Eine großen Gartenparty vor dem Tuniberghaus

Eva Opitz

Von Eva Opitz

Di, 17. Juli 2018

Freiburg Tuniberg

In Tiengen gab’s zum zweiten Mal die Aktion "Sommernachtstisch".

FREIBURG-TIENGEN. Zwetschgenstrudel, gefüllte Weinblätter oder italienisch-badische Vorspeisen waren nur ein Teil des großen Angebotes von Speisen beim zweiten "Sommernachtstisch" vor dem Tuniberghaus. Am Samstagabend hatte die Projektgruppe "Kinder, Jugend und Vereine" zum großen Treffen mit den Nachbarn eingeladen.

Lange Tischreihen unter den großen Bäumen, dazu bunte Lampions, die von den Ästen herabhängen, Kerzen auf den Tischen sowie Platten und Schüsseln mit allen möglichen Leckereien runden das Bild einer großen Gartenparty ab. Kinder toben auf dem Rasen herum und kommen ab und zu, um zu essen und zu trinken.

Eine ganze Gruppe von Kindern hat zu Beginn des Festes einen Auftritt mit Gesang und begleitenden Instrumenten. Sie sind Teil eines Musikprojektes der Markgrafenschule und des Tiengener Musikvereins.

Die Winzerin Heike Schlatter geht mit einer großen Platte Melone plus Schinken durch die Reihen und freut sich, wenn jemand zugreift. "Zum Zeichen, dass es uns am Tuniberg gut geht, feiern wir richtig", sagt die Tiengenerin. Sie ist die nicht die Einzige, die ihren Beitrag mit anderen teilen möchte. Rundum wird probiert, getauscht und angeboten. "Wir haben vergangenes Jahr zum ersten Mal die Idee, die das Freiburger Theater mit seinem Mittsommernachtstisch vorgelebt hat, aufgegriffen und auch heute wieder alles vorbereitet", sagt Michael Ruf als einer der Organisatoren. Alle brächten Tische, Stühle sowie Essen mit, um mit den Nachbarn zu feiern, keiner müsse sich anmelden. "Es ist ein entspanntes Fest", sagt auch Kerstin Lienhard von der Projektgruppe: "Keiner muss groß kochen oder arbeiten, um andere zu bedienen."

Alteingesessene und Neubürger waren dabei

Sie hätten das erste Mal verpasst, bedauert Nils Codell, der seit fünf Jahren mit seiner Frau in Tiengen wohnt. Umso mehr freuten sie sich, diesmal dabei zu sein und zu schauen, was die Nachbarn abends essen. Sie sei auf Kerstin Lienhard zugegangen, sagt Diana Hauser, und habe sie gebeten, den Erfolg vom vergangenen Jahr zu wiederholen. Sie finde es toll, dass der "Helferkreis Flüchtlinge" wieder einige Tiengener Neubürger mitgebracht habe: "Es ist spannend zu sehen, was andere Kulturen zum Essen vorbereitet haben." Auf deren Tischen findet sich unter anderem Hühnchen mit Safran, Weinblätter gefüllt mit Reis und Fleisch oder Kuchen, gebacken von der Irakerin Manefa. Anita Hackmann vom Helferkreis hat die Neubürger eingeladen und ist zufrieden, dass viele gekommen sind und ihre Kinder mitgebracht haben. Der Syrer Talal Nourallah lebt seit dreieinhalb Jahren in Tiengen und ist mit gutem Deutsch voll des Lobes: "Alle Menschen hier sind sehr nett, sie haben ein breites Lachen und sie lachen mit den Augen."

Lienhard und Ruf sind zufrieden, dass sich trotz des Drucks der Konkurrenz mit einem großen Angebot an Veranstaltungen in ganz Freiburg so viele Bürger aus Tiengen für den Sommernachtstisch entschieden haben. "Wir haben viele neue Gesichter gesehen, die im vergangenen Jahr nicht dabei waren", so Kerstin Lienhard.