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27. Oktober 2010 15:01 Uhr

Freiburg/Heidelberg/Tübingen/Ulm

400 Operationen wegen Warnstreiks ausgefallen

In Baden-Württemberg haben Beschäftigte der vier Universitätskliniken mit Warnstreiks für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Gehalt demonstriert. Knapp 2000 Mitarbeiter – darunter OP-Personal und Pflegekräfte – der Unikliniken in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm haben nach Gewerkschaftsangaben am Mittwoch zeitweise die Arbeit niedergelegt.

  1. Angestellte der Freiburger Uniklinik beteiligten sich an dem Warnstreik Foto: Thomas Kunz

"Es sind rund 400 Operationen ausgefallen", sagte Günter Busch von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi vor den nächsten Tarifgesprächen in Stuttgart am Donnerstag. Notfälle seien in den vier Kliniken aber weiter behandelt worden.

In den Tarifverhandlungen für die 24.000 Beschäftigten erwarten die Arbeitnehmer "ein deutlich verbessertes Angebot, um überhaupt verhandeln zu können", sagte Busch. Die Arbeitgeber haben nach Verdi- Angaben eine Einmalzahlung von 200 Euro und eine lineare Entgelt- Erhöhung von 1,2 Prozent angeboten. Dies entspreche 0,5 Prozent pro Jahr. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten eine Gehaltssteigerung von 190 Euro pro Monat, was einem Volumen von etwa 6 Prozent entspricht.

Verdi lehnt Paket komplett ab

Die Verhandlungsführung auf Arbeitgeberseite hat die Uniklinik Heidelberg. Nach deren Angaben sah das letzte Angebot ein Paket mit einer Lohnerhöhung von 2 Prozent ab dem 1. April 2011 mit einer Laufzeit von einem Jahr und unter anderem Einmalzahlungen im Januar von 400 Euro für Mitarbeiter sowie 140 Euro für Azubis vor. Dieses sei jedoch nicht mehr Grundlage der Verhandlungen am Donnerstag, da es von Verdi komplett abgelehnt worden sei.

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In Freiburg traten Angaben eines Gewerkschaftssprechers rund 400 Beschäftigte in den befristeten Ausstand. "Auch viele Nicht- Gewerkschafter haben sich klar gegen das Arbeitgeberangebot ausgesprochen", sagte ein Sprecher. Der Warnstreik sei spontan um drei Stunden bis 16 Uhr verlängert worden. 40 Operationen fielen aus. Ein Sprecher der Klinik sagte, es seien rund 25 bis 30 Operationen ausgefallen – die Streikenden schätzte er auf rund 200.

In Heidelberg machte die Klinik keine genauen Angaben zu den Auswirkungen des Warnstreiks. "Die meisten geplanten Operationen mussten aber verschoben werden", sagte eine Sprecherin. Laut Verdi waren rund 650 Mitarbeiter beteiligt. "Das war ein Riesenerfolg", sagte eine Sprecherin.

In Tübingen waren laut Verdi knapp 700 Beschäftigte an dem Warnstreik beteiligt. Im Zentral-OP seien nur drei von 19 Operationssälen in Betrieb gewesen, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Alle Notfall-Patienten würden aber versorgt. Von den kleineren Operationssälen sei etwa die Hälfte nicht in Betrieb. Die Uniklinik selbst konnte am Mittwochmittag noch keine Angaben zu den Auswirkungen des Warnstreiks machen.

An der Ulmer Uniklinik arbeiteten bis zum Nachmittag rund 150 Beschäftigte nicht, wie Verdi und Klinik übereinstimmend berichteten. "Es war keine Aktion zulasten der Patienten", betonte ein Verdi- Sprecher – der Notdienst sei nie in Gefahr gewesen. Nach Angaben der Klinik entfielen rund 20 Operationen.

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Autor: dpa