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12. Oktober 2012

Der Umbau geht erst später los

Das Gebiet um das Bischofskreuz soll erst nächstes Jahr umgestaltet werden, um das Weihnachtsgeschäft nicht zu gefährden.

BETZENHAUSEN. Eine neue Großbaustelle steht in den Startlöchern: Im Stadtteil Betzenhausen-Bischofslinde soll der Bereich rund um die Sundgauallee saniert werden. Losgehen wird es jedoch erst Anfang 2013 und nicht bereits in diesem Herbst. Das ist der erste Erfolg einer neuen Interessengemeinschaft der dort ansässigen Gewerbetreibenden. Die Geschäftsinhaber wollten nicht, dass die Arbeiten ihnen das Weihnachtsgeschäft verhageln.

Dass die Sundgauallee, das Bischofskreuz und der Betzenhauser Torplatz für 2,2 Millionen Euro rundum erneuert werden sollen, steht schon seit etlichen Jahren fest. Dennoch entbrannten bei einer Informationsveranstaltung der neuen Interessengemeinschaft (IG) am Mittwochabend noch einmal heftige Diskussionen darüber, warum es denn überhaupt eine Sanierung geben muss. Anwesend waren sowohl Gewerbetreibende als auch Bürger aus dem Stadtteil. Die verschiedenen Meinungen zogen sich durch beide Lager.

"Die Geschäftsleute sind nie gefragt worden", beschwerte sich ein Mann. Ein anderer warf dem Vorsitzenden des Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde, Nicolai Bischler, "Kaffeesatzleserei" vor. Es gebe gar kein Problem. Bischler hatte zuvor versucht, die gut 80 Anwesenden davon zu überzeugen, dass eine Rundumsanierung der Sundgauallee und der angrenzenden Bereiche zwingend notwendig sei. Denn gleich nebenan, an der Berliner Allee, schießen derzeit die "West-Arkaden" in die Höhe, hier sollen etliche Geschäfte entstehen. "Das wird Kunden abziehen", sagte Bischler.

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Aber auch ohne die West-Arkaden müsse dringend etwas passieren, betonte Yves Strittmatter von der Stadtverwaltung, der das "Zentrenaktivierungskonzept" (ZAK) betreut. Vor allem die Sundgauallee sei in die Jahre gekommen und entspräche längst nicht mehr den aktuellen Anforderungen. So sind etwa Fuß- und Radwege zu schmal, die Fahrbahn ist marode und auch die Straßenbahngleise müssen saniert werden.

"Der Umbau ist beschlossen, da werden wir nicht drum herum kommen", sagte IG-Vorsitzende Claudia Blum. Umso wichtiger sei es nun, sich an den Planungen zu beteiligen. Konkret ist bis jetzt erst der Umbau des Bischofskreuzes, wo der jetzige Platz vor dem Geschäfts- und Wohn-Hochhaus durch eine Verlegung der Straße deutlich vergrößert werden soll (siehe Grafik). Für die anderen Bereiche soll es noch Bürgerbeteiligungen geben. Außerdem wollen die Geschäftsinhaber gemeinsam besser durch die Sanierung kommen. Die Erfahrungen an anderen Großbaustellen haben gezeigt: Während der Bauarbeiten bricht der Umsatz ein, das kann existenzbedrohend sein.

Unterstützung hat sich die IG mit Grafikdesigner Andreas Schaps geholt. Er hat auch die Gewerbetreibenden an der Habsburgerstraße im Stadtteil Herdern beraten, als diese saniert wurde. Ein knackiger Name, ein Logo, gemeinsame Aktionen und Werbekampagnen hätten die Geschäfte dort schlussendlich gut durch den Umbau gebracht, sagte Schaps. Das schlägt er auch für Betzenhausen vor. Denn das Konzept habe sich bewährt: Auch nach Ende der Bauarbeiten profitierten die Gewerbetreibenden in der Habsburgerstraße noch von dem Zusammenschluss. Aus Einzelkämpfern sei eine große Gemeinschaft geworden.

Autor: Jelka Louisa Beule