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07. Januar 2012
Tiengen strebt die Energiewende an
Beim traditionellen Neujahrsempfang erinnert Ortsvorsteherin Ruthild Surber an die Planung fürs Wohngebiet "Sechzehn Jauchert".
TIENGEN. Man darf auf den Neujahrsempfang gespannt sein, an dem Tiengens Ortsvorsteherin Ruthild Surber sagen kann, der Bebauungsplan "Sechzehn Jauchert" sei in trockenen Tüchern. Immerhin hat sich der Bedarf an Ausgleichsflächen verringert und der Entwurf macht aus der die umstrittenen Dachbegrünung jetzt eine Kann-Bestimmung. Dies erklärte die Ortsvorsteherin beim Neujahresempfang am Donnerstag im Tuniberghaus.
Nach Surbers Auffassung ist dadurch sei Konfliktstoff entschärft, was die Chance eines Satzungsbeschlusses erhöht hat. Ruthild Surber ließ in ihrer Rede zum Jahresbeginn vor rund 150 Zuhörern keinen Zweifel daran, dass sie nichts lieber täte, als diese Wohngebietsplanung abzuschließen. Denn Tiengen schrumpft bereits. Zum 31. Dezember gab es 65 weniger Einwohner als zwölf Monate zuvor. Ohne Neubaugebiet werde dieser Prozess unaufhaltsam sein, was die Auslastung der öffentlichen Infrastruktur und das Nachfragepotenzial für die örtlichen Betriebe mindere.
Weitere Projekte und Themen, denen sich der Ortschaftsrat im neuen Jahr widmen wird – abgesehen von dem, was die Stadtverwaltung vorlegen wird -– sind die Ausweisung eines naturkundlichen Themen-Wanderpfads und die Stärkung von Initiativen um erneuerbare Energiequellen zu nutzen. "Es gibt 674 Wohngebäude in Tiengen. Da ist noch viel Potenzial, Solarenergie zu nutzen. Tragen Sie dazu bei, dass die Energiewende gelingt", motivierte Ruthild Surber. Rund 50 Photovoltaik-Anlagen bestünden bereits, die jährlich zusammen zwischen 800000 und einer Million Kilowattstunden Strom liefern, was einem Fünftel des örtlichen Bedarfs an elektrischer Energie entspricht.
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Weiter gab die Ortsvorsteherin einen Rückblick auf das abgelaufene Jahr und dankte allen ehrenamtlich Tätigen. Es dürfte kaum einen Tiengener geben, der nicht in irgendeiner Weise in einem der 14 Vereine, dem Altenwerk, dem Winzerkreis, bei der Freiwilligen Feuerwehr oder im Naturschutz engagiert ist. "Sie alle und ganz besonders die Vorstandsmitglieder festigen das Gemeinwesen", würdigte Surber das Engagement und appellierte an ihre Mitbürger: "Setzen Sie weiter ihre Talente und Fähigkeiten ein."
Surbers Stellvertreter Wilhelm Schlatter, der auch Kommandant der Feuerwehrabteilung ist, verstärkte dieses Lob, indem er alle Gruppen und Vereine vorstellte. Für die Stadt Freiburg beleuchtete Gemeinderätin Hertha König aktuelle kommunalpolitische Themenfelder. Der evangelische Pfarrer Roland Wolf sprach über Worte, die der Apostel Paulus in seinem zweiten Brief an die Gemeinde in Korinth hinterlassen hat: "Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig." Tröstlich sei dieser Satz und gleichzeitig ermutigend, meinte Wolf. Denn Gott suche keine Übermenschen, vielmehr Menschen, die es zulassen, dass seine Kraft und seine Liebe durch sie wirken. Für musikalische Zwischentöne sorgte das Blechbläserensemble "Tiengen Brass" unter Leitung von Martin Schmidt.
Autor: Silvia Faller
