Ausbaufähiges Angebot

Anette Bender

Von Anette Bender

Di, 26. Oktober 2010

Freiburg West

Spielgruppe im Fritz-Hüttinger-Haus ist eins von wenigen Mooswälder Angeboten für Kleinkinder.

MOOSWALD. Marie und Marie-Louise sind die ersten auf dem Spielteppich: Die beiden 19 und 16 Monate alten Mädchen schieben begeistert ein paar Dominosteine hin und her. Sie profitieren vom Angebot der Spiel- und Kontaktgruppe für Eltern mit ihren ein- bis dreijährigen Kindern, die der Bürgerverein Mooswald vor einem Jahr ins Leben gerufen hat. Für Kleinkinder gibt es im Stadtteil bislang kaum Betreuungsmöglichkeiten, erst ab 2011 soll das Angebot langsam ausgeweitet werden.

"Früher gab es an der Markuskirche eine Kontaktgruppe, dort habe ich mit meinen Kindern gespielt", erzählt Hanna Rosahl-Theunissen vom Bürgerverein. Heute engagiert sich die Mutter von vier erwachsenen Söhnen ehrenamtlich für die von ihr geleitete Gruppe, die sich dienstagvormittags im Fritz-Hüttinger-Haus trifft. Ein Ersatz für eine professionelle Kleinkindbetreuung, die zum Beispiel die Berufstätigkeit beider Elternteile ermöglicht, kann und will die Gruppe nicht sein. Sie hat andere Ziele. "Es ist wichtig, dass Kinder Kontakt zu Gleichaltrigen haben und dass sich auch bei den Eltern im Stadtteil ein Gemeinschaftsgefühl entwickelt", erklärt Rosahl-Theunissen, "junge Mütter können sich schnell isoliert fühlen."

Im vergangenen Jahr kamen durchschnittlich acht Kinder in die Spielgruppe, doch die meisten davon gehen mittlerweile in den Kindergarten. Nach einem entsprechenden Aufruf des Bürgervereins sind nun wieder vier Kinder hinzugekommen. Stephanie Dickerhof ist mit Tochter Marie neu dabei: "Ich hatte im Internet nach Krabbelgruppen gesucht, aber nichts Passendes gefunden."

Eine der ersten Frauen in der Gruppe war Britta Habichhorst. Sie arbeitet momentan nicht und freut sich über den wöchentlichen Treff. "Ich hoffe aber, dass sich der Arbeitsmarkt für Optiker entspannt", sagt die alleinerziehende Mutter. Dann hätte sie im Stadtteil schlechte Karten bei der Suche nach Betreuungsmöglichkeiten. Derzeit gibt es nur an der Stadtteilgrenze zu Betzenhausen eine Einrichtung mit täglicher Kleinkindbetreuung: die des Vereins "Krabbelstube West", der Räume des Schwimmvereins beim Westbad nutzt (zehn Vormittagsplätze). Doch der Verein führt ebenso eine Warteliste wie die beiden registrierten Tagesmütter. "Die Betreuungssituation entspricht noch nicht der Nachfrage, aber es tut sich etwas", sagt dazu Rathaussprecherin Edith Lamersdorf – schließlich werde der Bedarf aufgrund der vielen Bauprojekte noch steigen (siehe Infobox zu Ausbauplänen). Betreuungseinrichtungen in anderen Stadtteilen sieht Hanna Rosahl-Theunissen nur bedingt als Alternative: "Viele Eltern bringen ihre Kinder nur dann in andere Stadtteile, wenn sie auch selbst dort arbeiten."

Die Spiel- und Kontaktgruppe trifft sich jeden Dienstag von 10 bis 12 Uhr im Fritz-Hüttinger-Haus, Am Hägle 1. Die Teilnahme ist kostenlos. Kontakt: Hanna Rosahl-Theunissen,  0761 / 806412 .