Ortschaftsrat Tiengen

Eine eigens gegründete Gesellschaft wird Neubaugebiet erschließen

Eva Opitz

Von Eva Opitz

Mi, 05. April 2017

Freiburg Tuniberg

Für das Areal „Hinter den Gärten“ wollen die Eigentümer sich zu einer „Gesellschaft bürgerlichen Rechts“ zusammentun. der Ortschaftsrat wurde über das Konzept informiert.

TIENGEN. Bei der Sitzung des Ortschaftsrates Tiengen am Montagabend beanspruchte die geplante Erschließung des neuen Baugebietes "Hinter den Gärten" am südwestlichen Ortsausgang den größten Teil des Abends. Dazu kamen ein Bauantrag und diverse wichtige Ereignisse für die Dorfgemeinschaft.

Es solle alles besser laufen als bei dem sich zu lange hinziehenden Baugebiet "Sechzehn Jauchert", lautete der allgemeine Tenor. Der erste Schritt dazu ist gemacht. Die Eigentümerversammlung hat am 11. März 2017 mit Mehrheit beschlossen, eine Erschließungsgemeinschaft zu bilden und von einer privaten Firma ein Angebot einzuholen, das Rüdiger Kunst von der Firma "Kommunalkonzept" im Ortschaftsrat vorstellte. "Wir wollen, dass es schnell geht", leitete Ortsvorsteher Maximilian Schächtele (Aktive Bürger Tiengen, ABT) die Beratung ein. Er informierte zudem, dass er das Stadtplanungsamt schon am Mittwoch informieren werde, dass außer den Eigentümern auch der Ortschaftsrat hinter dem Konzept für die Erschließung stehe und die Stadt bitte, dem Vorschlag zu folgen.

Der sieht vor, dass alle Eigentümer in eine "Gesellschaft bürgerlichen Rechts" (GbR) eintreten und der "Kommunalkonzept" den Auftrag zur Erschließung des circa sechs Hektar großen Baugebietes erteilen. In enger Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt, das die Rahmenbedingungen festlegt, wird die Erschließungsgemeinschaft aktiv werden. In einer ersten Phase, so Kunst, würden alle Unterlagen, Gutachten und Fakten zusammengetragen, so dass die dann gegründete GbR ihren Beschluss aufgrund verlässlicher Zahlen fassen könne. Danach ginge es um die Abwicklung der Erschließung für die 90 Bauplätze. "Ab dann geht es ans Eingemachte", erklärte der Planer.

Begleitet wird die Erschließung von einem Beirat, dem neben dem Ortsvorsteher einige Gesellschafter angehören. "Zu jedem Zeitpunkt sind alle Vorgänge nachvollziehbar", versicherte Kunst. Bei den Räten kam das Konzept gut an. "Die Phase eins sorgt für ein klares Ergebnis", sagte Sonja Krinke (Wählervereinigung Tiengener Bürger), "da kann keiner nach zehn Jahren einen Rückzieher machen."

Ein Bauantrag für ein Mehrfamilienhaus im "Maierbrühl" wurde mit drei Enthaltungen befürwortet, obwohl er einige Befreiungen vorsieht und keine Aufstellungsfläche für die Feuerwehr einräumt.

Die Räte waren sich einig bei der Vergabe von 500 Euro aus den Verfügungsmitteln für die "Helfergruppe Flüchtlinge", die das Einjährige ihres Willkommensfestes 2016 im Mai feiert.

Der Ortsvorsteher informierte, dass das Projekt "Carsharing" für Tiengen Fortschritte mache und er davon ausgehe, dass weitere Interessenten gefunden würden.

Frühlingszeit ist Flohmarktzeit, was Alfred Plank (ABT) mit dem Vorschlag verband, dass die Tiengener am Samstag, 6. Mai, ihre Garagen öffnen und zu kleinen Märkten machen könnten. Dazu passt die Aktion "Sommernachtstisch" vor dem Tuniberghaus, bei dem jeder am Samstag, 15. Juli, seinen Tisch, Speisen und Getränke mitbringt sowie Freunde einladen kann. Kerstin Lienhard (Unabhängige Bürgerinnen und Bürger): "Wir wollen die Dorfgemeinschaft stärken und unsere Vielfalt erfahrbar machen."
Sitzungsdauer: 90 Minuten.
Teilnehmer: alle zwölf Räte.
Zuhörer: 17.