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14. Januar 2012

Ja zur Windkraft, Nein zum Tuniberg

Die Suche nach Windradstandorten war Thema im Munzinger Rat.

MUNZINGEN. In seiner Sitzung am Donnerstagabend unterstützte der Munzinger Ortschaftsrat prinzipiell die Absicht des Stadtplanungsamtes, mögliche Standorte für neue Windkraftanlagen im Stadtgebiet zu untersuchen. Auf der Liste steht auch eine Fläche auf der Gemarkung Munzingen: die Südkante des Tunibergs im Gewann "Lindenberg". Das Gremium folgte jedoch einstimmig der Einschätzung von Ortsvorsteher Rolf Hasenfratz, dass die Beeinträchtigung des Landschaftsbilds durch eine Windmühle dort zu stark sei.

Der Ortschaftsrat liegt mit der Beurteilung in Sachen Tuniberg-Windrad ganz auf einer Linie mit einer ersten Beurteilung der Verwaltung. "Die Fläche am Tuniberg ist extrem weit sichtbar und gleichzeitig weniger windhöffig als die höher gelegenen Teile der vorläufigen Flächenkulisse", heißt es in der Vorlage (BZ berichtete). Dennoch solle, wie Babette Köhler vom Stadtplanungsamt im Munzinger Bürgersaal vortrug, auch für Munzingen eine Gesamtabwägung vorgenommen werden. Die dortige Windgeschwindigkeit von 5,5 Metern pro Sekunde sei immerhin der Mindestwert, ab dem eine Windkraftanlage wirtschaftlich betrieben werden könne.

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Diese Windstärke und ein Abstand von 700 Metern zu Wohnhäusern im geschlossenen Siedlungsbereich sind zentrale Kriterien, wonach die Stadtplaner Standortpotenziale in eine so genannte vorläufige Flächenkulisse eingebracht haben, die in den nächsten Monaten gründlich untersucht werden sollen.

Dem Beschluss des Ortschaftsrats ging eine lebhafte Diskussion voraus. "Man würde eine Anlage auf dem Tuniberg von überall her sehen, vom Schwarzwald, vom Kaiserstuhl und von Freiburg aus", sagte Rolf Hasenfratz. Und Ortschaftsrat Clemens Lang zeigte auf, wie sich eine Windkraftanlage mit der heute üblichen Höhe von 130 Metern bis zur Nabe und 200 Metern bis zur Spitze der Rotoren am "Lindenberg", wo der Tuniberg eine Höhe von etwa hundert Metern über der Rheineben erreicht, in der Landschaft ausmachen würde.

Auch Rat Klaus Riemann war gegen eine Windkraftanlage dort, meinte aber: "Es ist nicht einfach dagegen zu sein. Denn die Energiewende ist notwendig und an vielen anderen Orten werden Windkraftanlagen gebaut, auch wenn nicht alle damit einverstanden sind." Auf eine Frage Riemanns erklärte Babette Köhler, dass die Träger öffentlicher Belange, also auch die Ortschaftsräte bei einem konkreten Bauantrag gehört würden.

Zustimmung zu Bauanträgen

Einstimmig befürwortete der Ortschaftsrat den Antrag des Weinguts Lang, an der Reinachstraße ein Wirtschaftsgebäude mit Garagen und einem Brennereiraum sowie zwei Ferienwohnungen im Obergeschoss zu errichten. Dafür werde ein älteres Ökonomiegebäude abgerissen, informierte Rolf Hasenfratz. Zustimmung gab es auch für die Voranfrage zum Bau eines Wohnhauses auf einer unbebauten Fläche in der Reinachstraße in zweiter Reihe. "Wenn die Grundstückseigentümer sich auf ein Überfahrtsrecht einigen, haben wir nichts gegen Bauen in zweiter Reihe", erklärte der Ortsvorsteher.

Thema war auch der Plan der Stadtverwaltung, einzelne städtische Immobilien, sogenannten Streubesitz, zu verkaufen. In Munzingen zählen nur zwei Gebäude zum Streubesitz: die Ortsverwaltung an der Romanstraße und die frühere Lehrerwohnung bei der Lindenbergschule, wo die Kernzeitbetreuung und Förderunterricht für die Grundschüler stattfinden. Beide Häuser gelten als unverkäuflich, informierte Hasenfratz.

Autor: Silvia Faller