Lokalverein Haslach

Das Dreikönigstreffen war wieder eine Standortbestimmung für Haslach

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

Di, 09. Januar 2018

Freiburg Südwest

Für das 61. Dreikönigstreffen des Lokalvereins Haslach galt dasselbe wie für alle bisherigen: Es gab ein volles Programm im voll besetzten Melanchthonsaal.

Mit dabei waren neben rund 160 Bürgerinnen und Bürgern auch der Sozial- und Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach, zwölf Stadträtinnen und Stadträte sowie Vertreter von der Freiburger Stadtbau, der Stadtverwaltung und den Haslacher Institutionen.

Dorfbrunnen: Nach mehr als 30 Jahren erfolgloser Neugestaltungspläne wird sich am Platz um den Dorfbrunnen nun einiges verändern. Der öffentliche Bereich werde um 50 Quadratmeter von der bisherigen Fläche der Wohnungsgenossenschaft Familienheim erweitert, sagt Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach. Es sollen drei Rundbänke um die Linde herum und locker verteilte Sitzwürfel entstehen. Bis zum Frühling soll alles fertig sein, 50 000 Euro würden investiert. Der Lokalverein wolle einen Teil dazu beitragen und sei auf der Suche nach Sponsoren, sagt dessen Vorsitzender Markus Schupp.

Landeserstaufnahme: Auf dem Geländer der ehemaligen Polizeiakademie an der Lörracher Straße geht’s voran: Ab April/Mai sollen die geflüchteten Menschen von ihren bisherigen Zelt-Provisorien in Leichtbauweise in die neuen Gebäude des ersten Bauabschnitts umziehen, bilanziert Ulrich von Kirchbach. Pro Bewohner stünden sieben Quadratmeter zur Verfügung, es sei Platz für 450 Menschen. 2021/22 beginne der zweite Bauabschnitt, endgültiges Ziel seien 800 Plätze. Peter Kramer, der Leiter des Referats Flüchtlingsaufnahme beim Regierungspräsidium Freiburg, berichtet von den regelmäßigen Gesprächen mit dem Lokalverein Haslach und dem Bürgerverein St. Georgen. Im Vergleich zu 2015 seien 2017 in einem Monat nur noch so viele neue Geflüchtete in Baden-Württemberg angekommen wie damals an einem Tag. Trotzdem sei es wichtig, flexibel zu bleiben. Zum Ende des ersten Bauabschnitts sei im Frühling eine Info-Veranstaltung für die Bürger geplant.

Bauprojekte: In Haslach wird viel gebaut. Über die drei größten Projekte berichtet Magdalena Szablewska, die technische Geschäftsführerin der Freiburger Stadtbau: Bis 2021 entstünden insgesamt 666 neue Wohnungen, außerdem gebe es Sanierungen. In Gutleutmatten seien bisher 40 Wohnungen bezogen, bis Jahresende kämen weitere 150 dazu. Es seien Miet- und Eigentumswohnungen mit einem bis fünf Zimmern. Im Bereich Schildacker würden 300 Wohnungen bis 2021 gebaut. Und an der Belchenstraße würden fünf Punkthäuser mit 113 Eigentums- und geförderten Mietwohnungen das Hochhaus mit der Nummer 8 ersetzen sowie Bestandswohnungen modernisiert und mit neuen Wohnungen aufgestockt. Nicht zum Sanierungsprojekt gehören die Häuser an der Drei-Ähren-Straße, die in genau demselben Zustand seien, kritisiert Markus Schupp. Das habe man "im Blick", entgegnet Ulrich von Kirchbach: Die Stadtverwaltung werde Förderungsanträge zur Finanzierung stellen. Eine Frau fragt nach den Mieterhöhungen in den modernisierten Wohnungen: Die werde "unter zwei Euro" pro Quadratmeter liegen, antwortet Magdalena Szablewska.

Soziale Infrastruktur: Umso mehr Haslach wachse, umso wichtiger sei der soziale Zusammenhalt, betont Markus Schupp. Wichtig seien die Quartiersarbeit, ein Quartiersraum und mehr Investition in die Älteren: Laut einer Studie zum Altern in Freiburg gibt es in Haslach unterdurchschnittlich gute Bedingungen. Da müsse man ansetzen, sagt Ulrich von Kirchbach. Außerdem solle in diesem Jahr der Quartiersraum Gutleutmatten eröffnet werden. Die Quartiersarbeit sei noch in der Diskussion, solle aber vom Umfang "ungefähr gleich bleiben".
Verschiedenes: Im vergangenen Jahr hat sich in Haslach viel getan – von den Eröffnungen der "Bücherlaube" in der Gartenstadt und des Freitagmarkts vor der Kirche St. Michael bis zur Gestaltung des nun stufenlosen Wegs in die Einsegnungshalle des Friedhofs. Doch es bleibe noch viel Verbesserungsbedarf, betont Markus Schupp. Das gelte für das Ziel von mehr Barrierefreiheit einzutreten, aber auch für eine bessere Situation vor dem Friedhof, wo es wegen der Müllcontainer meist aussehe, "wie man es sich nicht vor einem Friedhof wünscht". Deshalb sollten die Müllcontainer unter die Erde verlegt werden, doch dafür fehle bisher die Finanzierung. Die ist bei der Umgestaltung der Bushaltestelle Scherrerplatz gesichert: Im Lauf des Jahres werde sie im Rahmen des städtischen Programms für Barrierefreiheit so umgebaut, dass die Busse die Haltestelle geradlinig anfahren könnten und ein stufenfreies Ein- und Aussteigen möglich werde, sagt Ulrich von Kirchbach. Nach dem Neubau der Staudinger-Gesamtschule sollen öffentliche Freiflächen rundherum gesichert sein: Geplant seien Sitzstufen, aber aus Rücksicht auf die Wohngebiete nicht an der Westseite, betont von Kirchbach.