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22. November 2008 15:48 Uhr
Kundgebung für Integration in Freiburg
300 Menschen fordern Schule für alle
"Wir gehören dazu", so das Motto einer Kundgebung am Samstag auf dem Freiburger Augustinerplatz. Rund 300 Menschen demonstrierten dort für eine Schule, die Kinder mit Behinderung integriert.
Rund 300 Menschen haben am Samstagnachmittag auf dem Freiburger Augustinerplatz für die Integration von Kindern mit Behinderung demonstriert. Anlass war das Ende des Modellversuchs der Integrativen Waldorfschule Emmendingen. Zum neuen Schuljahr durfte diese auf Anweisung des Stuttgarter Kultusministeriums keine Kinder mit Behinderung mehr aufnehmen. Bei der Kundgebung auf dem Augustinerplatz, zu der die Initiative "Bildung neu denken" eingeladen hatte, sprachen sich alle Redner für eine Schule für alle bis zum Ende des zehnten Schuljahres aus. Dort würden die Kinder voneinander lernen, hieß es. Kritisiert wurde das Schulsystem in Baden-Württemberg, das Kinder mit Behinderung ausgrenze, indem es sie auf die Sonder- oder Förderschule schicke. Zum Abschluss der Kundgebung sprach der Reformpädagoge Otto Herz.
"Wir sind in 20 Jahren keinen Schritt weiter gekommen", sagte Sissi Fischer, Mutter eines von vier Kindern, denen der Zugang zur Integrativen Waldorfschule in Emmendingen von der Landesregierung verwehrt wurde. Das Selbstbewusstsein der Eltern hätte sich in dieser Zeit aber sehr wohl verändert: Sie forderten für ihre Kinder einen Platz in der Gesellschaft. Die SPD-Landtagsabgeordnete und Freiburger Stadträtin Margot Queitsch, die Freiburger Grünen-Stadträtin Birgit Wölki und der Gundelfinger FDP-Gemeinderat Werner Haertle sicherten den Demonstranten ihre Unterstützung zu. "Im Mittelpunkt der Mensch" oder "Es ist normal, verschieden zu sein", skandierten Eltern und Kinder auf Plakaten. In diesem Sinn schickten sie 300 Luftballons in den schneienden Himmel. Und gegen kalte Füße sang die Freiburger Band "The Brothers" an.
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Autor: Heike Spannagel
