Munzingen fühlt sich benachteiligt

Eva Opitz

Von Eva Opitz

Sa, 21. Juli 2018

Freiburg Tuniberg

Debatte im Rat, weil sich in Sachen Jugendhaus nichts tut.

FREIBURG-MUNZINGEN. Bei der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats Munzingen ging es zweimal um Fußball, unterbrochen durch eine lebhafte Diskussion zum Thema Jugendhaus.

Enttäuschung lag in der Luft, als Herbert Mayer vom städtischen Sportreferat die Vorlage zum Sonderprogramm Kunstrasenplätze vorlegte. Er berichtete, dass der Antrag des SV Munzingen auf einen sogenannten "Winterrasen" nicht in die Sonderbezuschussung der Sportförderung aufgenommen werde. Ein Winterrasen ist nämlich ein klassischer Naturrasen mit einem allwetter- und alljahreszeiten-tauglichen, robusteren Unterbau als ein herkömmlicher Rasen – aber eben ein natürlicher und kein Kunstrasen. Ortsvorsteher Rolf Hasenfratz (Munzinger Wählergemeinschaft) bedauerte die Absage. Er hoffe, dass vielleicht doch jemand angesichts des Pilotprojektes ein Auge zudrücke. Das Votum für die städtische Vorlage war dennoch einstimmig.

Klaus Riemann von der Unabhängigen Liste Munzingen (ULM) und Vorstand im "Verein Kinder- und Jugendarbeit Tuniberg" machte seinem Ärger deutlich Luft und schlug den Bogen zu einem weiteren Thema. "Nichts geht mehr", bemängelte der Ortschaftsrat. Der Fußballantrag sei nicht bewilligt worden, und über das dringend notwendige Munzinger Jugendhaus werde nicht mal mehr gesprochen, von der Aufnahme in den nächsten Doppelhaushalt ganz zu schweigen. Unterstützung bekam er von Wolfgang Schmid (ULM), ebenfalls vom Vorstand des "Vereins Kinder- und Jugendarbeit Tuniberg": "Unser oft wiederholter Antrag an das Jugendamt ist einfach komplett untergegangen. Wir haben viele Gespräche geführt und oft nachgefragt." Der angemeldete Raumbedarf könne getrost als bescheiden eingestuft werden. Dennoch habe sich nichts getan. "Wir gönnen den anderen Stadtteilen am Tuniberg ihre Häuser und Waltershofen den vorgesehenen Neubau", sagte Schmid. Dennoch fühle sich Munzingen benachteiligt. "Keiner rührt sich", bestätigte Elisabeth von Kageneck (Bürger für Munzingen). Riemann betrachtete den Vorschlag des Jugendamtes, eine Initiative zu starten und im Hinblick auf die Haushaltsberatungen die Fraktionen des Gemeinderates anzuschreiben, als widersprüchlich: "Wir haben unsere Arbeit gemacht, den besonderen Bedarf bei einem überproportionalen Anteil von Jugendlichen ermittelt und einen Plan vorgestellt." Es sei müßig, alles noch einmal zu wiederholen, sagte auch Ortsvorsteher Hasenfratz. Er schlug trotzdem vor, sich mit den Vereinen kurzzuschließen und ein Schreiben an die Fraktionen aufzusetzen.

Wie schon in anderen Räten gaben Gerhild Lögler und Sabine Maier vom Stadtplanungsamt sowie Albin Teufel vom Amt für Projektentwicklung und Stadterneuerung einen Überblick über den Bebauungsplan "Neues Fußballstadion am Flugplatz". Maier ging auf die hohe Zahl von Einwendungen ein: "Wir haben nicht nur Freunde mit dem Plan gewonnen." Sie betonte, dass die sogenannte Spiegelvariante mit dem Bau des Stadions östlich der Landebahn mehrmals geprüft worden sei. Das Flächenangebot habe sich als nicht ausreichend erwiesen. Im Gegensatz zu den anderen Dörfern am Tuniberg, die lediglich ein oder zwei Böschungen beisteuern, ist Munzingen mit 34 Böschungen als Ausgleichsflächen auf 5,8 Hektar im Bebauungsplan aufgeführt. 24 Flächen sind für die Umwandlung in Magerrasen und zehn für Gehölzflächen vorgesehen. Lögler führte die Auswahl auf die vielfältigen Biotoptypen im südwestlichen Bereich der Munzinger Gemarkung zurück: "Das auszugleichende Gelände am Flugplatz weist ebenfalls eine hohe Wertigkeit auf." Hasenfratz versicherte, dass die vom Liegenschaftsamt übernommene Böschungspflege für den Ort positiv sei.

Die Vorlage zur Bedarfsplanung bei Kindertagesstätten passierte den Rat ohne Gegenstimmen, ebenso wie vier Bauanträge.
Sitzungsdauer: 75 Minuten.
Teilnehmer: alle zwölf Räte.
Zuhörer: elf.