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12. September 2017

Stadtteilfest

Waltershofener feiern harmonisches Fest trotz der Regenwolken

Beim Wein- und Dorffest erwiesen sich die liebevoll gestalteten Lauben auch am regnerischen Samstag als Anziehungspunkte.

  1. In der Laube des Männergesangvereins Waltershofen gab’s unter anderem Zwiebelkuchen. Foto: Ingo Schneider

WALTERSHOFEN. Trotz großer Konkurrenz durch weitere Veranstaltungen und trotz der dunklen Regenwolken kamen am Samstagnachmittag, dem zweiten Tag des 18. Wein- und Dorffestes in Waltershofen, viele Besucher zum Feiern in die zur Festmeile umdekorierte Umkircher Straße.

In der oberen Umkircher Straße ist die große Weinlaube des Männergesangvereins die erste Anlaufstelle. Der Verein hat viel Mühe und Zeit investiert, sie aufzubauen. "Wir brauchen einen ganzen Tag und 14 Männer, um das Holz und die Abdeckungen aus Aluminium aus dem Lager zu holen und zu montieren", sagt Reinhard Hansen, vom Vorstand des Männergesangvereins. Er erinnert sich noch an die ersten Jahre, als sie nur Planen hatten, um die Gäste gegen Wind und Regen zu schützen. Die nehmen das schützende Dach gerne an. "Wir sind schon immer beim Fest dabei", sagt Regina Selinger aus Waltershofen: "Wir treffen viele Bekannte, denen man sonst über den Tag nicht begegnet." Nebenan fallen sich zwei Frauen spontan in die Arme. Es stellt sich heraus, dass es zwei Freiburgerinnen sind, die sich nach Jahren zufällig getroffen haben.

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Am nächsten Weinstand hat sich der Urlauber Roman Berger eingefunden. Er und seine Frau sind in ein intensives Gespräch mit der Ortsvorsteherin Petra Zimmermann eingebunden. "Für mich als Berliner ist ein badisches Weinfest ein tolles Erlebnis", versichert Berger.

Badische Flädlesuppe, Rindfleisch und Bibiliskäs

Wieder ein paar Schritte weiter hat der vom Bürgernetzwerk "Z’Sämme" im Mai offiziell eröffnete erste Bauabschnitt des sanierten Farrenstalls seine Pforten geöffnet. Dank einer im benachbarten ehemaligen Milchhäusle eingerichteten Küche gibt es ein vielfältiges Angebot an Speisen mit badischer Flädlesuppe, Rindfleisch mit Meerrettich, Bibiliskäs, Käsewürfeln und Dessert. "Viele, die noch gar kein Mitglied in unserem Förderverein sind, helfen heute mit", freut sich die stellvertretende Vorsitzende Barbara Fiedler. Der große ehemalige Ochsenstall, dessen Steinwände die Bürger in Eigenarbeit freigelegt und neu verfugt haben, bietet viel Platz zum gemütlichen beieinander Sitzen.

In der großen Laube des Musikvereins sitzen Waltershofener und studieren aufmerksam die Weinkarte. "Ehemänner und Kinder, alle helfen mit", sagt Alevtine Beirow vom Musikverein. Der 14-jährige Trompeter Michael Schock von der Jugendkapelle verkauft Waffeln und Kaffee. Am Stand der Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) ist mit Heinrich Müller ein Import aus Bayern dabei, perfekte Crêpes herzustellen. Er beobachtet den Teig auf der Platte sehr genau, um ihn im richtigen Moment mit der anderen Seite auf die zweite Platte zu bugsieren. Als Vater eines Vorstandsmitglieds der TSG ließ er sich als erfahrener Crêpes-Hersteller nicht zweimal bitten, seinen Kurzurlaub auf einem badischen Weinfest zu verbringen.

Weiter unten in der Straße laden die Radlerklause des Radsportvereins, drei Lauben des Förderkreises des Sportvereins "Blau-Weiß" sowie die Freiwillige Feuerwehr zum Verweilen ein. Ihr Kommandant Oliver Schandelmaier ist erleichtert, dass es keinerlei Ärger gegeben hat. So sieht es auch Petra Zimmermann. Die Ortsvorsteherin ist froh, dass das Fest, das alle zwei Jahre stattfindet, einen so harmonischen Verlauf nimmt.

Zusätzliche Gäste sind aus Waltershofen im Allgäu gekommen. Deren Ortsvorsteher Werner Bachmann kann gar nicht genau sagen, wie viele Allgäuer dabei sind. "Es haben sich in den sieben Jahren Partnerschaft so viele Freundschaften entwickelt, dass es keiner offiziellen Einladung mehr bedarf und alle einzeln kommen." Er geht von insgesamt 30 bayerischen Waltershofenern aus, von denen die jüngeren Leute in der Steinriedhalle übernachten.

Rundum zufrieden zeigte sich am Montag Bruno Meyer, der Sprecher der Vereinsgemeinschaft Waltershofen. "Die Stände und Lauben waren von Einheimischen und Auswärtigen gut besucht, die Blasmusik am Sonntag kam sehr gut an, und junge Familien waren glücklich über den gelungenen Kindernachmittag." Das Deutsche Rote Kreuz sei froh über den ruhigen Verlauf gewesen: "Es wurde kein einziges Pflaster gebraucht."

Autor: Eva Opitz