Diskussion über die Dichte

Jelka Louisa Beule

Von Jelka Louisa Beule

Di, 05. Dezember 2017

Freiburg Tuniberg

Bauausschuss sprach über Pläne für Baugebiet "Hinter den Gärten".

TIENGEN. Im Ortsteil Tiengen soll es mit dem Areal "Hinter den Gärten" bald das nächste Baugebiet geben. Anders als bei der benachbarten Neubaufläche "Sechzehn Jauchert" scheinen diesmal von Anfang an alle Eigentümer bereit zu sein, ihre Grundstücke zu verkaufen. Dafür gab es in der jüngsten Sitzung des gemeinderätlichen Bauausschusses Lob von Stadtverwaltung und Stadträten. Den Fraktionen ging es jedoch noch um Grundsätzliches: Wie viele Sozialwohnungen müssen gebaut werden? Und wie dicht und wie hoch sollen die neuen Häuser werden?

Das Baugebiet "Hinter den Gärten" wird an drei Seiten durch die Straßen Richtung Munzingen und Richtung Mengen begrenzt. Innerhalb des 62 000 Quadratmeter großen Areals liegen gärtnerisch genutzte Bereiche, ein Aussiedlerhof und ein kleiner Pferdestall, der Rest sind Äcker und Wiesen. Der Ortschaftsrat Tiengen hatte vor zwei Wochen einstimmig beschlossen, dass ein Bebauungsplan auf den Weg gebracht wird (die BZ berichtete).

Dieses Votum hat der gemeinderätliche Bauausschuss nun bestätigt – allerdings nicht ohne Diskussionen. Erster Punkt: Eigentlich sieht ein Gemeinderatsbeschluss von 2015 vor, dass in neuen Baugebieten in Freiburg 50 Prozent sozial geförderte Mietwohnungen entstehen müssen. Alternativ können die Grundstückseigentümer auch zehn Prozent der Flächen abtreten – das führt allerdings zu weniger Sozialwohnungen und unterhöhlt damit den Beschluss. Schon länger gibt es deshalb Forderungen aus dem Gemeinderat, auch die Flächenabtretungen zu erhöhen. Da "wir aber nicht einfach irgendeine Zahl vorschreiben wollen", so sagte SPD-Stadträtin Renate Buchen, hätten die Fraktionen schon mehrfach die Stadtverwaltung um detailliertere Informationen gebeten, jedoch bislang keine Antwort erhalten. Baubürgermeister Martin Haag wies den Vorwurf zurück. Von dieser Bitte höre er zum ersten Mal, sagte er: "Wir haben da nichts verschlafen." Er sicherte zu, dass das Rathaus die Thematik jetzt aufarbeiten werde.

Weiterer Diskussionspunkt war die Dichte der Bebauung. Bislang sind 160 neue Wohnungen in Reihen-, Doppel- und Mehrfamilienhäusern mit zwei bis drei Etagen vorgesehen. Die Grünen, SPD-Stadtrat Walter Krögner und Lothar Schuchmann (Unabhängige Listen) fanden das zu wenig und wollten noch eine Schippe drauflegen, während CDU-Stadtrat Wendelin Graf von Kageneck für eine "ortsangemessene Dichte" plädierte, und Manfred Stather von den Freien Wählern sogar fragte, ob das Rathaus die landwirtschaftlichen Flächen nicht eher als Ersatzäcker für die Bauern vorhalten wolle, die Gelände durch den geplanten Stadtteil Dietenbach verlieren.

Insgesamt gibt es 43 private Eigentümer

Stadtplanungsamtschef Roland Jerusalem hielt die vorgesehene Dichte für angemessen. "Wir sind hier am Tuniberg und nicht in der Kernstadt", sagte er. Die Zahl der Wohneinheiten könne sich noch ändern, erklärte Stadtplanerin Cordula Intrup. Diese sei derzeit "konservativ gerechnet". Denn: Möglicherweise gibt es – genau wie bei "Sechzehn Jauchert" – im Boden archäologische Funde, die eine Bebauung einschränken könnten.

Das Areal "Hinter den Gärten" gehört 43 privaten Eigentümern, nur ein Bruchteil der Fläche ist städtisch. Die Eigentümer haben prinzipiell zugestimmt, dass das Gelände bebaut werden darf. Schriftlich fixiert ist allerdings noch nichts. Um den Ablauf zu vereinfachen, sollen sich die Eigentümer zu einer Erschließungsgemeinschaft zusammenfinden, die von der Firma Kommunalkonzept gesteuert wird. Der Vertrag wird gerade vorbereitet.