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22. Dezember 2011
"Gefühl, geholfen zu haben"
BZ-INTERVIEW mit Peter Pogrzeba, der sich in Bolivien ehrenamtlich engagiert hat.
ST. GEORGEN. Vor kurzem ist Peter Pogrzeba (67) von einem zweimonatigen Aufenthalt im Dorf Bella Vista in der zentralbolivianischen Provinz Cochabamba zurückgekehrt. Er hat an der dortigen Berufsschule "Sayarinapaj" der Stiftung Fundación Cristo Vive Bolivia mitgearbeitet. Der Lehrer im Ruhestand gehört zum Vorstand der Stiftung, deren Gründerin, die Ordensschwester Karoline Mayer, im Mai Freiburg besucht hat. Im Gespräch mit BZ-Mitarbeiterin Silvia Faller erzählt er von seinen Erlebnissen.
BZ: Respekt, Herr Pogrzeba. Viele Menschen spenden für soziale Projekte, Sie aber reisen Tausende Kilometer und arbeiten selbst mit. Was motiviert Sie?Pogrzeba: Ich engagiere mich halt schon seit Jahren für die Stiftung Cristo Vive und bin fasziniert vom Wirken Schwester Karolines. Sie hat in drei südamerikanischen Ländern Schulen und soziale Einrichtungen geschaffen. Die Emmendinger Berufsschule, wo ich gearbeitet habe, unterstützt die Stiftung seit Jahren, und hat auch mitgeholfen, die Berufsschule in Bella Vista als Fachschule auszustatten. Mein Aufenthalt war ein Auftrag des deutschen Senior-Experten-Service mit Sitz in Bonn, das ist die Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit. Sie hat die Flug- und Versicherungskosten übernommen.
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Pogrzeba: Meine früheren Kollegen und ich haben vor einem Jahr elektrotechnische Lehrmittel nach Bella Vista geschickt. Nun habe ich die Lehrer in der Handhabung der Geräte und Materialien unterwiesen. Auch habe ich Vorträge gehalten, über das duale Ausbildungssystem in Deutschland und über Qualitätsentwicklung an Schulen.
BZ: Können Sie so gut Spanisch?
Pogrzeba: Nein. Die Geschäftsführerin der Fundación ist Deutsche. Sie hat die Vorträge übersetzt. Ansonsten habe ich mich auf Englisch verständigt.
BZ: Warum ist die Hilfe aus Deutschland nötig?
Pogrzeba: Die Schule richtet sich an Jugendliche aus den ärmsten Familien in der Region Cochabamba, die sonst kaum eine Chance hätten, eine berufliche Qualifizierung zu erlangen. Weiter führt die Berufsschule ein Internat, weil die meisten Schüler aus weit entfernten Bergdörfern kommen, einen Kindergarten und Hausaufgabenhilfe, wovon Kinder aus Bella Vista profitieren.
BZ: Haben Sie auch etwas mitgenommen?
Pogrzeba: Oh ja, viel Erfahrung, das Gefühl wirklich geholfen zu haben und eine große Dankbarkeit für die Gastfreundschaft, die ich überall erlebt habe. Besonders beeindruckt haben mich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fundación, wie sehr sie sich bemühen, aber auch junge Freiwillige aus Deutschland, die im Kindergarten mitgearbeitet haben. Dort war ich zum Essen, und untergebracht war ich bei der Stiftung.
Autor: sf
