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18. März 2017

Engagierte Debatte

Bauausschuss diskutiert weiteres Vorgehen "Auf der Haid"

Das Rahmenkonzept für das Gebiet „Auf der Haid“ steht – doch wie geht es nun weiter? „Kurzfristig“ könnten die neue Quartiersmitte am Umspannwerk und die Planungen für das Lindenwäldle umgesetzt werden, erklärte die Stadtverwaltung im gemeinderätlichen Bauausschuss.

HAID (jlb). Näheres werde sie in der nächsten oder übernächsten Sitzung bekannt gegeben, versprach Baubürgermeister Martin Haag. Unterschiedliche Meinungen gab es im Gremium darüber, ob die weiteren Planungen allein anhand des Siegerentwurfs der Jury erfolgen sollen – oder ob auch Aspekte von dem Architekturbüro mit einfließen, dessen Ideen die Bewohner favorisiert hatten.

In der vergangenen Woche fand die Abschlussveranstaltung der aufwändigen Bürgerbeteiligung statt (die BZ berichtete). Dort gab es auch kritische Stimmen – unter anderem, weil die Bewohner gerne die Ideen der Architekten "Kister, Scheithauer, Gross" (KSG) realisiert haben wollten, eine Jury aber dem Büro Metris den Vorzug gegeben hatte. Er halte es nun "für eine Selbstverständlichkeit", so sagte Grünen-Stadtrat Helmut Thoma im Bauausschuss, dass in der weiteren Bearbeitung der Pläne auch Aspekte von KSG übernommen werden. Sonst bleibe bei vielen Bürgern das Gefühl zurück, dass "es ein Mordsaufwand war und am Ende doch das herausgekommen ist, was die da oben wollten". Ihm pflichtete Renate Buchen (SPD) bei, während Wendelin Graf von Kageneck (CDU) und Brigitte von Savigny (Unabhängige Listen) genau gegenteiliger Meinung waren. Sie halte nichts davon, wenn der Entwurf von Metris "zerfleddert" werde, sagte von Savigny. Auch Stadtplanungsamtsleiter Roland Jerusalem verteidigte noch einmal das Vorgehen. Der Entwurf von Metris habe "um Längen" vorne gelegen. Bei näherer Betrachtung hätten sich viele Ideen von KSG als nicht realisierbar herausgestellt, sagte er.

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Lob gab es vom Bürgerverein Weingarten. "Der Entwurf ist eine gute Basis", sagte Vorsitzender Hermann Assies. Der Bürgerverein Weingarten ist offiziell für große Teile von "Auf der Haid" zuständig, das sich nördlich und östlich an das Gewerbegebiet Haid anschließt. Der Bürgerverein Haid, der sich 2014 gegründet hat, kümmert sich zwar explizit um das Gebiet Haid, ist aber nicht von der Stadtverwaltung als Vertreter anerkannt. Zwischen beiden Vereinen gibt es Differenzen darüber, wohin das Gebiet Haid gehört. "Haid und Weingarten sind eine Einheit", betonte Assies im Bauausschuss – und forderte deshalb, die weitere Entwicklung des Gebiets Haid "von Weingarten her zu denken", etwa was Einkaufsmöglichkeiten betreffe. Dazu müsse auch die Querung der Opfinger Straße erleichtert werden, die zwischen Haid und Weingarten liegt. Stadtplanungsamtschef Jerusalem widersprach deutlich: Haid sei ein eigenständiges Gebiet, das selbst kleinere Nahversorgungsmöglichkeiten und Dienstleistungen benötige. Das habe auch der Entwurf von Metris klar gezeigt.
Das Rahmenkonzept wurde zur Hälfte vom Land durch das Programm "Flächen entwickeln durch Innenentwicklung" finanziert. Anfang April soll der Gemeinderat die Planungen endgültig absegnen.

Autor: jlb