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12. Oktober 2017 11:57 Uhr

Spätfolgen des Unwetters

Am Freiburger Rotteckring wird eine alte Kastanie gefällt

Scheibchenweise fällen Männer am Rotteckring eine 100 Jahre alte Kastanie. Ein Nachbarbaum soll aus Sicherheitsgründen auch schnell weg. Aber das wird wegen der Trambaustelle knifflig.

  1. Wo gefällt wird, fallen Späne: Die Baumpfleger sägen die alte Kastanie Stück für Stück ab. Foto: Ingo Schneider

  2. Die Holzfäller arbeiten am Schwarzen Kloster – mit Blick auf den Münsterturm. Foto: Ingo Schneider

  3. Am Nachmittag Foto: Ingo Schneider

Rudi Zumkeller und sein Team sägen am Donnerstag eine rund 100 Jahre alte Kastanie klein: Mit dem Hubsteiger sind sie ganz nach oben gefahren und arbeiten sich mit der Motorsäge Stück für Stück nach unten.

Die Kastanie war von einem Pilz und einem starken Unwetter im August geschädigt. Zwei Nachbarkastanien hatte der Gewittersturm umgerissen. Eine Untersuchung hatte dem Garten- und Tiefbauamt zufolge ergeben, dass sicherheitshalber zwei weitere Kastanien vor dem Schwarzen Kloster weg müssen – und zwar so schnell wie möglich.

VHS macht aus Holz Hocker für Kinder

Am Donnerstag ist der erste Baum dran, der direkt am früheren Kloster, in dem die Volkshochschule sitzt. Der Hausmeister kommt raus und fragt Zumkeller spontan, ob die VHS vier Stücke vom Stamm haben könnte. Als Andenken? "Als Sitzgelegenheit für Kinder." Kein Problem.

Ein Problem wird es, den zweiten Baum zu fällen: Diese Kastanie steht direkt an der Fahrbahn. Sie ist schon länger krank, erklärt Freiburgs Chef-Baumpfleger Rudolf Hug vom städtischen Garten- und Tiefbauamt. Die Krone war auf der Straßenseite fast abgestorben. "Wir haben versucht, ihn zu halten." Die Krone bekam einen kräftigen Rückschnitt, hat ausgetrieben, starb dann aber im Sommer wieder ab. Nun ist sie vorne tot und hat hinten Schäden, weil die vom Sturm entwurzelten Kastanien in sie hineinkrachten. Würden alle Äste entfernt, die entfernt werden müssten, "wäre es kein Baum mehr, sondern nur noch ein Stumpf", sagt Hug.

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Holz machen in Baustelle und Verkehr

Um diese Kastanie zu fällen, muss der Verkehr umgeleitet werden, aber das wird nicht einfach: In der Mitte des Rotteckrings werden gerade die Schienen für Freiburgs neue Straßenbahnlinie gelegt. Links und rechts gibt es nur schmale Notfahrbahnen. Die Spur am Baum kann für die Fällarbeiten nicht gesperrt werden, erklärt Hug: "Wegen der Polizei." Das benachbarte Revier Nord muss ausrücken können.

"Wir kriegen es hin", sagt der Mitarbeiter des Garten- und Tiefbauamts. Wahrscheinlich wird der Verkehr zwischen dem zu fällenden Baum und der einzigen alten Kastanie, die vor der VHS stehen bleibt, durchgeführt – über das gepflasterte Schachfeld. Wann es mit der zweiten Fällaktion losgehen kann, ist noch nicht klar. Aber vorher müssen auf jeden Fall noch die Kabel für die provisorische Ampelanlage im Rotteckring verlegt werden. Die halten nämlich ihre Äste.

Das Gartenamt will wieder neue, große Kastanien als Ersatz pflanzen.

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Autor: sh