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13. April 2011 16:47 Uhr
Freiburg
Alkoholfahrt: Dompfarrer Stoffel tritt zurück
Nach einer Alkoholfahrt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Freiburger Dompfarrer Claudius Stoffel. Der zieht jetzt seine Konsequenzen und tritt von seinem Amt zurück.
Stoffel hatte den Verzicht auf sein Amt, das er vor vier Jahren angetreten hatte, am Mittwoch angeboten. In der vergangenen Woche hatte er einen Verkehrsunfall gehabt; ein Alkoholtest hatte 1,4 Promille ergeben hatte. Die Freiburger Staatsanwaltschaft stellte inzwischen einen Antrag auf Führerscheinentzug. Zugleich teilte die Behörde auf Anfrage mit, dass Stoffel bereits 2009 in Basel mit Alkohol am Steuer registriert worden sei und sich im Jahr 2007, nachdem er mit seinem Auto drei parkende Fahrzeuge beschädigt hatte, unerlaubt vom Unfallort entfernt habe.
In der Mitteilung des Erzbischöflichen Ordinariats heißt es, in der Zeit nach Ostern würden die Verantwortlichen der Erzdiözese mit Claudius Stoffel Gespräche über dessen künftigen Einsatz in der Seelsorge führen. Der Dekan der evangelischen Kirche in Freiburg, Markus Engelhardt, bedauerte den Amtsverzicht Stoffels am Mittwoch: "Ich habe ihn als einen großartigen Prediger und spirituell sensiblen und klugen Liturgen erlebt. Dass in einer kühl gewordenen ökumenischen Großwetterlage die Ökumene in Freiburg gedeihen und erlebt werden kann, ist nicht zuletzt ein persönliches Verdienst von Claudius Stoffel."
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Stoffel muss zudem mit juristischen Konsequenzen rechnen. Gegen den 55-jährigen katholischen Dekan läuft wegen seiner Alkoholfahrt bei Bötzingen ein Ermittlungsverfahren. Das sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Freiburg.
Im vergangenen Jahr war die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, mit 1,54 Promille Alkohol im Blut in ihrem Dienstwagen von der Polizei gestoppt worden. Als Konsequenz aus der Alkoholfahrt hatte die hannoversche Bischöfin drei Tage nach ihrer Trunkenheitsfahrt ihre Ämter niedergelegt.
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Autor: Simone Lutz/KNA
