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02. April 2009
180 Micronas-Jobs gesichert
Der Stellenabbau beim Chiphersteller fällt weniger stark aus als bislang bekannt
FREIBURG. Ein Teil des angeschlagenen Schweizer Chipbauers Micronas wird verkauft und kann damit doch weiterarbeiten. Das wird laut Unternehmen weltweit 180 Stellen retten, davon 80 hierzulande und davon 30 in Freiburg. Die Jobs wären ohne den Verkauf verloren gewesen, weil sich Micronas komplett aus der betroffenen Fertigung von Heimelektronik zurückzieht.
Anfang Februar hatte Micronas-Chef Wolfgang Kalsbach nach einer Serie verlustreicher Monate durchgegriffen: Eine der beiden Unternehmenssparten, die verlustreiche Heimelektronik, wird dicht gemacht. Weltweit sollten von 1750 Stellen nur 880 übrig bleiben, 770 davon am größten Standort in Freiburg. Im Breisgau sollten 460 Vollzeitstellen verloren gehen. Kalsbach betonte damals, nach einem Käufer zu suchen, der wenigstens Teile der Heimelektronik-Sparte (Consumer-Sparte) übernimmt. Seine Suche hatte Erfolg. Micronas teilte am Mittwoch mit, einen Teil dieses bislang größten Geschäftsfeldes an den kalifornischen Wettbewerber Trident Microsystems zu veräußern. Das sichert laut Unternehmen 50 Jobs in München, 30 im Breisgau und 100 im Ausland. Dabei geht es um Elektronikchips, die Flachbildfernsehern Töne und Bilder liefern. Der Kaufvertrag sei unterschrieben worden. "Es freut uns, dass wir für Mitarbeiter in Deutschland, Holland und Übersee einen neuen Arbeitgeber gefunden haben", sagte Kalsbach. Das Geschäft soll Ende Juni vollzogen sein. Weitere Teile könnten nicht gerettet werden. "Es gibt keine weiteren Gespräche."Werbung
Hermann Spieß von der IG Metall sagte: "Wir haben einen guten Eindruck. Die Verträge sind stabil und belastbar. Wir bedauern aber, dass nicht mehr Menschen eine neue Chance bekommen."
Micronas wird mit zehn Prozent der Trident-Aktien bezahlt und würde davon profitieren, falls diese Papiere an Wert gewinnen, hofft Kalsbach. Es habe mehrere Interessenten gegeben. "Trident war der Bewerber, der auch die meisten Arbeitsplätze sichert." Die 30 geretteten Mitarbeiter in Freiburg werden wohl in einer neuen Niederlassung von Trident in Freiburg unterkommen. Dennoch werden in der Stadt viele Stellen gestrichen, etwa 430. Die Geschäftsführung verhandelt mit den Vertretern der Arbeitnehmer über einen Sozialplan. Laut Kalsbach sind beide Seiten daran interessiert, sich bis Mitte April zu einigen. "Die Menschen brauchen endlich Klarheit", sagte Spieß. Nach BZ-Informationen können sich die Mitarbeiter Hoffnungen auf vergleichsweise hohe Abfindungen machen. Spieß äußerte sich nicht zu Details der Verhandlungen, sagte aber: "Wir wollen die Entlassungen so teuer wie möglich machen."
Auf die schleppende Nachfrage für die zweite Firmensparte, die Chips für die Autoindustrie, reagiert Micronas in Freiburg mit Kurzarbeit. Für 750 Mitarbeiter, nahezu die gesamte Belegschaft, wird in den kommenden zwei Wochen die Kurzarbeit beginnen, sagte Kalsbach. "Wir können im Moment nicht absehen, wann wir die Kurzarbeit wieder beenden können."
Autor: Ronny Gert Bürckholdt
