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17. Mai 2017

Ortschaftsratsitzung

Ortschaftsrat Hochdorf diskutierte über die Furcht vor dem Stadion-Verkehr

Der Bebauungsplan für das neue Fußballstadion am Flugplatz war im Hochdorfer Ortschaftsrat am Montagabend das große Thema.

HOCHDORF. Der Bebauungsplan für das neue Fußballstadion am Flugplatz war im Hochdorfer Ortschaftsrat am Montagabend das große Thema. Knapp zwei Stunden ließen sich die Räte von städtischen Experten informieren und brachten eigene Anliegen zur Verkehrserschließung und den Ausgleichsflächen vor. Alle anderen Tagesordnungspunkte wurden ohne Diskussion zustimmend zur Kenntnis genommen.

Wie schon zuvor in Opfingen, Tiengen und Munzingen kam eine dreiköpfige Delegation aus der Stadtverwaltung in den Ortschaftsrat. Sabine Maier und Gerhild Lögle aus dem Stadtplanungsamt erläuterten Bebauungsplan und Ausgleichsmaßnahmen für das beim Flugplatz geplante neue SC-Stadion, Albin Teufel aus dem Amt für Projektentwicklung und Stadterneuerung war als Experte fürs Verkehrskonzept dabei. "Ich habe mich durch das Opus durchgebissen", sagte Ortsvorsteher Christoph Lang-Jakob (Grüne Liste) mit Blick auf den dicken Aktenordner mit der Gemeinderatsvorlage, der vor allen Räten lag. Auch wenn er der Meinung ist, dass die Hochdorfer bei den Stellungnahmen "nur ein kleines Flötchen im Konzert sind", wollte Lang-Jakob trotzdem einige Bedenken loswerden, die größtenteils vom Ortschaftsrat geteilt wurden.

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Hauptsächlich ging es dabei um den Verkehr rund ums Stadion. Die Hochdorfer befürchten, dass der abfließende Verkehr Richtung Autobahnauffahrt Freiburg Nord über die Bebelstraße fahren wird, und wenn diese verstopft sei, in ihren Ort ausweichen wird. Es werde Möglichkeiten geben, das über Ampelschaltungen zu regeln, erklärte Albin Teufel und fügte hinzu, dass das gesamte Konzept ohnehin stark auf den öffentlichen Nahverkehr und Fahrradfahrer ausgerichtet sei. Während es an vergleichbar großen Stadien 5000 bis 6000 Parkplätze gebe, seien in Freiburg nur 2200 vorgesehen. Robert Mathis (Freie Wähler) gab zu bedenken, dass viele Zuschauer von außerhalb kämen und kaum Möglichkeiten hätten, auf den ÖPNV umzusteigen. Laut Sabine Maier ist die Stadt aber schon in Gesprächen mit Unternehmen, damit sie ihre Parkplätze an Spieltagen zur Verfügung stellen, von denen aus dann Shuttlebusse zum Stadion fahren sollen.

Der Ortschaftsrat sprach sich in seinem Beschluss einstimmig dafür aus, eine Erweiterung des "Park & Ride"-Platzes in Hochdorf-Benzhausen zu fordern, der dann auch mitgenutzt werden sollte.

Weitere Diskussionen gab es zum Thema Ausgleichsflächen für den Artenschutz, die laut Gerhild Lögle auch auf rund acht Hektar Fläche im Gebiet Schangen-Dierloch zwischen dem Hochdorfer Wald und dem Gewerbegebiet sowie in den "Oberen Linkmatten" geschaffen werden sollen. Die Räte begrüßten zwar die damit verbundene Aufwertung der derzeit zum größten Teil stillgelegten Ackerflächen. Ortsvorsteher Lang-Jakob befürchtet aber, dass es nicht mehr genügend Ausgleichsflächen geben werde, wenn in Hochdorf ein weiteres Baugebiet entstünde. Obwohl Andreas Hummel (Grüne), der auch ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald ist, versicherte, dass Hochdorf noch genügend Ökopunkte über die Aufwertung von Flächen sammeln könne, will die Mehrheit der Räte das von der Stadtverwaltung eindeutig geklärt wissen.

Machbarkeitsstudie wird später vorgestellt

Keine Diskussionen gab es zur Stellungnahme zum dritten und vierten Gleis der Rheintalbahn, den die Räte genauso einstimmig zur Kenntnis nahmen wie den Perspektivplan Freiburg 2030 und die vorgesehene Präambel zu den Eingemeindungsverträgen aus den 1970er Jahren, die diskriminierende Formulierungen enthalten.

Die geplante Vorstellung der Machbarkeitsstudie für das Michael-Denzlinger-Haus musste hingegen kurzfristig von der Tagesordnung genommen und verschoben werden, weil die zuständige Mitarbeiterin aus dem städtischen Gebäudemanagement erkrankt war.

Unter dem Punkt Verschiedenes berichtete Lang-Jakob dann noch, dass das "Forum Jugendarbeit" die Quartiersarbeit einstellt, weil es nach der gescheiterten Aufstockung der 25- auf eine 50-Prozent-Stelle nicht gelungen sei, den Job zu vergeben. Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach bemühe sich nun darum, einen anderen Träger zu finden.
Dauer: 2 Stunden, 20 Minuten.
Teilnehmer: 13 von 14 Räten.
Zuhörer: acht.

Autor: Daniela Frahm