. Man kann auch zum Tauschen vorbeikommen, wenn man einen interessanten Gegenstand anzubieten hat. Einmal habe ihr jemand auf diesem Weg sogar mal einen gebrauchten WC-Deckel untergejubelt – durch einen Trick. Üblicherweise wird nur angenommen, was auch wieder verkäuflich ist. In ihrem Geschäft in der Gehrenstraße 2, bietet sie auf rund 90 Quadratmetern Geschäftsfläche eine breite Auswahl an nostalgischen Dingen aus zweiter Hand. Derzeit stehen bei Maria Reinhardt auch ein Roller und ein Fahrrad zum Kauf bereit.

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens ihres durchaus ungewöhnlichen Handelsunternehmens setzt die 52-Jährige nun seit 1. September sozusagen auf Expansion. Seither betreibt sie nämlich in einem umgeräumten Zimmer ihrer Firma auch einen Verkauf von schmackhaften Crêpes und Waffeln in verschiedenen Variationen – zu nostalgischen Preisen, versteht sich. "Die Waffeln gibt es ab einem Euro, die Crêpes ab zwei Euro", sagt Maria Reinhardt. In der ganzen Umgebung gebe es keine Anbieter für vergleichbare süße Snacks – deshalb wolle sie hier für die Bewohner im Stadtteil und der ganzen Stadt ein neues kulinarisches Angebot machen, erklärt die frischgebackene Minigastronomin mit großem Selbstbewusstsein. Zum neuen Konzept gehören auch neue Öffnungszeiten. Diese sind nun von Montag bis Samstag, jeweils 13 Uhr bis 21 Uhr.

Ihre Firma ist an der jetzigen Adresse quasi zu ihren Ursprüngen zurückgekehrt. Hier war der An- und Verkauf schon einmal ansässig, nämlich bis zum Jahr 2000. "Dann sind wir umgezogen wegen der Straßenbahnbaustelle – denn wir hatten große Umsatzeinbrüche", erzählt die umtriebige Geschäftsfrau. Es folgte das Ausweichquartier im Merdinger Weg 4 auf der Haid. "Jetzt aber hat unser alter Vermieter uns die Chance gegeben zurückzukommen – und auch noch den Stehimbiss zu starten." Dieses Angebot habe sie gerne wahrgenommen.

"Ich bin auf Flohmärkte gegangen, seit ich 16 Jahre alt war", berichtet sie weiter. Später habe sie den Handel mit Gebrauchtem dann zu ihrem Beruf gemacht. "Aber es fällt mir auf, dass die Leute immer weniger Zeit und Gelegenheit haben, miteinander ins Gespräch zu kommen." Dem wolle sie nun entgegenwirken. Dass es ihr bei den aufgerufenen Preise nicht um persönlichen Reichtum geht, nimmt man ihr gerne ab. "Wenn dann mal jemand, während er eine Waffel oder eine Crêpe isst, was Schönes sieht und kauft, soll mir das recht sein", schiebt Maria Reinhard noch nach.

Marias An- und Verkauf in der Gehrenstraße 2 in Haslach am Dorfbrunnen, mobil unter Tel. 0172 / 19 01 277 oder im Internet: http://www.marias-an-und-verkauf.de