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16. Dezember 2011

Lieber lassen, wie es ist

Kein Tempo 70 vor dem Ortseingang Tiengen, weil sonst Tempo 60 am Wäldele-Abzweig entfiele.

TIENGEN. Ein breites Themenspektrum vom Weinausschank beim Neujahrsempfang bis zum möglichen Tempolimit am Ortseingang beschäftigte den Ortschaftsrat Tiengen in seiner jüngsten Sitzung. Das Gremium lehnte es endgültig ab, eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 Stundenkilometern für die Landesstraße 187 zwischen den Einmündungen Am Wäldele und Kammertalstraße festzusetzen, weil damit auch die Aufhebung des bisherigen Tempo-60-Limits beim Abzweig Am Wäldele von der L 187 verbunden wäre.

Empört waren die Ortschaftsräte über die Entscheidung der Freiburger Verkehrsbehörde: Die hatte mitgeteilt, dass das von den Tiengenern geforderte durchgängige Tempo 60 von Wäldele-Abzweig bis zur nördlichen Ortseinfahrt nicht möglich sei. Dazu fehle die "besondere Gefahrenlage" über die gesamte Distanz. Allenfalls könne man auf der Landesstraße in diesem Abschnitt Tempo 70 festschreiben. Dem würde dann aber die jetzige 60er-Beschränkung beim Wäldele zum Opfer fallen, denn es sei nicht sinnvoll, auf einer so kurzen Strecke unterschiedliche Limits auszuschildern. "Lächerlich" ist nach Ansicht des Rates Roland Tolksdorf das Argument der Verwaltung, wonach der Verkehrsfluss nicht eingeschränkt werden dürfe. Dem Ortschaftsrat war es dann doch lieber, den heutigen Zustand zu belassen, als die Tempo-70-Variante zu wählen. Damit bleibt es zwischen Abzweig und Ortsschild bei der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern. "Ich denke, dass man dort ohnehin nicht so schnell fahren kann", sagte Ortsvorsteherin Ruthilde Surber. Eine Verkehrszählung vom Juli 2011 bestätigt diese Einschätzung. Von etwa 3100 Fahrzeugen, die täglich auf der L 187 unterwegs sind, fahren demnach jeweils 85 Prozent mit einer Geschwindigkeit von 69 Stundenkilometern (in Nord-Süd-Richtung) und in der anderen Richtung mit Tempo 68.

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Beim Neujahrsempfang gibt es diesmal nicht nur WG-Weine

Mit dem Weinausschank im Tuniberghaus beschäftigte sich der Ortschaftsrat auf Antrag des Weinguts Gerhard Gottschalk. Gottschalk will, dass die Ortsverwaltung beim Neujahrsempfang im Tuniberghaus am 5. Januar auch einen Wein aus seinem Keller ausschenkt und nicht mehr nur Weine der Winzergenossenschaft (WG).

Gottschalk ist selbst Ortschaftsrat, trat jedoch vom Ratstisch wegen Befangenheit zurück, ebenso Heinz Schächtele und Adolf Mößner, die dem WG-Vorstand angehören. Ruthild Surber erläuterte, dass die WG die Theke im Foyer beim Bau des Tuniberghauses finanziert habe und ein Vertrag mit der Stadt Freiburg bestehe, wonach über diese Theke nur Weine und Sekte, die aus der Ortsverkaufsstelle der WG bezogen wurden, ausgeschenkt werden dürfen. Offen ist allerdings, was im Saal des Tuniberghauses über die Küchentheke geht. Bisher sei es Praxis, dass die Ortsverwaltung bei öffentlichen Anlässen generell auf WG-Erzeugnisse zurückgreift, weil die Kooperative mit einer Erfassungsfläche von 135 Hektar das bedeutendste Vertriebsunternehmen von Wein aus Tiengen sei. "Das muss so nicht bleiben, denn es gibt heute einige Weingüter im Ort. Aber darüber zu entscheiden, ist Sache der Verwaltung, wobei ich denke, dass die Relation der Anbauflächen zu berücksichtigen ist", sagte Surber. Den Antrag Gottschalks habe sie zur Diskussion gestellt, weil er das Gremium angesprochen habe und weil er speziell den Neujahrsempfang 2012 bedienen wolle. Sein Weingut feiert im nächsten Jahr 25-jähriges Bestehen. Einen der beiden Weine, die nach dem offiziellen Teil an die Gäste ausgeschenkt werden, will die Ortsverwaltung im Einvernehmen mit dem Rat nun auch dort einkaufen. Den Versuch Michael Stowassers über die Thekennutzung im Foyer zu debattieren, wies Ruthild Surber zurück. Das habe mit dem vorliegenden Antrag nichts zu tun.

Verbliebene Verfügungsmittel werden in Themenpfad investiert

Weiterhin beschloss der Ortschaftsrat die restlichen Verfügungsmittel aus 2011 in Höhe von 5000 Euro im nächsten Jahr für die Gestaltung des "Schwarzkehlchenpfads" zu verwenden. Geplant ist, neun Thementafeln über das Landschaftsbild, die landwirtschaftliche Nutzung und die Lebensräume für Tiere und Pflanzen sowie eine Eingangstafel und Verlaufspfeile für den geplanten Natur-Wanderpfad auf der Tiengener Gemarkung zu montieren. Bereit stehen der städtische Zuschuss von 2500 Euro für 2012, ein Rest des Zuschusses von 400 Euro aus 2011 und die restlichen Verfügungsmittel. Mehrere Ortschaftsräte lobten das Konzept, Harald Meyer vergewisserte sich, dass keine anderen Anträge zur Verwendung der Verfügungsmittel vorliegen.

Autor: Silvia Faller