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20. Januar 2012

Abgespeckte Pläne, aber keine Radikalkur

Das Baugebiet "Tränkematten" war erneut Thema im Bauausschuss / Bürgerverein und Initiative finden Änderungen unzureichend.

BETZENHAUSEN. Das Rathaus hat die Pläne für das umstrittene Baugebiet "Tränkematten" im Stadtteil Betzenhausen überarbeitet, bereits zum zweiten Mal. Damit seien nun "die Änderungswünsche aus der Bürgerschaft weitgehend berücksichtigt", meint die Stadtverwaltung.

In den Ohren vom Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde und von einer Bürgerinitiative klingt das wie Hohn. Denn die besonders umstrittenen Mehrfamilienhäuser am Rand des Gebiets sind auch in den neuen Entwürfen vorhanden. Dass diese zu massig sind, finden auch die Gemeinderatsfraktionen der Unabhängigen Listen (7 von 48 Sitzen im Gemeinderat) und der FDP (3 Sitze). Aber mit ihrer Meinung standen sie in der jüngsten Sitzung des gemeinderätlichen Bauausschusses allein da. Alle anderen Fraktionen stimmten zu, dass das weitere Bebauungsplanverfahren auf Grundlage der jetzt geänderten Pläne erfolgen soll. Da halfen auch die Proteste von rund 60 Anwohnern nichts, die zur Sitzung ins Technische Rathaus gekommen waren.

Abgespeckt ja, Radikalkur nein: Die jetzt vorgestellten Entwürfe seien allenfalls eine "marginale Verbesserung" zu den bisherigen Plänen, meint Norbert Spothelfer, Sprecher der Bürgerinitiative. Statt 67 neuer Wohnungen sind auf dem rund 10 000 Quadratmeter großen Areal südwestlich des bisherigen Siedlungsgebiets (Richtung Zubringer Mitte und Dreisam) nun nur noch 62 Wohneinheiten vorgesehen. Am Nordwestrand wurde ein Mehrfamilienhaus durch eine Reihenhauszeile ersetzt. Zur bestehenden Bebauung hin soll zudem – das hatten die Anwohner gefordert – ein 7,5 Meter breiter Grünstreifen entstehen. Und die Zahl der Besucherparkplätze wurde von 7 auf 15 verdoppelt.

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"Das war’s dann aber auch schon", sagte Nicolai Bischler, Vorsitzender des Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde in der Bauausschusssitzung. Die meisten Forderungen der Bürger seien nicht berücksichtigt worden, vor allem nicht bei den fünf quadratischen Mehrfamilienhäusern, die am Rand des Gebiets zur Dreisam hin entstehen sollen. Sie sind mit drei Etagen und einem Attikageschoss geplant – und seien damit "richtige Brummer", so Bischler. Niemand habe etwas gegen eine Bebauung des Areals, betonte er. Aber diese müsse verträglich sein.

Die Planung sei ein "deutlicher städtebaulicher Fehler", gab Unabhängige-Listen-Stadtrat Hendrijk Guzzoni zu Protokoll. Die Entwürfe trügen nach wie vor "den Anstrich des Investors", meinte FDP-Stadträtin Herta König. Die Mehrfamilienhäuser seien zu massig und auch die vorgesehenen Flachdächer passten nicht zur bestehenden Bebauung. Ganz anders urteilten die Grünen. Sie finden, dass das Gelände eher noch dichter bebaut werden sollte – angesichts der in Freiburg dringend benötigten Wohnungen. Auch CDU, SPD und Freie Wähler konnten sich mit den neuen Plänen gut anfreunden.

Ungeklärt ist nach wie vor, woher die Zufahrtstraße für die Baustelle verlaufen soll. Die Stadtverwaltung will in den kommenden Monaten in einem separaten Verfahren mehrere Möglichkeiten prüfen. Bürgerverein und Bürgerinitiative wehren sich dagegen, dass die Lastwagen durch das Naherholungsgebiet "Obergrün" fahren.

Autor: Jelka Louisa Beule