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28. März 2013

Hickhack um Hort und Schule

Langfristig soll’s mehr Hortplätze im Rieselfeld geben.

  1. Grundschüler im Rieselfeld. Foto: Archivbild: Patrick Seeger

  2. Grundschüler im Rieselfeld. Foto: Archivbild: Patrick Seeger

RIESELFELD. Hortplätze für Schulkinder sind knapp im kinderreichen Rieselfeld. Jetzt baut die städtische Kita "Wilde 13" zum kommenden Schuljahr acht von 15 Plätzen ab. Langfristig sollen alle wegfallen. Die Stadtverwaltung plant den Ausbau der Schulkindbetreuung, doch auch wenn er kommt: Es wird dauern. Eltern sind besorgt.

Die Plätze der acht Kinder, die den Hort verlassen werden, fallen weg. Die anderen sieben Schüler bleiben erstmal, aber nur, weil sie nirgends unterkamen. Das Amt für Kinder, Jugend und Familie will in der Kita eine Gruppe für zehn Unter-Dreijährige aufmachen. "Das können wir nur, wenn die Schulkinder anders betreut werden", sagte Beate Schauer, beim Amt für Kitas und Hortplätze zuständig. Die "Wilde 13" sei ein Spezialfall, stets ohne lange Warteliste.

Ab August haben Eltern einen Rechtsanspruch auf Betreuung der Kleinsten. 100 U-3-Plätze müssen Schauer zufolge im Rieselfeld geschaffen werden. Die findet Tom Knauber wichtig. "Aber die Betreuungsformen kann man nicht gegeneinander ausspielen." Der Hort-Vater hat einen Infoabend im Glashaus organisiert, 150 Zuhörer kamen.

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Sie wollten wissen, wann im Rieselfeld welcher Hort geschlossen wird und wo es Ersatz gibt – kurz: Wie sich das neue Konzept der Stadtverwaltung auswirkt. Sie will in Freiburg die Betreuung von Grundschülern aus- und die 850 städtischen Hortplätze ab 2018 abbauen: Sie wandern mit an die Grundschulen, an denen bis 2020 nach und nach 1520 neue Plätze entstehen werden, falls der Gemeinderat am 16. April zustimmt. Stadträtinnen und Stadträte aller Couleur waren auch zum Infoabend gekommen.

Bei dem wurde klar, dass im Rieselfeld Plätze fehlen. An der Clara-Grundwald-Schule gebe es derzeit 160 Kernzeit- und 80 Hortplätze, sagte Knauber, zudem 154 Hortplätze bei anderen Einrichtungen. Die meisten davon sind privat und außen vor, städtisch die Kita Rieselfeld und das "Taka-Tuka-Land". Dessen Leiter Michael Domonell stellte fest: "Wir verwalten einen Mangel." Kaum Chancen auf einen Platz haben Eltern, wenn nur einer arbeitet. Selbst Migranten, die Integrationshilfe brauchen, erklärte ein Vater. "Ein Riesenproblem", sagte Uta Mengdehl, die "Claras Kerni" leitet. Wenn ihr Antrag genehmigt wird, eröffnet sie zum kommenden Schuljahr eine sechste Gruppe mit zehn Plätzen. Und obgleich es eine Warteliste gibt: "Die Chance, dass Ihr Kind unterkommt, war noch nie so gut."

Schulamtsleiter Rudolf Burgert hofft auch auf die Genehmigung. Burgert steht im Austausch mit "Kerni" und der Clara-Grundwald-Schule und verweist auf "die glücklichen Umstände": Die Grundschule mit derzeit 630 Schülern schrumpft ab nächstem Schuljahr jährlich um rund 30 Kinder, erklärte Schulleiterin Ingrid Buttmi. Das schafft Luft. "So können wir mit Kompromissen der Schule und Anstrengungen von Claras Kerni im Schuljahr 2013/14 den Bedarf weitgehend befriedigen", sagte Burgert. Aber er will nicht die Hand dafür ins Feuer legen, dass jeder Wunschplatz zur Verfügung gestellt wird.

Autor: Simone Höhl