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12. Mai 2009

Fassaden ohne falsche Farbtupfer

Bei einer Aktion des Vereins "Sicheres Freiburg" und des Bürgervereins Opfingen wurden 24 Häuser von Graffiti befreit

  1. Bernd Piskator aus Kirchhofen war einer von mehreren Malermeistern, die sich an der Anti-Graffiti-Aktion in Opfingen beteiligt haben – hier bei einem Haus an der Schrödergasse. Foto: Thomas Kunz

OPFINGEN. Blauer Himmel, Sonne pur, Temperaturen wie im Hochsommer – eigentlich bestes Strandbadwetter. Trotzdem zogen sich am vergangenen Samstag neun Jugendliche aus Freiburg Gaze-Schutzanzüge über und entfernten mit viel Eifer Graffiti-Schmierereien von Hauswänden. Zum vierten Mal startete am Wochenende die Anti-Graffiti-Aktion des Vereins "Sicheres Freiburg", diesmal mit dem Opfinger Bürgerverein. Schon am frühen Morgen ging’s vor dem Feuerwehrgerätehaus los. Dort begrüßte Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach die vier Malerbetriebe und die Jugendlichen.

So ganz freiwillig war das Engagement der jungen Helfer nicht: Die neun Jugendlichen in den unschuldig weißen Anzügen sind wegen unterschiedlicher Verfehlungen vom Freiburger Amtsgericht zu Sozialstunden verurteilt worden. Die konnten sie bei der Anti-Graffiti-Aktion abarbeiten – entweder mit dem Entfernen der aufgesprühten Schriftzüge (Tags) oder beim Vorbereiten der Lunchpakete. Ihre Delikte wie Ruhestörung oder Sachbeschädigung geben die Jugendlichen nur ungern zu. "Ich bin unschuldig: Meine Freundin hat mich da mit reingezogen", schwört einer. Trotzdem legt er sich mächtig ins Zeug, schrubbt mit viel Kraft die Türen eines Trafohäuschens. "Das ist selbst mit Graffiti-Entferner Schwerstarbeit", stöhnt er.

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Insgesamt wurden bei der Aktion 24 Opfinger Häuser von Graffiti befreit. Organisiert haben die Aktion der Verein "Sicheres Freiburg" und der Opfinger Bürgerverein. "Wir haben im Vorfeld die Beschädigungen aufgenommen und haben die Eigentümer über die kostenlose Aktion informiert. Die waren natürlich erst mal skeptisch", sagt die stellvertretende Bürgervereinsvorsitzende Birgit Scheer-Müller: "Wer glaubt schon, dass es heute noch etwas kostenlos gibt." Der Verein "Sicheres Freiburg" hat dann die Malerbetriebe beauftragt, die ihre Arbeitszeit unentgeltlich zur Verfügung stellen. Das Material zahlt "Sicheres Freiburg". "Es ist ein sehr schönes Gefühl, etwas wieder schön zu machen", sagt Malermeister Bernd Piskator aus Ehrenkirchen. Vier Malerfirmen aus Opfingen, Waltershofen und der näheren Umgebung haben sich beteiligt. Während im Ort die Pinsel geschwungen werden, hält vor dem Feuerwehrgerätehaus die Geschäftsführerin von "Sicheres Freiburg", Beate Hauser, an einem Infostand die Stellung. Denn Aufklärung gehört ebenso zum Konzept des Solidarmodells wie das Versprechen, erneute Graffiti schnell zu beseitigen. "Das ist erstaunlich selten nötig", sagt Hauser. Zum ersten Mal hat sich auch der Energieversorger Badenova an der Aktion beteiligt. 17 Stromkästen und Trafohäuschen wurden ebenfalls von den Malerbetrieben gereinigt. Als Nächstes hat "Sicheres Freiburg" sich den Stadtteil Oberwiehre/Waldsee vorgenommen. "Vielleicht schaffen wir irgendwann auch die Innenstadt. Aber das ist eine Riesenaufgabe", sagt Vereinsvorsitzender von Kirchbach.

Autor: Sandra Grüning