Mehr Entspannung, weniger Autos

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

Sa, 05. Juli 2014

Freiburg Südwest

Ein Arbeitskreis des Lokalvereins Haslach hat Ideen entwickelt, wie die Carl-Kistner-Straße für alle Nutzer attraktiver werden kann.

HASLACH. Das Hauptproblem: Es fahren und parken zu viele Autos im Zentrum von Haslach. Ein Arbeitskreis des Lokalvereins Haslach überlegt seit seiner Gründung im Mai 2013, wie die Situation in der Carl-Kistner-Straße zwischen der Feldberg- und der Uffhauser Straße entspannt werden kann. Am Donnerstagabend lud der Lokalverein zu einer Infoveranstaltung in den "Treffpunkt St. Michael" ein, bevor die Vorschläge an die Stadtverwaltung übermittelt werden sollen. Rund 25 Interessierte kamen, zwei Stunden wurde diskutiert.

Mehr Fahrradparkplätze: Das erste Ziel, das Markus Schupp und Brigitte Zipfel vom Lokalverein vorstellen, ist, dass es für Radlerinnen und Radler mehr Abstellplätze geben soll. Neue Fahrradbügel könnten unter anderem vor dem "dm"-Drogeriemarkt und am freien Platz vor dem Haus Carl-Kistner-Straße 10a entstehen. Eine Frau regt Radplätze vor dem "Edeka"-Supermarkt an. Das wäre möglich, wenn die Einkaufswagen in den Langackerweg verlegt würden. Doch der Platz dort gehört der Stadt. "Aber wir fragen nach", verspricht Markus Schupp. Außerdem soll vor dem Haus Carl-Kistner-Straße 36 zwischen der Baumscheibe und der Laterne ein Fahrradbügel angebracht werden. Vor der Eisdiele soll der Autoparkplatz geopfert werden, damit dort Bänke und ein weiterer Fahrradbügel Platz finden. Dadurch würde die Atmosphäre nicht nur schöner, sondern die Situation auch ungefährlicher: Denn derzeit komme es vor, dass Kinder hinter dem Parkplatz zur Straßenbahnhaltestelle rennen und leicht übersehen werden.

Zugang für alle: Derzeit sind abgesenkte Zugänge zur Straßenbahnhaltestelle am Dorfbrunnen wegen der vielen parkenden Autos oft nicht nutzbar. Das soll sich ändern, um Menschen mit Rollator, Rollstuhl oder Kinderwagen diese Zugänge zu ermöglichen. Ebenso ist es beim Übergang vor dem "Preisprinz" zur Haltestelle geplant. Die Lösung: Poller.

Andere Parkplatzgestaltung: Die Parkplätze vor dem italienischen Feinkostgeschäft sollen neu angeordnet werden, dadurch könnte nach Einschätzung des Lokalvereins mindestens ein Stellplatz neu dazu gewonnen werden.

Bänke und Poller: Vor der Bäckerei Pfeifle sollen um die Baumscheibe herum eine Sitzbank und ein Mülleimer entstehen, um die Atmosphäre angenehmer zu gestalten. Außerdem sollen zu den jetzt schon bestehenden drei Pollern vor der Bäckerei ein oder zwei weitere dazu kommen, um mehr Sicherheit für Fußgänger zu schaffen, besonders für diejenigen mit Gehbehinderung oder Kinderwagen. Auch an der Einfahrt zur Langackerstraße an der Ecke des "Edeka"-Supermarkts ist oft alles zugeparkt und viel zu eng: Zulieferer kommen nicht durch, für Fußgänger entstehen gefährliche Situationen, berichten etliche Zuhörer. Abhilfe könnten Poller und Blumenkübel schaffen. Poller könnten zudem auf der anderen Straßenseite vor der "Haslach-Apotheke" den Zugang zur Rampe vor parkenden Autos schützen.

Noch mehr Ideen: Eine Geschwindigkeitsanzeige soll angebracht werden, um das Tempo der Autofahrer zu bremsen. Erlaubt ist in diesem Bereich Tempo 20. Die Kosten dafür müsste der Lokalverein übernehmen, sagt Markus Schupp. Für Kontroversen sorgt die Frage, ob künftig, wie der Lokalverein vorschlägt, Anwohnerparkausweise eingeführt werden sollen. Bisher gilt, dass Parken nur mit Parkscheibe für zwei Stunden möglich ist, es finden aber kaum Kontrollen statt. Bei einer Abstimmung unterliegt der Vorschlag des Lokalvereins ganz knapp: Die Mehrheit ist dafür, dass es tagsüber beim zeitlich begrenzten Parken für alle bleiben soll statt gezielt die Anwohner zu entlasten. Nur nachts soll längeres Parken legal sein. Getestet werden könnten gelegentliche Sperrungen der Carl-Kistner-Straße für Veranstaltungen wie Floh- oder Weihnachtsmärkte. Und was ist mit einem Wochenmarkt für Haslach? Im Publikum gibt’s viel Interesse daran. Mehrere Plätze waren schon angedacht, sagt Hubert Nixdorf, der Vorsitzende des Lokalvereins. Aber vor dem Friedhof und am Laubenplatz (neben der Brücke über die Güterbahngleise) sei es zu abgelegen. Eine Frau schlägt den Hof der Pestalozzi-Schule vor, Hubert Nixdorf will nachhaken.