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06. Februar 2009 11:53 Uhr
Gebührenboykott gescheitert
250 PH-Studenten besetzen Rektorat
Sie blockieren komplett den Zugang zum Rektorat: Rund 250 Studenten haben einen Teil der Pädagogischen Hochschule Freiburg besetzt und einen Katalog mit Forderungen übergeben. Der Rektor schließt eine Räumung durch die Polizei nicht aus.
Seit rund 24 Stunden sitzen und liegen gut 250 Studierende der Pädagogischen Hochschule (PH) nun schon im ersten Stock des Kollegien Gebäudes 2. Die Glastür zu dem Flur, auf dem das Büro des Rektors, Ulrich Druwe, und weitere Verwaltungseinrichtungen liegen, ist mit Schränken versperrt. "35 Mitarbeiter konnten wegen der Blockade nicht zur Arbeit gehen", ärgert sich Druwe. Er hat wenig Verständnis für den Aufstand der Studenten. "Wir haben unseren Teil der Abmachung eingehalten und die Forderungen geprüft. Wir haben die Möglichkeit zur Verhandlung geschaffen, im Gegenzug sollten die Studenten die Büros wieder zugänglich machen." Anders sieht das Tom Peters vom unabhängigen Studentenausschuss (USTA): "Wir fühlen uns sehr wenig ernst genommen. Es gibt ein ernsthaftes Kommunikationsproblem zwischen uns und Herrn Druwe."
Zu der Protestaktion war es gekommen, nachdem der Boykott der Zahlung der Studiengebühren an der PH am Donnerstag knapp gescheitert war – auch wegen der neuen Befreiungsregelung für Studierende mit Geschwistern. Nur 850 Studierende überwiesen die Studiengebühr auf das Treuhandkonto – das sind 50 weniger als laut Vollversammlungsbeschluss nötig gewesen wären.
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Peters war bereits am Montag bei der Besetzung des Rektorats der Katholischen Fachhochschule dabei. Außer ihm sind noch andere bekannte Gesichter in der PH, die sich bereits an verschiedenen solidarischen Protesten gegen die Studiengebühren beteiligt haben. Mit der Aktion "Gebührenfrei" bilden die vier Freiburger Hochschulen zum ersten mal eine Protest-Allianz.
Ulrich Blaschka, Student an der PH, hat zusammen mit knapp 100 anderen Protestanten die Nacht im Rektoratsgebäude verbracht. Von Schlafen konnte aber keine Rede sein: "Wir haben die ganze Zeit diskutiert und unsere Forderungen ausgearbeitet. Wir dürfen keine Zeit verlieren", erzählt er müde, aber ungebremst motiviert.
Diese Forderungen beinhalten unter anderem diejenige nach Rückmeldung aller Studenten, auch wenn diese die 500 Euro Studiengebühren nicht bezahlt haben. Für sie solle zudem die Härtefallregelung gelten. Beides lehnt der Rektor jedoch entschieden ab. Eine weitere Forderung besteht darin, dass für BA-Studenten im Praxissemester die Studiengebühr komplett wegfallen soll. Außerdem soll der Haushaltsausschuss künftig paritätisch besetzt sein.
Autor: Frank Zimmermann/ Dana Hoffmann
