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23. Dezember 2011
Jetzt soll’s Schlag auf Schlag gehen
Betzenhausen-Verschönerung mittels "ZAK"-Projekt startet 2012.
BETZENHAUSEN. Das Jahr 2011 ist fast vorbei – und trotzdem ist nichts passiert. Der Stadtteil Betzenhausen wartet seit dem Frühjahr darauf, dass das "Zentrenaktivierungskonzept" (ZAK) umgesetzt wird. Dieses soll helfen, den Einzelhandel rund um die Sundgauallee gegen die drohende Konkurrenz vom benachbarten Brielmann-Gelände zu stärken. Ab Januar soll sich nun aber etwas tun. Die Stadtverwaltung hat eine Personalstelle für das Projekt geschaffen. Und nun soll alles "Zak-Zak" gehen: Bereits ab Mitte 2012 sind Veränderungen am "Bischofskreuz" geplant.
Dass es jetzt endlich losgehen wird, "darauf freuen wir uns wie auf Weihnachten", sagt Nicolai Bischler, Vorsitzender des Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde. Denn das "Zentrenaktivierungskonzept" ist seit Jahren angekündigt (siehe Info-Box), ohne dass sich etwas Sichtbares getan hätte – während auf dem Brielmann-Gelände nebenan schon monatelang die Bagger rollen und das dortige Bauprojekt "West-Arkaden" immer weiter voranschreitet. "Wenn die Geschäfte dort Ende 2012 erstmal geöffnet haben, bringt ZAK nicht mehr viel", sagt Franz Bühler, stellvertretender Vorsitzender des Bürgervereins.Werbung
Der Bürgerverein hat große Zweifel, dass die Umgestaltung von Sundgauallee, Bischofskreuz und Betzenhauser Torplatz noch rechtzeitig fertig wird. Die Stadtverwaltung hingegen verbreitet Optimismus. Ab Januar sei für das Projekt ein neuer Mitarbeiter eingestellt, die jahrelang unklare Finanzierung sei nun gesichert. Und bereits Mitte 2012, so berichtet Rathaussprecher Toni Klein, sollen am Bischofskreuz die Bauarbeiten beginnen. Dabei ist noch nicht einmal klar, was da genau passieren soll. Vorgesehen sind auf jeden Fall drei Bauphasen: Nach dem Bischofskreuz soll ab 2013 der Betzenhauser Torplatz umgestaltet werden, danach ist die Sundgauallee selbst an der Reihe. Grundlage für weitere Überlegungen von Stadtplanungs- sowie Garten- und Tiefbauamt ist ein grobes Plankonzept von 2009. "Aber das soll alles noch ergebnisoffen diskutiert werden", sagt Klein.
Gesprächsbedarf sieht auch der Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde. Zum Beispiel am Bischofskreuz: Dort sieht das Konzept vor, die Fläche vor dem Edeka-Markt um ein Gelände zu erweitern, das bislang als Parkplatz genutzt wird. Doch der vorhandene Platz rund um den Brunnen gehört zu dem benachbarten Hochhaus, dadurch haben die rund 80 Eigentümer ein Wörtchen mitzureden. Reinhard Disch, Geschäftsführer des Bauvereins Breisgau, dem Gewerbeflächen im Hochhaus gehören, könnte sich eine solche Lösung durchaus vorstellen, beschlossen sei aber noch nichts. Wenn das gesamte Areal als ein großer Platz genutzt werden soll – etwa für einen Markt, kleinere Feste oder einfach zum Verweilen –, dann müssten beide Flächen "eine optische Einheit" werden, meint der Bürgerverein. Er hat in einem Brief an Baubürgermeister Martin Haag alle ihm wichtigen Punkte aufgeführt (siehe Text unten).
Dass längst nicht alles geklärt ist, meinen auch die Ladeninhaber vor Ort. "Ich bin mit den derzeitigen Plänen nicht ganz einverstanden", sagt Martina Wißler, die seit zehn Jahren das Schreibwarengeschäft am Bischofskreuz führt. Sie hält vor allem die als Ersatz geplanten schrägen Parkplätze an der Straße für problematisch, weil es dann eng werden könnte. Insgesamt hofft die Geschäftsfrau jedoch, dass durch die Umgestaltung die Gegend aufgewertet wird – und dass dann die Kundschaft trotz der neuen Läden der "West-Arkaden" weiterhin zum Bischofskreuz und in die Sundgauallee kommt. Mehr Kunden durch das schönere Ambiente erhofft sich auch Johanna Patru vom "Kaffeehaus am Bischofskreuz". Mit ihrem Mann führt sie seit drei Jahren das Café. Zuvor war in dem Ladenlokal ein Geschäft für Modellbau untergebracht. Am Bischofskreuz hat sich in den vergangenen drei Jahren auch ohne ZAK einiges getan. Ein paar Geschäfte haben renoviert, andere sind neu hinzugekommen.
Statt des Plus-Supermarkts hat im hinteren Teil ein Penny-Markt eröffnet, neben dem Café sind nun eine Pizzeria und ein Allianz-Büro ansässig. Außerdem ist das Bekleidungsgeschäft Keilbach durch den Modeladen Zeeman ersetzt worden und in der ehemaligen Postagentur gibt es ein Weight-Watchers-Büro.
Was bisher geschah
Die Idee, die Läden rund um die Sundgauallee gegen die bevorstehende Konkurrenz durch die neuen Geschäfte auf dem ehemaligen Brielmann-Areal an der Berliner Allee zu stärken, kam bereits 2007 auf. Dazu passte, dass die Fahrbahndecke der Sundgauallee marode ist und sowieso eine Sanierung ansteht. 2008 entstanden erste Planungsentwürfe. Anfang 2009 gab dann auch der Gemeinderat grünes Licht für das "Zentrenaktivierungskonzept". Er beschloss, dass ein Planungsbüro Vorschläge zur Umgestaltung von Sundgauallee, Bischofskreuz und Betzenhauser Torplatz machen sollte. Kosten: 35 000 Euro. Die Ideen wurden Mitte 2009 öffentlich vorgestellt. Seither ist jedoch nicht mehr viel passiert. Die Umsetzung scheiterte am Geld. Ursprünglich sollten 60 Prozent der geschätzten Gesamtkosten von 2,2 Millionen Euro durch Zuschüsse von Bund und Land finanziert werden. Doch die Anträge wurden zwei Mal abgelehnt. Inzwischen hat die Stadtverwaltung das gesamte Geld selbst locker gemacht, es ist im städtischen Haushalt eingestellt. Trotzdem läuft derzeit noch ein Antrag auf Fördermittel beim Land, eine Entscheidung hierzu soll im April fallen. Durch das viele Hin und Her hat sich der Zeitplan immer weiter nach hinten verschoben. Zuletzt hieß es, dass im Jahr 2011 ein "Geschäftsstraßenmanagement" erarbeitet werden soll. Doch auch daraus ist nichts geworden. Denn die Stadtverwaltung hatte Schwierigkeiten, die für das Projekt vorgesehene Stelle zu besetzen. Der neue Mitarbeiter ist nun aber gefunden, er tritt Anfang 2012 seinen Dienst an.
Autor: jlb
Autor: Jelka Louisa Beule


