Noch viel zu tun für Barrierefreiheit

Meike Jenrich

Von Meike Jenrich

Mi, 11. Oktober 2017

Freiburg Tuniberg

Opfinger Räte sind mit den städtischen Plänen unzufrieden.

OPFINGEN. Die Verbesserung der Barrierefreiheit in Freiburg beschäftigte die Räte in der jüngsten Opfinger Ortschaftsratssitzung. Sie sind der Meinung, dass Opfingen beim Bushaltestellenumbau nicht ausreichend berücksichtigt wird.

Nachdem zuletzt praktisch keine Finanzmittel für die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum zur Verfügung gestanden hatten, hatte der Freiburger Gemeinderat mit dem Beschluss zum Doppelhaushalt 2017/2018 insgesamt 550 000 Euro hierfür zur Verfügung gestellt. Ortsvorsteherin Silvia Schumacher (Bürger für Opfingen) stellte die drei Handlungsfelder der Stadt für die Verbesserung der Barrierefreiheit kurz vor: Dabei geht es zum einen um Maßnahmen in der Innenstadt wie das Herstellen von geglätteten Rollgassen (etwa für Rollstuhlfahrer) auf Rathaus- und Münsterplatz, zum zweiten um den Umbau von Bushaltestellen und drittens um die Ausstattung von Ampelanlagen mit Zusatzeinrichtungen für Blinde und Sehbehinderte.

Insbesondere die Planung für den Umbau von Bushaltestellen sorgte für Unmut bei den Räten, die Opfingen nicht richtig repräsentiert sahen. Von den insgesamt 340 Bushaltestellen in Freiburg sind bislang lediglich vier Haltestellen wirklich umfassend barrierefrei, teilte Schumacher mit. In der Prioritätenliste der Verwaltung für den barrierefreien Umbau von Bushaltestellen ist Opfingen mit der Haltestelle "Rathaus" auf den Plätzen 6 und 7 (beide Richtungen), die Haltestelle "St. Nikolaus" landete auf den Plätzen 41 und 42 (ebenfalls für beide Richtungen). Nach Aussage der Ortsvorsteherin bedeutet die Einstufung einer "hohen Priorität" für die Haltestelle "Rathaus", dass – wenn man positiv denke – eine Umsetzung 2019/2020 erfolgen könne. "Und St. Nikolaus am St. Nimmerleinstag", ärgerte sich Carmen Kleis (Die Unabhängigen) über die Einstufung dieser Haltestelle auf den hinteren Plätzen.

Ratskollege Martin Schrutka betonte die generell dringliche Lage in Opfingen in Sachen fehlender Barrierefreiheit. An manchen Stellen der Straße Unterdorf seien die Gehwege nur 50 Zentimeter breit, Rollstuhlfahrer müssten dort auf die Straße ausweichen. Auch die fehlende Sicherheit für Fußgänger an der Straße "Dürleberg" müsse seiner Meinung nach vorrangig behoben werden. Er kritisierte harsch, dass der Gemeinderat die Barrierefreiheit offensichtlich nur für die Kernstadt Freiburg berücksichtige. Den Münsterplatz zu glätten, während anderswo die Gelder fehlten, bezeichnete er als "dreist". So ein Vorhaben gehe völlig an der Realität und dem Bedarf vorbei. Ortsvorsteherin Schumacher verbuchte es zumindest als "kleinen Erfolg", dass nunmehr beide Seiten der Haltestelle am Rathaus in die Planung aufgenommen würden. Kritisiert wurde im Rat auch, dass die Bedarfshaltestelle am Opfinger See in der Liste fehle, weshalb Schumacher versprach, sich dafür einzusetzen, dass diese noch aufgenommen werde.

Neue Beleuchtung für die Bergkirche?

Um die Verwendung von Verfügungsmitteln des Rates – also um Geld, über das der Ortschaftsrat selbst verfügen kann, – ging es beim nächsten Tagesordnungspunkt: Thema war die Wiederherstellung der Beleuchtung der evangelischen Bergkirche Opfingen. Deren Außenfassade wird im Moment nicht mehr angestrahlt, da die alte Beleuchtung bei Umbaumaßnahmen entfernt wurde und am alten Platz nicht wieder aufgestellt werden konnte. Nunmehr gebe es zwei Ideen, informierte Schumacher: Man könne zum einen den vorherigen Status quo wieder herstellen, was ungefähr 4500 Euro kosten würde. Man könne aber auch darüber nachdenken, die Bergkirche anders als zuvor, eventuell großräumiger in Szene zu setzen. Dafür sei es sinnvoll, eine professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen und zunächst ein Lichtkonzept erstellen zu lassen. Die Kosten hierfür: rund 1000 Euro. Dieser Vorschlag wurde von fast allen Räten positiv aufgenommen. Als "Wahrzeichen von Opfingen" bezeichnete Tobias Bader (Bürger für Opfingen) die Bergkirche. Carmen Kleis regte zudem an, die evangelische Kirche bei der Planung mit ins Boot zu holen. Der Antrag, für 1000 Euro ein Lichtkonzept erstellen zu lassen, wurde mit einer Gegenstimme angenommen. Die weiteren Kosten will man zu einem späteren Zeitpunkt festlegen.

Einem Bauvorhaben im Bereich Unterdorf wurde einstimmig zugestimmt. Die geplante Errichtung eines Informationsunterstandes mit Geräteschuppen ist ein Teil des gesamten Projekts "Wildbienen-Lehrgang", der Informationen über Flora und Fauna am Tuniberg bieten und eine Ergänzung der Themenpfade sein soll.
Sitzungsdauer: 1 Stunde, 20 Minuten.
Teilnehmer: 12 von 14 Räten.
Zuschauer: 16.