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05. Juli 2012 16:59 Uhr

Interview mit Vorstand des aka-Filmclubs

aka-Filmclub zeigt Filme aus seiner 55-jährigen Geschichte

Der aka-Filmclub zeigt nicht nur jedes Semester regelmäßig Filme, sondern produziert auch eigene Streifen. Eine Auswahl aus den vergangenen 55 Jahren – der studentische Filmclub wurde im November 1957 gegründet – ist morgen Abend ab 22.30 Uhr open air im Mensagarten an der Rempartstraße zu sehen.

  1. Damiel Wurzer Foto: Ingo Schneider

  2. Natalie Kurz Foto: Ingo Schneider

Mit den beiden neuen aka-Filmclub-Vorsitzenden Daniel Wurzer und Natalie Kurz sprach Frank Zimmermann.

BZ: Der aka-Filmclub zeigt morgen Filme aus den letzten 55 Jahren. Was haben Sie denn in Ihrem Archiv gefunden?
Daniel Wurzer: Wir machen immer mal wieder Eigenproduktionen, wenn sich Zeit und Personen finden, die Lust haben, etwas zu drehen – sei es von einer Reise, sei es eine größere Produktion mit richtigem Drehbuch. Wir haben digitales Equipment, aber auch noch alte Super-8-Kameras. Über die Jahre sind rund 35 Eigenproduktionen, kurze und lange, entstanden. Die letzte größere Produktion stammt von 2008.
BZ: Sind Ihre Filmemacher alles Hobbyregisseure?
Natalie Kurz: Die meisten. Einer, Philipp Döring, hat 2004 den 20-minütigen Film "Torero" gedreht, er ist Filmemacher geworden.
BZ: Was sind für die aka-Filmleute denn Themen für einen Film?
Wurzer: Wer eine Idee hat, kann sich die Leute zusammensuchen und sie umsetzen. Da gibt es keine festen Regeln. Unser Hauptgeschäft ist aber das Filmezeigen, das Filmemachen ist ein nettes Beiwerk für die Mitglieder. Wir haben auch immer mal wieder ein Super-8-Filmfestival – dafür produzieren unsere Mitglieder mit Zuschauern kleine Super-8-Kurzfilme, die neuesten führen wir am kommenden Montag auf.

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BZ: Gibt es ein herausragendes Werk in Ihrem Archiv?
Wurzer: Bei "Torero" von Philipp Döring merkt man schon das Talent des Regisseurs, das war sein Sprungbett, um auf die Filmakademie Baden-Württemberg zu kommen. Am Samstag im Mensagarten zeigen wir auch "Eingesperrt – ausgesperrt", einen 75-minütigen Film aus den frühen 1970er Jahren, der sich mit der Resozialisierung von Gefängnisinsassen befasst.
Kurz: Der Film im dokumentarischen Stil begleitet einen Mann, der aus dem Gefängnis kommt und versucht, in sein altes Leben zurückzufinden und große Schwierigkeiten hat, wieder Normalität in seinem Leben herzustellen. Gedreht wurde in Schwarz-Weiß, zum Teil mit Schauspielern des Stadttheaters und zum Teil mit echten Insassen und Justizvollzugsbeamten in der Freiburger JVA. Übrigens sind alle Filme, die wir am Samstag zeigen, in Freiburg entstanden.
BZ: Gibt es eine weitere Filmperle, die man am Samstag sehen kann?
Wurzer: "Zu viel ist zu viel" finde ich ganz toll, das ist ein 13-minütiger Film, der Mitte der 1980er Jahre in der alten Unibibliothek gedreht wurde. Ein Student schläft über seiner Arbeit ein und wacht in einer Traumsequenz wieder auf. Da gibt es eine super Kamerafahrt über die Buchtransportschienen, die quer durch die alte UB führten.
Kurz: Wir haben insgesamt sechs Filme ausgewählt – aus fast jedem Jahrzehnt der letzten 55 Jahre einen. Der jüngste ist "Die Klausur", darin geht es um einen Studenten auf dem Weg zur Klausur, er wohnt in der Stusie, muss ins Institutsviertel, kommt da aber nicht so schnell hin, wie er möchte. Aus den 80ern zeigen wir "Zu viel ist zu viel", und "Die Wahrheit wird euch frei machen", die Geschichte eines Erstsemesters, der neu in der Stadt ist. Dann aus den 1970ern den Gefängnisfilm und von 1968 einen Film über die Demonstration gegen die Fahrpreiserhöhungen der Straßenbahn, das ist der einzige echte Dokumentarfilm, der mitten in einem realen Ereignis aufgenommen wurde. Und von 1958 "Kriminal Tango", ein Musikvideo zu dem gleichnamigen Schlager.
Wurzer: Er wurde vermutlich im alten Unikeller gedreht, ein Mörder taucht auf einem Ball auf und versteckt sich dort.

BZ: Der Filmabend ist Teil des diesjährigen Alumni-Meetings der Universität.
Wurzer: Wir hoffen, dass der eine oder andere Alumni vielleicht Freiburg aus der Zeit wiedererkennt oder in einem Film mitgewirkt hat oder jemanden kennt, der mitgewirkt hat.

Daniel Wurzer ist 27 Jahre alt, studiert Soziale Arbeit an der Katholischen Hochschule und bildet zusammen mit seiner Stellvertreterin, der 25-jährigen Archäologie-, Anglistik- und Geologiestudentin Natalie Kurz den neuen Vorstand des Aka-Filmclubs, dem außerdem David Kellermann und Antje Lossin angehören.

Veranstaltungshinweis: "Filmperlen aus 55 Jahren aka-Filmclub",
Samstag, 7. Juli, 22.30 Uhr, Eintritt frei (bei schlechtem Wetter im Hörsaal 2006, Kollegiengebäude II der Universität). Super-8-Filmfestival: Montag, 9. Juli, ab 20 Uhr im Hörsaal 2006; Eintritt 1,50 Euro (ein Mitgliedsausweis für 2,50 Euro ist Pflicht)
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Autor: Frank Zimmermann