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07. Februar 2016 16:14 Uhr

Stadtverwaltung

Altkleidercontainer: Immer weniger dubiose Anbieter

In Freiburg gibt es kaum noch illegal aufgestellte Altkleidercontainer – vor allem, seitdem es die einheitlichen tannengrünen Container gibt. Auch spiele der sinkende Preis für Altkleider eine Rolle.

  1. Die Wertstoff-Insel in der Willy-Brandt-Allee im Stadtteil Rieselfeld. Foto: Thomas Kunz

  2. Foto: Ingo Schneider

Illegal aufgestellte Altkleidercontainer waren in den vergangenen Jahren immer wieder ein Problem in Freiburg. Seitdem es die einheitlichen tannengrünen Container gibt, sind laut Stadtverwaltung kaum noch dubiose Anbieter zu finden. Das liegt wohl nicht nur an der Umstrukturierung, sondern auch an den sinkenden Preisen für Altkleider.

Vier Altkleidercontainer, die illegal in der Stadt aufgestellt wurden, hat das Garten- und Tiefbauamt im vergangenen Jahr gezählt, wie Abteilungsleiterin der Verwaltung, Christine Anna, sagt. Drei von ihnen seien bereits von den Eigentümern abgeholt worden. Auf einem befinde sich keine Aufschrift, weshalb es schwierig sei, einen Eigentümer zu ermitteln. "Wir klären das gerade rechtlich ab", sagt Anna.

Seit 2014 sehen die 200 Container gleich aus

Der namenlose Container steht auf dem Betriebshof des Amtes. Andere illegal aufgestellte Container wie jene der Babynotfallhilfe, die 2012 an vielen Ecken in Freiburg zu finden waren, seien nicht bekannt. Dass es kaum noch unseriöse Anbieter gebe, führt die Stadtverwaltung auch auf das "konsequente Vorgehen gegen illegale Container" sowie der Kooperation zwischen karitativen Organisationen und der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF) zurück.

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Seit 2014 sehen die knapp 200 Altkleidercontainer der Stadt gleich aus. Geleert werden sie von der ASF, der Inhalt gehört verschiedenen Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz, Johannitern und Maltesern. "Wir kooperieren generell nicht mit gewerblichen Sammlern", sagt Geschäftsführer Michael Broglin. Zwar habe es auch Gespräche mit der Ulmer Firma Glaeser gegeben, doch eine Kooperation schließe die ASF aus.

Der Preis für Altkleider sinkt

20 Container des Unternehmens mit der Aufschrift "faircollect" stehen momentan in Freiburg, unter anderem an der Merzhauser Straße. Ein Teil ist von der Stadt genehmigt, einige stehen auf privaten Flächen, Glaeser zahlt in beiden Fällen Miete. Das Garten- und Tiefbauamt prüft laut Anna nicht, was genau mit den Altkleidern passiert. Es gehe vor allem darum, dass die Container den Verkehr nicht beeinträchtigen. Neben der ASF gebe es acht weitere Betreiber.

"Wir sind in erster Linie ein gewerblicher Sammler", sagt Martin Steck, Glaeser-Mitarbeiter der Abteilung Geschäftsentwicklung. Im Vordergrund stünden Gewinnerzielung und Sicherung der rund 100 Arbeitsplätze des Textilunternehmens. Ein Teil der Erlöse fließe an Hilfsprojekte. Den karitativen Organisationen kaufe Glaeser auch Altkleider ab. Das Unternehmen selbst sammelt nach eigenen Angaben in Freiburg 50 Tonnen pro Jahr.

Für illegale Anbieter lohnt sich Geschäft nicht mehr

Dafür bekommt es nicht mehr so viel wie noch vor ein paar Jahren. Glaeser wie auch ASF haben einen sinkenden Preis für Altkleider festgestellt. "Der überhitzte Markt hat sich beruhigt", sagt Broglin. Derzeit liege der stark schwankende Preis zwischen 300 und 330 Euro pro Tonne. "Es gab auch schon mal Zeiten, da war er bei über 500 Euro", so Broglin. Für illegale Anbieter lohne sich das Geschäft immer weniger. Die ASF sammelte 1000 Tonnen im vergangenen Jahr.

Wer sich nicht sicher ist, ob ein Container dort stehen darf, wo er steht, kann sich laut Christine Anna an das Garten- und Tiefbauamt wenden. Und wer sichergehen will, dass seine Kleidung einer karitativen Organisation zugutekommt, sei bei den tannengrünen Containern auf der sicheren Seite.

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Autor: sge