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04. Januar 2012

Streit um eine Tempo-30-Zone

Nach einer Umfrage macht sich der Bürgerverein Mooswald für Begrenzung in der Elsässer Straße stark / Stadtverwaltung lehnt ab.

  1. Zu schnell gefahren wird in der Elsässer Straße, sagen eine Arbeitsgruppe und der Bürgerverein Mooswald. Foto: Michael Bamberger

MOOSWALD. Die Verkehrssituation an der Elsässer Straße sei gefährlich, da ist sich die "Arbeitsgruppe (AG) Verkehr" sicher, die aus 35 Mooswälder Bürgerinnen und Bürgern besteht. Deshalb fordert sie mit Unterstützung des Bürgervereins Mooswald eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 in dem Teilabschnitt der Stadtteildurchfahrt zwischen den Einmündungen Falkenberger Straße und Verlorener Weg.

Bei einer Umfrage des Bürgervereins beteiligten sich knapp 12 Prozent der 7400 Mooswälder Haushalte, zwei Drittel der Teilnehmer sprachen sich für eine Geschwindigkeitsbegrenzung aus. Auch wenn es sich nicht um eine repräsentative Umfrage gehandelt habe, sagt Horst Bergamelli, Vorsitzender des Bürgervereins Mooswald und Initiator der "AG Verkehr", sei die Mehrheit für eine Geschwindigkeitsbegrenzung doch sehr deutlich gewesen. Deshalb habe der Vorstand des Bürgervereins sich die Forderung zu eigen gemacht und an die Stadtverwaltung weitergeleitet.

Schon bei der Präsentation der Architektenentwürfe für die Neubebauung des Carl-Sieder-Wegs hatte sich Baubürgermeister Martin Haag skeptisch gegenüber der Idee einer Tempo-30-Zone gezeigt. Rathaussprecherin Martina Schickle bestätigt nun auf Nachfrage, aus Sicht der Stadtverwaltung sei die Idee vom Tisch: "Eine Geschwindigkeitsbeschränkung lässt sich dort nicht realisieren, weder aus Verkehrssicherheitsgründen noch aus Lärmschutzgründen." Die Elsässer Straße sei eine Kreisstraße, deshalb lägen die gesetzlichen Voraussetzungen nicht vor, diese in eine Tempo-30-Zone umzuwandeln. "Die Kreisstraße hat eine Bündelungsfunktion und die Stadt will verhindern, dass sich der Verkehr in benachbarte Wohnstraßen verlagert", so Schickle. Als Paradebeispiel für solche Verdrängungseffekte gilt der nördliche Abschnitt der Basler Straße: Seit dem Bau der Straßenbahnlinie durch diesen Abschnitt ist die Straße nur noch für Anwohner freigegeben und es gilt sogar Tempo 20. In der Folge gab es massive Proteste aus anderen Wiehremer Quartieren, die sich nun stärker belastet sahen.

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Bergamelli sieht in der formalen Argumentation aber keinen ausreichenden Grund, der Geschwindigkeitsbegrenzung eine Absage zu erteilen und sagt: "Wir haben genügend Straßen." Gerade die Elsässer Straße stelle eine Gefahr dar, dort werde oft zu schnell gefahren und das Rotlicht an den Ampeln nicht beachtet. "Deshalb forderten wir auch eine Blitzlichtanlage an den Ampeln", erklärt der Vorsitzende des Bürgervereins. Auch dies habe die Stadtverwaltung abgelehnt.

Pressesprecherin Schickle erklärt: "Eine sichere Querung der Elsässer Straße ist an den vielen Querungshilfen und Ampelanlagen möglich. Das Garten- und Tiefbauamt verbesserte, wo möglich, die Signalanlagen." Anstelle von Blitzlichtanlagen seien nun die Grünzeiten für Fußgänger im Schülerverkehr verlängert worden. Bergamelli sieht darin keine hinreichende Lösung des Problems: "Wir haben in dem Schulzentrum an der Falkenberger Straße etwa 2000 Schüler. Viele Eltern sorgen sich um die Sicherheit."

Konkrete Angaben zu Unfallzahlen an der Elsässer Straße können weder der Bürgervereinsvorsitzende noch die Stadtverwaltung machen. Für Bergamelli ist aber eindeutig, dass Handlungsbedarf besteht: "In den nächsten Jahren wird der Stadtteil um 2000 Einwohner wachsen." Mehr Einwohner bedeuteten auch, dass mit mehr Autofahrern zu rechnen sei. Bergamelli betont: "Die Forderung nach einer Geschwindigkeitsbegrenzung bleibt bestehen. Die Stadt soll sich um unsere Anliegen kümmern."

Autor: Julia Dreier