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30. November 2011

Große Pläne für die Lukasgemeinde

Evangelisches Gemeindehaus und Oberlin-Kindergarten sollen für fast 2 Millionen Euro saniert und umgebaut werden.

  1. Die gleiche Ansicht vom Kindergarten-Garten aus sieht heute so aus. Foto: Michael Bamberger

  2. Die Skizze zeigt den geplanten neuen Kindergarten und links daneben den umgebauten Gemeindesaal, der dann durch eine kleine Gasse von der Lukaskirche (ganz links) getrennt ist. Foto: Entwurf: Baurmann/Dürr Architekten

ST.GEORGEN. Nun wird konkret, womit sich die evangelischen Christen aus St. Georgen seit 2006 beschäftigen: Das Gemeindehaus und der Oberlin-Kindergarten der Lukaskirche werden voraussichtlich nach den Plänen des Karlsruher Architekturbüros Baurmann/Dürr umgebaut und saniert. Deren von einer Jury favorisierte Überlegungen präsentierte am Sonntag die Pfarrgemeinde Südwest mit vier weiteren Entwürfen, die der evangelische Kirchenbezirk Freiburg mit einer Mehrfachbeauftragung unter dem Titel "Lukas kompakt" eingeholt hat.

Ziele des Vorhabens sind es, den 1987 errichteten Gemeindesaal nördlich der Kirche energetisch zu sanieren, Funktionsräume wie die Küche zu erneuern und den Kindergarten östlich der Kirche neu aufzubauen, weil eine Sanierung des Gebäudes aus den 1950er Jahren als unwirtschaftlich eingeschätzt wird. Zudem wird ein Kindergarten-Gruppenraum, der vor einem Jahr in einem früheren Versammlungsraum im Gemeindehaus eingerichtet wurde, in den Neubau integriert. Das Foyer des Gemeindesaals soll auch vom Kindergarten aus zugänglich sein. "Kindergarten und Gemeindesaal sollen näher zusammenrücken, damit jung und alt sich begegnen können", erklärte Ulrike Bock aus dem Ältestenkreis der Pfarrgemeinde Südwest und Ortsälteste im Predigtbezirk der Lukaskirche, dem 2800 Christen angehören. Ein Teil des Gemeindehaus-Anbaus in Richtung der Straße Am Mettweg soll beim Umbau entfallen, wodurch sich die dortige Freifläche auf rund 800 Quadratmeter vergrößert. Diese Fläche soll, so das Vorhaben des Stadtkirchenbezirks, für Wohnungsbau vermarktet werden, womit sich ein Teil der kalkulierten Gesamtkosten von 1,85 Millionen Euro finanzieren lässt (Umbau Gemeindehaus: 700 000 Euro, Neubau Kindergarten: 1,15 Millionen Euro). Der Kindergarten bietet 68 Plätze in drei Gruppen für Kinder zwischen drei und sechs Jahren, was auch so bleiben soll.

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Das Vorhaben folgt dem Gebäudekonzept, das das Kirchenparlament Stadtsynode im Dezember 2006 für die Pfarrgemeinde Südwest mit den Predigtbezirken Lukas, Melanchthon (Haslach), Dietrich Bonhoeffer (Weingarten), Maria Magdalena (Rieselfeld) und Johannes (Merzhausen) beschlossen hat.

Weil der Gemeindesaal erhalten bleibt und der Neubau des Kindergartens anstelle des vorhandenen Gebäudes entsteht, war der Rahmen für die Architekten eng gesteckt. Im Detail waren die Entwürfe jedoch sehr unterschiedlich. Einer sah beispielsweise ein zweigeschossiges Kindergartengebäude vor, ein anderer einen Spielhof zwischen Kindergarten und Saal. Überzeugt sah sich die Jury unter Vorsitz des Freiburger Architekten Hubert Horbach von der Grundidee der Karlsruher Planer Hennig Baurmann und Martin Dürr, die bislang baulich mit dem Gemeindehaus verbundene Kirche vollkommen freizustellen, wodurch eine Gasse zwischen dem Gotteshaus und dem Gebäudekomplex Gemeindezentrum / Kindergarten entsteht, der sich in gerader Linie in Ost-West-Richtung erstreckt. Auf Anhieb kursierte im Saal der Begriff "Lukasgässle". Parallel zu dieser Gasse soll im Innern des Baus ein Durchgang verlaufen, ein "innerer Weg sozusagen", so Henning Baurmann, der die Räume erschließt und sich zum gemeinsamen Foyer aufweitet.

Weiter hat den Juroren der Vorschlag der beiden Architekten gefallen, den Platz vor der Kirche mit zwei Stufen in Nord-Süd-Richtung zu gliedern, jedoch dort, wo die Gasse einsetzt, eine Rampe anzulegen, so dass Menschen, die beim Gehen beeinträchtigt sind, oder Familien mit Kinderwagen die Gebäude barrierefrei betreten können. Erhalten bleiben die Grünflächen und der Kirchplatz. Die Architekten hatten sich von Strukturen inspirieren lassen, die den Stadtteil St. Georgen prägen: langgestreckte und durch hohe Satteldächer gekennzeichnete landwirtschaftliche Ökonomiegebäude, weitläufige Hof- und Gartenflächen sowie schmale Straßen und Gassen.

Die Diskussion der Gemeindemitglieder war lebhaft. Die Stufen auf dem Kirchplatz könnten abweisend wirken, die neue Küche sollte direkt neben dem Saal angeordnet werden, die Gasse eventuell überdacht werden, waren einige Anregungen. Die Pfarrer Juliane und Martin Grüsser und auch Ulrike Bock ermutigten die Gemeinde, Vorschläge und Kritik einzubringen. Bis zum zweiten Advent bleiben die Entwürfe im Gemeindesaal ausgestellt (9 bis 12 Uhr, 16 bis 18 Uhr). Im nächsten Schritt soll der Ältestenkreis der Gemeinde Südwest die Beurteilung der Jury bestätigen. Dann werden die Architekten den Entwurf weiter ausarbeiten, und es gibt eine Gemeindeversammlung. "Nehmen Sie den Entwurf an und machen Sie etwas draus", appellierte Reinhard Schelkes, Vorsitzender des Bauausschusses des Stadtkirchenbezirks.

Autor: Silvia Faller