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12. April 2011

Analyst der Alltagssprache

Hugo Steger mit 81 gestorben.

Hugo Steger, von 1968 bis 1997 Ordinarius für deutsche Sprachwissenschaft an der Freiburger Universität, ist am 4. April im Alter von 81 Jahren gestorben. 1929 in Stein bei Nürnberg geboren, studierte er in Erlangen, Würzburg und Bamberg Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte, Volkswirtschaft und Geographie. 1964 ging er nach Münster und folgte im gleichen Jahr einem Ruf nach Kiel.

Hugo Steger stammte noch aus einer Zeit, in der das Fach breit angelegt war und auch die Literatur des Mittelalters umfasste. Er forschte auf den Gebieten der historischen Musikwissenschaft, der Dialektologie, der Namenkunde und der Begriffsgeschichte. Im engeren Gebiet der deutschen Sprachwissenschaft nahm er neue Methoden auf und regte auch neue Untersuchungsgegenstände an: die mündliche Alltagssprache, die Soziolinguistik und die linguistische Gesprächsanalyse – Gebiete, die in Freiburg Schwerpunkte der Forschung geblieben sind.

Den Begriff "Textsorte", der heute in aller Munde ist, hat Hugo Steger in die akademische Welt eingeführt. Er hat das große Projekt "Südwestdeutscher Sprachatlas" geleitet, von dem zehn Bände vorliegen. Er war lange Jahre im Verwaltungsrat der Universität und er setzte sich für das Fach Deutsch als Fremdsprache ein, auch für die Sommerkurse des Goethe-Instituts. Hugo Steger leitete die Freiburger Forschungsstelle des Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim und bekam 1982 den Duden-Preis der Stadt Mannheim.

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Steger hat Generationen von Studierenden der Germanistik an der Freiburger Universität geprägt, zudem zog er viele Studierende aus dem Ausland an. Er liebte die Diskussion abends nach dem Seminar im "Erzherzog Albrecht" und am Wochenende auf dem Fachschaftshaus. Steger verstarb am 4. April. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

Autor: bz