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17. Januar 2012

Erster Eindruck: gut und billig

Bürgerverein und Baubürgermeister schätzen Stadtteilleitlinien.

ST. GEORGEN. Sie waren so etwas wie die Versuchskaninchen: Als erster Stadtteil hat St. Georgen – unter der Regie des Bürgervereins – "Stadtteilleitlinien" erarbeitet, die neue Version der früheren Stadtteilentwicklungspläne. Die Arbeiten sind inzwischen fertig, am Donnerstag werden die Ergebnisse präsentiert. Schon gestern zogen Stadtverwaltung und Bürgerverein Bilanz – und die fiel sehr positiv aus. Deshalb soll es jetzt auch in anderen Stadtteilen zügig vorangehen. Im Februar startet der Prozess in der Innenstadt, Ende des Jahres in Landwasser.

Acht Monate lang haben sich rund 100 St. Georgener Bürger Gedanken über die Zukunft ihres Stadtteils gemacht. Herausgekommen ist ein rund fünf Zentimeter dickes Werk. Was genau drinsteht in den Stadtteilleitlinien (Stell) für St. Georgen, wollten Baubürgermeister Martin Haag, der St. Georgener Bürgervereinsvorsitzende Herbert Bucher und sein Stellvertreter Georg Woyciechowski gestern bei einem Pressegespräch noch nicht verraten. Das soll erst am Donnerstagabend geschehen, wenn der Bürgerverein die Stadtteilleitlinien offiziell an die Stadtverwaltung übergibt.

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Klar ist für sie aber schon jetzt, dass sich der Aufwand gelohnt hat. Dabei hatte es Anfang 2011, als das Rathaus die neue Variante vorstellte, zunächst Kritik gehagelt: Die Stadtverwaltung wälze die Arbeit auf Ehrenamtliche ab, diese seien dem Prozess inhaltlich möglicherweise nicht gewachsen. "Aber St. Georgen hat gezeigt, dass es geht", sagte Baubürgermeister Haag gestern. Und auch der Bürgerverein ist zufrieden. Schlussendlich, resümierte Georg Woyciechowski, sei die neue Variante sogar von Vorteil gewesen: Dadurch habe der Prozess so ablaufen können, wie es zu St. Georgen gepasst habe. Außerdem sei der Verein von der Stadtverwaltung optimal unterstützt worden, sagte Herbert Bucher.

Durch das Engagement der Ehrenamtlichen hat die Stadtverwaltung nicht nur Zeit, sondern auch Geld gespart. Rund 60 000 Euro hat die Erarbeitung der früheren, aufwändigeren Stadtteilentwicklungspläne pro Stadtteil gekostet. Bei den Stadtteilleitlinien geht die Verwaltung von rund 20 000 Euro aus – für die Vor- und Nachbereitung durch die Ämter, für Saalmieten und Arbeitsmaterialien.

Die Stadtteilleitlinien sind die neue Version der früheren Stadtteilentwicklungspläne (Step). Die Begriffe sind ähnlich, und die Verfahren sind es im Grunde auch. Allerdings sind die Stadtteilleitlinien etwas weniger umfangreich und – anders als bei den Step – organisieren die Bürgervereine das Verfahren. Bei den Stadtteilentwicklungsplänen hatte die Stadtverwaltung das Zepter selbst in der Hand. Doch damit war sie nicht sehr weit gekommen: Ursprünglich sollten bereits bis Ende 2009 für vier Freiburger Stadtteile und zwei Ortsteile Stadtteilentwicklungspläne erarbeitet werden. Doch nur Zähringen und Haslach sind fertig geworden, Tiengen und Munzingen wurden irgendwann ganz von der Liste gestrichen, St. Georgen und die Wiehre immer wieder vertröstet. Denn die Stadtverwaltung hatte den Aufwand unterschätzt.

Weiter geht es in der Innenstadt und in Landwasser

Nach den guten Erfahrungen mit St. Georgen stehen die nächsten Stadtteile schon in den Startlöchern: In der Innenstadt startet der Prozess im Februar, in Landwasser Ende des Jahres. Außerdem werden im Moment in der Wiehre Stadtteilleitlinien erarbeitet und im Stadtteil Stühlinger gibt es eine Lightversion: Dort geht es zunächst nur um die geplanten Veränderungen am Technischen Rathaus. Danach sollen sich die Bürger dann aber mit dem gesamten Stadtteil befassen.

Weiter geht’s: Die Präsentation der Ergebnisse der Stadtteilleitlinien St. Georgen findet am Donnerstag, 19. Januar, 20 Uhr, im Pfarrsaal St. Peter und Paul, Bozener Straße 6, statt. Der Prozess für die Innenstadt beginnt im Februar mit einem zweitägigen Workshop (Freitag, 10. Februar, 16 bis 20 Uhr, und Samstag, 11. Februar, 10 bis 16 Uhr, Kollegiengebäude I, Hörsaal 1221).

Autor: Jelka Louisa Beule