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19. Mai 2016

Baggersee

Am Opfinger See entsteht ein Holzhaus für Kiosk, Toiletten und DLRG

Ein wenig futuristisch mutet das neue Gebäude am Westufer des Opfinger Sees an, an dem seit März gearbeitet wird – dabei soll es sich, einmal fertiggestellt, harmonisch in die Umgebung und die Natur einfügen. Im Sommer soll der Mehrzweckbau, in dem ein Kiosk, Toilettenräume und eine Wachstation der DLRG untergebracht werden, fertig sein und in Betrieb genommen werden. Den August nennt Bauleiter Dieter Thoma als „realistischen Termin“.

  1. Richtfest am See: Der Rohbau steht. Foto: Thomas Kunz

  2. Holzkonstruktion mit schattenspendendem Vordach Foto: Thomas Kunz

Gebaut wird nach dem Entwurf von Benedikt Terhorst: Als Schüler der Friedrich-Weinbrenner-Gewerbeschule hatte er bereits im Sommer 2014 einen entsprechenden Wettbewerb gewonnen. Seine Ideen überzeugten auch das Forstamt. Nun ist Terhorst als Projektleiter am Bau beteiligt. Nicole Schmalfuß, stellvertretende Leiterin des Forstamts, beschreibt einen wichtigen Aspekt, der für die gesamte Gestaltung des Seeareals gelte: "Wir wollen das Gelände, das zur Erholung genutzt wird, aufwerten – durch eine zurückhaltende, aber sinnvolle Infrastruktur." Sinn macht die Dreiteilung des neuen Baus allemal. Und für die Anpassung an das natürliche Umfeld wird unter anderem die Begrünung des Daches sorgen.

Insgesamt werde das Mehrzweckgebäude zwischen 250 000 und 270 000 Euro kosten, so Schmalfuß. Auf der rund 80 Quadratmeter großen Fläche sollten die Bedürfnisse aller Nutzer optimal erfüllt werden. So hat der Kiosk eine breite offene Front mit Exklusivblick auf den See.

Bei den Toiletten wurde darauf geachtet, dass es auch ein eigenes Behinderten-WC gibt. Und die DLRG bekommt nicht nur einen Aufenthaltsraum, sondern auch einen Ausguck, der als Balkon auf Höhe des ersten Obergeschosses angefügt ist – natürlich ebenfalls mit bester Sicht auf das Geschehen im und am Wasser. Neben den Haupt- sind auch Nebenräume entstanden, die von Kiosk und DLRG als Lager genutzt werden können. Die Retter bekommen dadurch außerdem weitere Behandlungsmöglichkeiten: "Es ist gut, wenn man die Leute in Ruhe verarzten kann. Oder wir können jemanden, der einen Sonnenstich hat, ins Kühle legen", meint Thomas Hotz, Vorsitzender der DLRG Freiburg. Im vergangenen Jahr habe man am Opfinger See mehr als 100 Mal erste Hilfe geleistet.

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Ein Fest

zur Eröffnung
Benedikt Terhorst, der die Schule inzwischen beendet hat und jetzt als technischer Sachbearbeiter im Braurechtsamt tätig ist, hat sich bei seinem Entwurf von der Form einer Welle inspirieren lassen. Dass das Gebäude mit Holz gebaut werden sollte, sei ihm von Anfang an klar gewesen: "Ein gemauerter Bau in einem Forst, das wäre auch merkwürdig gewesen." Auch die Ausrichtung zum See hin habe er als wichtig betrachtet. Die definitive Planung des Mehrzweckgebäudes hat Benedikt Terhorst auch als Technikerarbeit an der Gewerbeschule eingereicht.

Seit der Rohbau steht, hätten sie schon einige Besucher des Sees danach gefragt, wann das Gebäude denn fertig sei, berichtet Nicole Schmalfuß. Schon jetzt zieht die Gestaltung die Blicke auf sich – wegen des leicht asymmetrischen Zuschnitts und auch dank des Daches, das von der Rückseite zur Gebäudefront hin ansteigt und damit eine Höhe zwischen drei und vier Metern hat. Weil der DLRG-Ausguck erhöht ist, macht das Dach an dieser Seite einen leichten Knick nach oben.

Elektro und Sanitär, Innenausbau und Außenverkleidung, Türen und Fenster: Wenn all das fertiggestellt ist, kann der Mehrzweckbau in Betrieb genommen werden. Zur offiziellen Eröffnung soll es auch ein Fest geben, kündigt Nicole Schmalfuß an. Wer dann im Kiosk verkaufe, stehe noch nicht fest. In jedem Fall werde das neue Angebot jedoch den bisherigen mobilen Verpflegungswagen ersetzen.

Am neuen Ort und im neuen Ambiente werden es die Besucher auf jeden Fall um einiges komfortabler haben, denn die Fläche vor dem Kiosk ist überdacht und bietet damit ebenso Schatten wie Schutz vor einem Regenguss.

Autor: Bettina Gröber