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03. November 2015

Tüftler

Anders-Laufrad-Werkstatt bedient als Teilzeitunternehmer Rennradfahrer

Der Schwede Anders Skantz arbeitet nebenberuflich als Laufradbauer. Sein Ein-Mann-Unternehmen hat seinen Sitz in Gundelfingen - und ist besonders für Hobbyrennfahrer interessant.

  1. Anders Skantz Foto: Bamberger

Das ist keine typische Radwerkstatt – dies zeigt schon der erste Blick. Es stehen keine ganzen Fahrräder rum, dafür hängen viele einzelne Räder an der Wand. In der Fachsprache sind das die Laufräder oder Wheels, die ans Fahrrad montiert werden. "Bei Systemfahrrädern im üblichen Fahrradgeschäft werden meist keine Komponenten getauscht. Dazu fehlt die Zeit und oft auch das Know-how", sagt Anders Skantz. Anders bei ihm – er fabriziert Hochleistungslaufräder.

Der 45-Jährige ist der Chef seines eigenen Ein-Mann-Unternehmens Anders-Laufrad-Werkstatt mit Sitz in Gundelfingen. "Meine Kunden wünschen sich von Hand aufgebaute Laufräder, die zu ihrem Gewicht und ihrer Fahrweise passen", sagt er. Besonders für Hobbyrennfahrer sei das interessant. Die müssen so kein unnötiges Felgengewicht bewegen und wissen, dass es Ersatzteile gibt, wenn etwas kaputt geht. "Wer seinen Jahresurlaub nimmt, um ein Bergrennen zu fahren, möchte nicht wegen einer kaputten Speiche ausscheiden", so der Laufradbauer, der jahrelang das Bianchi-Nordic-Team als Mechaniker begleitet hat.

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Skantz arbeitet mit genormten Felgen, Speichen und Naben, mehr benötigt er nicht. Ein fertiger Satz Laufräder – also zwei Stück – kostet zwischen 700 und 1500 Euro. Dabei kommt es auf die individuelle Zusammenstellung an und besonders auf den gekonnten Aufbau.

Den hat Skantz in einem Radgeschäft in der schwedischen Stadt Lund gelernt. Nach der Schule arbeitete er sieben Jahre lang dort als Mechaniker und baute zusammen, was er als Rennfahrer aus der Praxis kannte. Denn mit zehn Jahren fuhr er bereits erste offizielle Rennen, zwölfjährig wurde er bei den schwedischen Meisterschaften Fünfter.

Mit dem Rad war Skantz auch sonst viel unterwegs – etwa in Australien und Tasmanien, als er in Sydney Hotel- und Tourismusmanagement studierte. 2001 entdeckte er dann den Schwarzwald, verliebte sich in Freiburg und heiratete. "Laufräder bauen, ist das letzte Handwerk der Fahrradindustrie. Man muss es können und mit Liebe dran gehen", sagt der Kleinunternehmer. Er lebt aber nicht allein davon. Zudem steht er bei einem Hotel an der Rezeption und ist als Tagesvater im Einsatz – vor vier Jahren kam Tochter Ella-Rosa zur Welt. In der aktuellen Ausgabe des Radmagazins Trekkingbike wird Anders-Laufrad deutschlandweit als einer von acht Laufradbauern genannt.

Kontakt und weitere Infos unter http://www.anders-laufrad.de

Autor: Ursula Thomas-Stein