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05. November 2009

Freitags sind die Narren los

Die Lehener Fasnetzunft der Ammonshörner feiert ihr 25-jähriges Bestehen

  1. Immer am Fasnetfreitag ziehen die Ammonshörner mit dem Narrenbaum zum Bundschuhplatz. Foto: Albiker

LEHEN. Die Ammonshörner im wörtlichen Sinne haben in Lehen eine lange Vorgeschichte. An etwa 15 Giebelfronten alter Häuser sind solche wagenradgroßen, vor etwa 65 Millionen Jahren entstandenen Versteinerungen großer Meerestiere mit schneckenähnlicher Form eingemauert. Sie sind Zeugen alten Brauchtums und Aberglaubens, können Fruchtbarkeit sowie Abwehr gegen Feinde und Unwetter symbolisieren. Die 25 Jahre, auf die die Narrenzunft Ammonshörner zurückblickt, nehmen sich dagegen bescheiden aus, sind aber allemal ein Grund zu feiern.

Am 25. November 1984 eröffnete Emil von Ow senior eine erste Versammlung, zu der sieben an einer neuen Fasnetzunft Interressierte kamen. Im Dezember folgte dann eine von 24 künftigen Mitgliedern besuchte Gründungsversammlung im Gasthaus "Zum Schützen". Gegen Vorschläge wie "Lehener Weiherschlossgeister" oder "Lehener Wassergeister" setzte sich der Name "Lehener Ammonshörner" durch. Sehr früh wurde der Kontakt zur Breisgauer Narrenzunft (BNZ) gesucht. Den Vorschlag, eine Maske in Form eines Ammoniten (so der wissenschaftliche Name der Ammonshörner) zu gestalten, lehnte die BNZ ab, weil nur Vollmasken erlaubt seien. Die Weißnarren der Baar dienten dann als Vorbild für das Häs (Kostüm). Dieses wurde mit Blumenmotiven vom Lehener Bergle handbemalt. Auf dem Häsrücken findet sich ein großer Ammonit. Zwei über Kreuz getragene Schellengurte sorgen bei tänzelnden Narren für den guten Ton. Die Maske zeigt einen lächelnden älteren Mann, dessen Gesicht von zwei Fuchsschwänzen umrahmt wird.

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1991 wurden die Ammonshörner in die Breisgauer Narrenzunft aufgenommen, Paten waren dabei die Zünfte Mooswaldwiibli und Käsrieber. Ein Höhepunkt für die Ammonshörner war die Protektoratsübergabe für die Freiburger Fasnet am 22. Januar 1999 in der Bundschuhhalle bei den Ammonshörnern. Dem waren bereits 1987 ein erster Umzug durch Lehen sowie gut besuchte jährliche Heimatabende mit einer Laienspielgruppe aus Bollschweil vorausgegangen. Als dann die Betzenhausener Wetterhexen in die BNZ aufgenommen wurden, agierten die Ammonshörner selbst als Patenzunft. Zeitweilig beteiligte sich die Zunft bei der Organisation des (mittlerweile nicht mehr veranstalteten) Seifenkistenrennens am Lehener Bergle, beliebt waren auch die Herbstfeste am Silberhof.

Aus den Heimatabenden mit dem "Schwarzwälder Quintett" entwickelte sich jeweils am Freitagabend nach dem "Schmudzige Dunnschdig" das "Narre- Neschd-Feschd", dem mittags ein Kindernachmittag in der Bundschuhhalle und das Aufstellen des Narrenbaums vorausgeht – mit Musik von den Bundschuhpfeifern und der Hilfe der Feuerwehr. Nachmittags sind Abordnungen der befreundeten Wetterhexen ebenso immer dabei wie abends beim Preismaskenball die Freunde der Guggemusik "Die Fidelen Stammtischler" aus Waldshut-Tiengen.

Seit 2008 gehen die Ammonshörner eigene Wege: Sie haben die Mitgliedschaft in der BNZ beendet, pflegen aber weiterhin gute Kontakte dorthin, ebenso zu den anderen Breisgauer Narrenzünften.

Insgesamt gab es in den zurückliegenden 25 Jahren fünf Zunftvögte und -vögtinnen: Auf Gründungsvogt Kurt Hauser folgten der bereits verstorbene Werner Pfundstein, Arno Disch und Silke Strauch. Seit 2005 führt Christine Nauwerck die Zunft. Die heute offiziell "Narrenzunft Ammonshörner Freiburg-Lehen" genannte Gruppe hat im Jubiläumsjahr 26 aktive Mitglieder sowie 19 Mädchen und Jungen als Nachwuchs (Narresome) und 60 fördernde passive Mitglieder. Auch wenn sonst der Freitag der eigentliche "Feier"-Tag der Ammonshörner ist: Das Jubiläum wird am kommenden Samstag im Lehener Cyriaksaal mit geladenen Gästen begangen.

Mehr Infos im Internet unter www.ammonshoerner.de.

Autor: Harald Albiker