WM

3000 Besucher kommen zum Public Viewing in die Sick-Arena

Christian Engel

Von Christian Engel

Mo, 18. Juni 2018 um 07:35 Uhr

Freiburg

Zum Public Viewing in der Sick-Arena sind am Sonntag rund 3000 Besucher gekommen. Die Stimmung ist wie das Spiel der Deutschen: so lala. Punkten können die riesige LED-Leinwand – und die Kinderbetreuung.

So ein bisschen fühlt man sich in der Messehalle an die WM 2010 in Südafrika erinnert. Damals nervten die Vuvuzela-Tröten unsäglich – und ähnliches Tröten gibt es auch am Sonntag in der Sick-Arena zu hören. Der Organisator des Public Viewings, die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH, hat am Eingang jedem der 3000 Besucher ein Pappteil geschenkt, das sich beim Hineinblasen anhört wie ein verlassenes Entchen. Mit Spielbeginn verstummt das Gequake glücklicherweise.

Und dann könnte sich den Zuschauern ein Sehvergnügen aller erster Ordnung auftun, die technischen Voraussetzungen jedenfalls sind gegeben: eine 60-Quadratmeter-LED-Leinwand – sowas hat keiner daheim. Die fußballerischen Voraussetzungen reichen allerdings nicht so ganz für einen Augenschmaus.

Deutschland spielt – sagen wir mal – bescheiden.

Die Fangesänge bleiben aus

Dementsprechend reserviert ist die Stimmung. Niemand schwenkt Fahnen, die Fangesänge bleiben aus, kein einziges "Schlaaand" ertönt. Ein Teenie probiert es zaghaft, klatscht mit den Händen jenen Rhythmus, auf den obligatorisch ein prägnantes "Deutschland" gebrüllt wird. Seine Nebensitzerin vervollständigt das Geklatsche mit "Ich muss mal auf’s Klo", weg ist sie. Und prompt verpasst sie das Tor von Mexiko.

Public Viewing sei rückläufig, hatte vor der Partie ZDF-Moderator Oliver Welke auf der Leinwand gesagt. Mark Hinkelmann stimmt dem nicht zu. Mit zwei Kumpels ist er in die Sick-Arena gekommen. Wenn viele gemeinsam Fußball schauen, macht es mehr Spaß, findet er. Das unterschreiben auch Aline und Stefan, die ihren vollen Namen nicht in der Zeitung lesen wollen. Sie sind mit dem Zug gekommen. "In Breisach ist nichts los", sagt Aline. "Hier ist mehr Stimmung."

Das Publikum ist gemischt

Zwischendurch wird es laut: Wenn Deutschland eine Chance hat oder Manuel Neuer einen Torschuss der Mexikaner pariert – oder Mats Hummels in Großaufnahme gezeigt wird. Der Frauen-Männer-Anteil liegt ungefähr bei 50:50. Viele Teenies sind da, auch Frauen, die sich zurechtgemacht haben, als fände in der Halle ein Galadinner statt – und auch Männerrunden sind anwesend, bei denen die Bierbechertürme bald höher und höher werden.

Zur Halbzeit stapfen drei Männer wütend hinaus aus der Messehalle, als würden sie nach Moskau wollen, um Jogi Löw persönlich vom Trainerstuhl zu schubsen. Viel friedlicher geht es währenddessen in der kostenlosen Kinderbetreuung zu. Eltern konnten vor Spielbeginn ihre Sprösslinge abgeben. Nun hocken sie da, die Kleinen: spielen Karten, basteln und malen, bis der Schlusspfiff ertönt.

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