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20. Dezember 2011
Ein Adventskalender zum Rumtoben
In Haslach können hinter den "Türchen" etliche Überraschungen entdeckt werden – zum Beispiel ein wahres Kinder-Wunderland.
HASLACH. Erstmals gibt es in diesem Jahr auch in Haslach einen "bewegten" Adventskalender. In diesem Stadtteil sind es die Einrichtungen und Pfarrgemeinden, die ihre Türen öffnen. Am Freitag war es die Außenspielstätte der Tanzsparte Physical Virus Collective (PVC) des Freiburger Theaters im "Finkenschlag" an der Damaschkestraße.
Seit Samstag öffnet sich hinter der Tür zum "Finkenschlag" ein wahres Wunderland für Kinder (das auch genau so heißt). Freitagabend dürften es an die 20 Jungen und Mädchen gewesen sein, die sich im bunten und mit Schaumstoff kuschlig-weich ausgepolsterten Paradiesgarten ausgetobt haben, den der Bühnenbildner Jens Dreske und Jugendliche von der "School of Life and Dance" (Sold) unter dem Dach der Tanzsparte gestaltet haben. Aus baumstammdicken Grashalmen sprießen bunte Blüten, von der Decke hängt eine Schaukel mit einem ziemlich schlanken Papagei, und kopfüber hängen kleine Pinguine, die so erstaunliche Sachen machen wie Volleyballspielen.Eingeflossen in diese Erlebniswelt sind Eindrücke und Ideen, die der PVC-Choreograph Graham Smith und die Tänzerin Maria Pires in den Wochen seit September mit Kindern aus der Kindertagesstätte Fidibus der Arbeiterwohlfahrt an der Kampffmeyerstraße entwickelt haben. An drei Tagen in der Woche sind die beiden dort gewesen und haben mit den Kindern getanzt und gebastelt, wobei sich die Geschichte eines tausendfüßlerartigen Monsters ergeben hat, das zwar furchterregend aussieht, sich aber durch ein sanftes Wesen auszeichnet, also gar kein richtiges Monster ist. Dieses unechte Ungeheuer ist im "Finkenschlag" präsent. Durch sein Maul treten die Besucher in das Wunderland ein. Im rückwärtigen Teil, wo man sich auch noch in einem Spiegellabyrinth verlieren kann, hängt sein Schwanz nach draußen, womit ein Hinterausgang dargestellt ist. Erwachsene würden allerdings kaum auf der schmalen Trittleiter hochsteigen und durch das kleine Fenster schlüpfen können. Und ob Kinder das bei den frostigen Temperaturen wirklich machen, sei dahingestellt. Aber darauf, ob das Wunderland nach einem bestimmten Plan bespielt wird, kommt es gar nicht an, vielmehr darauf, dass die Kinder Freude haben, sich austoben und sich darin vergessen. Einen Riesenspaß haben die Kinder jedenfalls, die am Freitagabend gekommen sind. Unter ihnen sind die dreijährige Joana und ihre Freundin Noemi (6). Für die beiden ist es das Schönste, in der Höhle zusammen zu kuscheln, die neunjährige Khaushiga hingegen, die mit ihren beiden jüngeren Schwestern gekommen ist, findet die Rutsche am besten und ist davon fasziniert, wie sich ihr Spiegelbild im Labyrinth vervielfacht.
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Unter den Besuchern sind auch Regina Wielsch vom Stadtteilbüro und Martina Walter-Kampf, die Leiterin der Kita Fidibus. Die beiden haben den Adventskalender initiiert. Groß war die Begeisterung, als sie im Frühsommer ihren Vorschlag am "Runden Tisch", den die Vertreter der Einrichtungen in Haslach bilden, vorgestellt hatten. Lob kommt auch von Jochen Kunath, Pfarrer an der evangelischen Melanchthonkirche. Ihm gefällt die Idee, dass die Einrichtungen und Gemeinden mit den Menschen aus dem Stadtteil den Weg bis zum Weihnachtsfest gehen. Beteiligt sind beispielsweise die Vigelius-Grundschule, die Stadtteilbibliothek, das Laurentius-Pflegeheim, der Treff der katholischen Gemeinde St. Michael und die Kindergärten und -tagesstätten.
Beim "Bewegten Adventskalender" in Haslach wird bis Heilig Abend täglich ein neues Türchen geöffnet. Treffen ist immer um 17.30 Uhr am Dorfbrunnen an der Ecke Carl-Kistner-Straße/Uffhauser Straße. Das letzte Türchen am 24. Dezember zum Kinder- und Jugendtreff bei der Staudingerschule öffnet sich schon um 12 Uhr.
Autor: Silvia Faller


