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17. Januar 2012

Vom Brunnen bis zum Finanzsystem

Neujahrsempfang in Hochdorf: Rück-, Aus- und Überblick des Ortsvorstehers Christoph Lang-Jakob.

HOCHDORF. Eigentlich ist der Akkordeonclub Hochdorf bei Auftritten routiniert. Der beim Neujahrsempfang am Freitagabend im Jugendzentrum ist trotzdem ein besonderer gewesen: Zum ersten Mal spielen die 15 Musikerinnen und Musiker ohne ihren Dirigenten – er hat keine Zeit. Die Nervosität ist deshalb größer als sonst. "Aber wir schaffen das", sagt Margot Binder zuversichtlich, bevor es mit dem ersten Stück losgeht, "Yesterday" von den Beatles. Nicht aus der Ruhe bringen lässt sich einer der zwei Jüngsten, Nils Dichtel (14), für den es der erste Neujahrsempfang ist. Wäre er auch ohne Akkordeon gekommen? "Vielleicht, zum Schauen, was so los ist", sagt er – er lebt in Hochdorf und interessiert sich für die Themen hier.

Die fasst der grüne Ortsvorsteher Christoph Lang-Jakob in seinem Rück-, Aus- und Überblick bündig zusammen. Das alte Jahr hatte unter anderem den Wettbewerb für einen neuen Brunnen, den neuen Verein "Hochdorf plus" und den Start der "Nachtwanderer" gebracht, die mit feiernden – und manchmal als Problem empfundenen – Jugendlichen ins Gespräch kommen wollen. Die früher unbefriedigende Situation mit der Mooswaldhalle habe sich durch die Sanierung nun positiv gestaltet, aber die Probleme am Bauhof hinter der Halle seien nicht gelöst. Der Michael-Denzlinger-Seniorentreff wurde mit dem städtischen Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Auch im neuen Jahr bleibt der Seniorentreff Thema: Am 15. Februar wird ein Mini-Bewegungsparcours mit zwei von der Michael-Denzlinger-Stiftung finanzierten Geräten eingeweiht. Außerdem, mahnt Christoph Lang-Jakob, müsse man im Blick haben, dass im Jahr 2015 für den Treff der Nutzungsvertrag ausläuft.

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Nicht neu, aber weiter hochaktuell sind für den Ortsvorsteher einige Themen, bei denen weiterhin Dranbleiben gefragt sei: der Kampf gegen das nahe Atomkraftwerk Fessenheim und dessen "unbrauchbare Notfallpläne"; der Lärmschutz für die Bevölkerung beim Ausbau des dritten und vierten Gleises, der bei der Bahn "noch keineswegs in trockenen Tüchern" sei; und das Ringen um Erweiterungsflächen für den Sportverein. Klar sei, dass auf jeden Fall ein neuer Mitarbeiter gebraucht werde, wenn im Juni ein Gemeindemitarbeiter in den Vorruhestand gehe – mit Ehrenamtlichen allein, die sich unter anderem um die Bäume auf dem Friedhof kümmern, seien die Aufgaben nicht zu lösen: "Hochdorf ist flächen- und bevölkerungsmäßig die größte eingemeindete Gemeinde."

Vielleicht gelingt es 2012 Mitgliedern des Musikvereins, den Waldhock wieder auf ein breiteres Fundament zu stellen – in der Vergangenheit hatten sich viele Vereine zurückgezogen. Wie immer macht Christoph Lang-Jakob auch Schlenker zur Bundespolitik: "Wir begreifen nicht, was da kommt", warnt er angesichts der nach seiner Einschätzung "völlig aus dem Ruder gelaufenen Amokfahrt" des Finanzsystems.

Autor: Anja Bochtler