Große Meinungsbandbreite in den Räten

Eva Opitz

Von Eva Opitz

Do, 07. Dezember 2017

Freiburg Tuniberg

Auch bei den Sitzungen der Ortschaftsräte Tiengen und Waltershofen ging es um Kitas und Friedhöfe.

TIENGEN/WALTERSHOFEN. Die anstehenden Kostensteigerungen für die Kinderbetreuung und für Bestattungen waren in dieser Woche auch in den Sitzungen der Ortschaftsräte Tiengen und Waltershofen die beherrschenden Themen, wie die Ortsvorsteher auf Anfrage der BZ mitteilten.

An den Vortrag von Lucia Ruf vom Amt für Kinder, Jugend und Familie zur Erhöhung der Elternbeiträge in Kitas (die BZ berichtete mehrfach) habe sich eine kontroverse Diskussion angeschlossen, sagte Ortsvorseher Maximilian Schächtele (Aktive Bürger Tiengen). Die Kritik an der Vorlage habe sich darauf konzentriert, dass die sogenannte Mittelschicht von der Erhöhung der Preise am meisten betroffen sei. Auf der anderen Seite sollten Menschen mit niedrigen Einkommen noch viel mehr unterstützt werden. Es stimme, dass die Tarife der Beschäftigten erhöht worden seien, aber die jetzige Steigerung der Gebühren stehe dazu in keinem Verhältnis. "Kinder sind unser Gut für die Zukunft. Sie müssen gut betreut werden." Die signifikante Preiserhöhung sei mit der Mehrheit der Stimmen abgelehnt worden. Der Ortsvorsteher zeigte sich enttäuscht, dass zu diesem Tagesordnungspunkt Väter und Mütter aus Tiengen im Publikum nicht zu sehen waren.

Anders lief es bei dem Thema in Waltershofen, berichtete Ortsvorsteherin Petra Zimmermann (Waltershofener Unabhängige Wählergemeinschaft). Es habe zwar eine intensive Diskussion unter den Räten gegeben, was an Erhöhung zumutbar sei. Die Mehrheit der Räte habe letztlich jedoch der Vorlage zugestimmt.

Würdevolle Gestaltung anonymer Bestattungen

Auf den Vortrag von Clemens Heidenreich vom städtischen Eigenbetrieb Friedhöfe zum Wechsel in der Bestattungskultur sie eine Diskussion zu der Problematik anonymer Bestattungen gefolgt, deren Kosten von der Stadt getragen werden, so Zimmermann. Einige Räte hätten vorgeschlagen, dass die Ortsverwaltung etwas unternehme, damit diese Begräbnisse würdevoll verlaufen. Sie habe jedoch berichtet, dass nach ihrer Erfahrung die Begräbnisse durchaus mit Würde gestaltet würden. Zudem könne das Friedhofsamt immer sagen, wo welche Urne im Feld liege. Wie in Waltershofen sei die Vorlage zur Kalkulation der Gebühren für die Friedhöfe in Tiengen überwiegend zustimmend aufgenommen worden, erklärte Schächtele zum Vortrag von Clemens Heidenreich. Auch in Tiengen sei das Urnenbaumfeld fast schon wieder zu klein. Anstelle der kleinen Einzelgräber, die von Angehörigen gepflegt würden, entstünden große Rasenflächen, die teuer gepflegt werden müssten.

Von einer ganz besonderen Weihnachtsaktion berichtete zudem Petra Zimmermann: Die Waltershofener hätten bis Mitte September gelbe Herrnhuter Sterne über die Ortsverwaltung bestellen können. Die Verwaltung habe 2000 Euro aus den Pauschalmitteln zu Verfügung gestellt, um den Kauf zu unterstützen, so dass jede Familie 20 statt 58 Euro für einen Stern bezahlt habe. Bedingung war, dass die Sterne gut sichtbar am Haus aufgehängt werden. Es sei ein so großer Erfolg geworden, sagte die Ortsvorsteherin, dass einige Räte angefragt hätten, ob man im nächsten Jahr die Aktion nicht wiederholen könne. Der Ortschaftsrat habe einer neuen Sterninitiative zugestimmt. "Ich werde es im Februar auf die Tagesordnung setzen" erklärte Zimmermann.
Sitzungsdauer: 60 Minuten (Tiengen),
70 Minuten (Waltershofen).
Teilnehmer: jeweils zehn von zwölf Räten in beiden Gremien.
Zuhörer: jeweils einer.