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18. März 2017

Auf dem Markt (4)

Auf dem Lehener Markt gibt's auch Schnaps, Liköre und Blumengestecke

Dass Ostern näher rückt, ist auf dem Lehener Wochenmarkt nicht zu übersehen – hier gibt’s Osterschmuck. Das Entstehen des Markts war eng mit einem anderen christlichen Fest verknüpft: Ursprünglich hatte Jürgen Rühlemann das städtische Gelände an der Ecke von Paduaallee und Breisgauer Straße zum Verkauf seiner Weihnachtsbäume gepachtet.

  1. Österlich sieht es bereits am Stand von Karin Reinwarth (rechts) aus. Foto: Ingo Schneider

  2. In einem Cafébereich kann man in Ruhe die Sonne genießen. Foto: Ingo Schneider

  3. Jochen Bohny verkauft unter anderem Produkte seiner Brennerei. Foto: Ingo Schneider

LEHEN. Um den Platz und die Infrastruktur auch sonst zu nutzen, hat er den Wochenmarkt organisiert. Irgendwann muss der Markt wegen der Planungen rund ums Baugebiet Zinklern aber möglicherweise umziehen.

Der Kaffeestand hat diese Woche zwar urlaubsbedingt geschlossen, die gemütlichen Tische davor aber laden trotzdem dazu ein, in die Sonne zu sitzen. Und das tun einige. Auf dem Tisch der Familie Harnach liegen Käsestücke vom Stand mit französischem Käse und duftende Waffeln vom Bäckerstand. Die Harnachs leben in Lehen und sind Stammgäste auf dem Markt – alle drei Generationen: Christin und Peter Harnach ebenso wie ihre Tochter Claudia Harnach und deren kleine Tochter Carolina (2).

Sie lieben "die familiäre Atmosphäre, das Angebot und das tolle Café", schwärmt Claudia Harnach. Normalerweise bieten Jürgen Rühlemann und seine Frau dort frischen Kaffee an. Das ergab sich, als irgendwann der Kaffeestandbetreiber aufgehört hatte und die Kunden das Kaffeetrinken vermissten. Weil Jürgen Rühlemann sowieso wegen der Marktzeiten vor Ort sein muss, falls Probleme auftreten, schaffte er sich eine Kaffeemaschine an. Ansonsten konzentriert er sich auf Bäume: Auf fünf Hektar in den Vogesen in 650 Meter Höhe betreibt er seine Forstwirtschaft. Den Wochenmarkt habe er 2010 gestartet, erzählt er.

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Zurzeit gibt’s acht Stände: Zwei Mal Gemüse und Obst (Bio und konventionell), Bäckerei, Metzgerei, Käse, einen Hähnchenwagen – und dann noch zwei Besonderheiten. Dazu gehört Jochen Bohny, der als Winzer und Küfer ausgebildet ist und, als sein Vater krank wurde, vor mehr als zehn Jahren dessen Hausbrennerei in Sasbach-Jechtingen übernommen hat. Sie werde schon seit Mitte des 18. Jahrhunderts von seiner Familie betrieben, berichtet er. Er und seine Partnerin Gabi Hartmann brennen ihre vielen Schnäpse und Liköre nicht nur, sondern bauen auch das Obst, das sie dafür brauchen, selbst an: Sie haben vier Hektar Land und fünf Weinberge. Deshalb verkaufen sie nicht nur Brombeergeist, Quittenbrand, Kirsch- oder Walnusslikör, sondern ab dem Frühsommer auch Kirschen und – je nach dem jeweiligen Monat – sämtliche heimische Obstsorten.

Zurzeit ist es dafür noch zu früh, Obstmarmelade zumindest gibt’s reichlich. Dazu kommen etliche andere zugekaufte Dinge: Unter anderem Mehl von der Bahlinger Adel-Mühle, Lein- oder Walnussöl von der Ölmühle Fessinger in Vogtsburg, Hermann-Gewürze aus dem Saarland und Honig von einem Opfinger Imker. Die bunte Mischung habe sich nach und nach ergeben, sagt Gabi Hartmann. Samstags steht der Stand auf dem Stühlinger Markt. Für Karin Reinwarth dagegen ist die Marktatmosphäre noch ganz neu: Sie ist seit 35 Jahren Floristin, bietet seit 24 Jahren Blumenwerkstatt- und seit zehn Jahren Heilpflanzenkurse an, außerdem ist sie Feng-Shui-Beraterin. Weil ihre Werkstatt in Lehen ist, kam sie auf die Idee, beim Markt einzusteigen. Seit der zweiten Märzwoche verkauft sie hier Gestecke, Kränze und Blumensträuße und ist bisher sehr zufrieden: Der Frühling und Ostern seien ohnehin ideale Verkaufszeiten für ihre Produkte.

Lehener Wochenmarkt: Freitagvormittags bis 14 Uhr, Ecke Paduaallee/Breisgauer Straße, Ansprechpartner Jürgen Rühlemann, Tel. 0761/800800.

Autor: Anja Bochtler