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25. Januar 2012

Viel Platz auch für die Kleinsten

Mit der neuen Gruppe für Unter-Dreijährige im katholischen Kindergarten gibt es in Munzingen eine der besten Betreuungsquoten.

  1. Von der grundlegenden Sanierung und Erweiterung des Kindergartens St. Erentrudis hat auch der Essbereich profitiert. Die neue Leiterin Angelika Vögele ist froh, dass die Bauzeit nun überstanden ist. Foto: Ingo Schneider

MUNZINGEN. Überdurchschnittlich gut ist im Stadtteil Munzingen die Versorgung mit Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren. 40 Prozent der Kinder zwischen eins und drei finden hier einen Platz. Zuletzt hat die katholische Pfarrgemeinde St. Stephan im Kindergarten St. Erentrudis eine Gruppe für Kleinkinder eingerichtet. Besser versorgt sind in Freiburg nur das Quartier Vauban mit einer Quote von 63 Prozent und der Altstadtbereich mit 62 Prozent. Stadtweit registriert das Amt für Jugend und Familie eine 30-prozentige Versorgung.

Seit September kann der Kindergarten St. Erentrudis in der Kaplaneigasse zehn Kinder unter drei Jahren aufnehmen. "Acht sind schon da und im Mai wird die Gruppe voll sein", informiert Angelika Vögele, die die Einrichtung seit vergangenem Herbst leitet. Die 45-jährige Erzieherin und Fachwirtin für Organisation und Führung im Sozialwesen folgte auf die langjährige Kindergartenleiterin Jutta Runge-Litsch, die in Ruhestand ging. Angelika Vögele wohnt mit ihrer Familie seit 18 Jahren in Munzingen, kennt den Kindergarten St. Erentrudis aus der Zeit, als ihre eigenen beiden Kinder noch klein waren, und war hier auch schon beschäftigt. Zuletzt war sie Gruppenleiterin in einem Kindergarten im Gundelfinger Ortsteil Wildtal.

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Auch sonst ist vieles neu im Kindergarten St. Erentrudis. Die Pfarrei als Träger hat insgesamt 570 000 Euro investiert, um das 1974 eingeweihte Gebäude grundlegend – vor allem energetisch – zu sanieren, im Erdgeschoss zwei Räume anzubauen und die Kleinkindgruppe einzurichten. "Die Renovierung war dringend nötig, und wir sind froh, dass wir dabei ein neues Angebot für die Familien schaffen konnten", sagt Elisabeth von Kageneck, Mitglied des Pfarrgemeinderats und Kindergartenbeauftragte der Gemeinde.

Möglich war die Investition durch die öffentliche Förderung. Verbunden mit Bundesmitteln hat die Stadt aus dem Konjunkturprogramm II 250 000 Euro für die energetische Sanierung zuschießen können und 30 000 Euro nachgelegt speziell für die Kleinkindgruppe. Weitere 70 000 Euro für die U-3-Gruppe kamen vom Land und 45 000 Euro von der Erzdiözese Freiburg. 75 000 Euro hat die Pfarrgemeinde unterstützt von der Freiburger Gesamtkirchengemeinde selbst aufgewandt und 100 000 Euro per Kredit finanziert.

Für die U-3-Gruppe wurde eine Wohnung im Obergeschoss umgebaut

Die neue Kleinkindgruppe ist im Obergeschoss untergekommen. Hier konnte die Pfarrei eine Wohnung, die ursprünglich für die Kindergartenleiterin gedacht und zuletzt vermietet war, umbauen. Die Jüngsten sind hier in der Obhut der Erzieherinnen Martina Pollehn, Miriam Gassert und Nicole Stößer. Die Gruppe verfügt über einen großen Spielraum, einen Ruhe- und einen Essraum und ein kleines Badezimmer mit Wickelkommode. Noch nicht fertig ist die Gestaltung zweier Terrassen, die es ermöglichen werden, dass die Kleinen – ohne Treppen überwinden zu müssen – an die frische Luft kommen. Insgesamt bietet der Kindergarten 54 Plätze für Jungen und Mädchen zwischen zweidreiviertel Jahren und sechs Jahren und zehn Plätze für Unter-Dreijährige.

Neu sind auch Anbauten im Erdgeschoss. An der Südseite des Gebäudes gibt es nun einen Raum für Team- und Elterngespräche sowie für die Bildungsarbeit in kleinen Gruppen. Und durch die Schaffung eines Lagerraums für Bastel- und Spielmaterial an der Nordseite gibt es im Esszimmer des Kindergartens mehr Platz.

Angelika Vögele und ihre acht Kolleginnen sind glücklich, dass die Bauarbeiten nun abgeschlossen sind; zuletzt wurden in den Winterferien die Fußböden erneuert und die Wände in den bestehenden drei Gruppenräumen gestrichen. Der überwiegende Teil der Arbeiten vollzog sich jedoch bei laufendem Betrieb. "Das war für das Team sehr anstrengend und für die Jüngsten auch belastend", sagt Angelika Vögele. Die größeren Kinder aber fanden es überaus spannend, was in den vergangenen Monaten passierte.

Anton und Liana (beide vier) etwa lieben es seither, Bauarbeiter zu spielen. Kaum hat Anton an diesem Morgen sein Vesper gegessen, stürmt er aus dem Esszimmer und ruft seiner Freundin zu: "Komm, wir spielen weiter." Die beiden wollen die Tür zu ihrem Gruppenraum renovieren und sind bestens dafür ausgestattet: mit Bauarbeiterhelmen, Ohrschützern, Warnwesten, Arbeitshandschuhen, Pinsel, Schraubschlüssel und Schraubenzieher (aus Plastik) – und mit dem Warnschild "Betreten der Baustelle verboten. Eltern haften für ihre Kinder."

In Munzingen bietet die Stadt zudem selbst zwei Gruppen für Kleinkinder bei der Kindertagesstätte "Sonnengarten" an der Straße Beim Steinernen Kreuz an. Weiter gibt es die privat geführte Krippe "Spatzennest" an der Straße Obererer Weiher.

Autor: Silvia Faller