In der Feriensitzung des Rates gab es eine große Themenbandbreite

Daniela Frahm

Von Daniela Frahm

Mi, 29. August 2018

Freiburg West

Hochdorfs Ortschaftsrat beschäftigte sich unter anderem mit der zweiten Zufahrt für ein Firmengelände, einer WC-Containeranlage und dem Pendlerparkplatz Benzhausen.

FREIBURG-HOCHDORF (laf). Zum ersten Mal in der Amtszeit von Hochdorfs Ortsvorsteher Christoph Lang-Jakob (Grüne Liste Hochdorf) musste er eine zusätzliche Ortschaftsrat-Sitzung in der Sommerpause einberufen, die trotz des Termins im August gut besucht war. Anlass war ein Bauantrag der Sick AG, die unter anderem eine zweite Zufahrt zu ihrem Grundstück im Gewerbegebiet Hochdorf plant. Nach längerer Diskussion hätten die Räte mit großer Mehrheit zugestimmt, informierte Lang-Jakob nach der Sitzung.

Der Antrag von Sick, in dem es auch um den Anbau einer Fluchttreppe und eines Vordachs sowie den Bau einer Pfortenanlage ging, war Mitte Juli bereits im Bauausschuss des Ortschaftsrates diskutiert worden. Der war mehrheitlich gegen die zweite Zufahrt. Da es zu keiner einstimmigen Entscheidung gekommen war, musste laut Satzung der Ortschaftsrat übernehmen. Dieser, so Lang-Jakob, habe im August zusammenkommen müssen, um die Frist zu wahren, die der Verwaltung fünf Wochen Zeit gibt, wenn ein Baugesuch vollständig eingereicht wurde. 11 der 14 Räte – und in den Zuhörerreihen Vertreter des Bauherrn – seien trotz des Termins erschienen und die Räte hätten letztlich bei nur einer Gegenstimme für den Bauantrag gestimmt. Andreas Hummel (Grüne) sei aus Naturschutzgründen gegen die zusätzliche Zufahrt gewesen und habe befürchtet, dass dadurch die Diskussion über die nahe gelegene Firma Taifun wiederbelebt werden könnte, der eine zweite Zufahrt wegen des dort entlang führenden Radwegs verwehrt wurde. Lang-Jakob hingegen stimmte nach eigener Aussage wie die übrigen Räte zu, weil er der Meinung ist, "dass das Gewerbegebiet bei der Planung falsch angelegt wurde und intensiver genutzt werden sollte". Außerdem schaffe Sick dort viele neue Arbeitsplätze und die Stadt habe die Vorlage zufriedenstellend "nachgebessert". Darin werde klar gestellt, dass bei Grundstücken mit mehr als 5000 Quadratmetern eine zweite Zufahrt zugelassen werden kann. Außerdem müsse die Firma als Ausgleich für bereits geschaffene Parkplätze Bäume pflanzen – fünf großkronige Bäume je 1000 Quadratmeter Fläche.

Der Ortschaftsrat stimmte in der Sitzung laut Ortsvorsteher auch einem weiteren Baugesuch für eine WC-Containeranlage auf einem Speditionsgelände in der Blankreutestraße zu.

Bekanntgegeben wurde, dass die Schulkindbetreuung für das nächste Schuljahr durch eine Nutzungsvereinbarung für das Katharina-von-Bora-Haus der Evangelischen Gemeinde gesichert sei. Das Garten- und Tiefbauamt habe hingegen den Wunsch nach einer Beleuchtung des Fußwegs zwischen dem Ort und dem Gewerbegebiet als unverhältnismäßig abgelehnt. Auch der Wunsch nach einer Erweiterung des Pendlerparkplatzes in Benzhausen sei vom Stadtplanungsamt abgewiesen worden, was der Ortsvorsteher aber nicht auf sich beruhen lassen will. Er will sich an Oberbürgermeister Martin Horn wenden. "Da ist oft alles so zugeparkt, dass die Bauern nicht mit ihren Maschinen auf die Felder kommen", so Lang-Jakob.

Wie erwartet hatten die Räte zuvor im elektronischen Verfahren einer Kostenbeteiligung von 5000 Euro am Spielplatzneubau im Garten des Michael-Denzlinger-Hauses zugestimmt. Für das 12 500 Euro teure Projekt hat der Familientreff Mütze bereits ehrenamtliche Arbeit geleistet und Spenden gesammelt. Am Samstag, 15. September, 20 Uhr, wird es außerdem ein Benefizkonzert mit der A-capella-Gruppe "Öl des Südens", bei der Lang-Jakob mitsingt, im Kastaniengarten hinter dem Rathaus geben.
Dauer: eineinhalb Stunden.
Teilnehmer: 11 von 14 Räten.
Zuhörer: fünf.