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23. April 2012

"Arbeitskreis Behinderte" soll bleiben dürfen

Die Zukunft des Gemeindehauses an der Christuskirche war Thema bei der Sitzung des evangelischen Kirchenparlamentes.

Der "Arbeitskreis Behinderte an der Christuskirche" (ABC) soll dauerhaft im Gemeindehaus bei der Christuskirche im Stadtteil Wiehre bleiben dürfen. Darauf hätten sich die Akteure bei einem "Runden Tisch" zum Thema verständigt, wurde am Samstag bei der Sitzung der evangelischen Stadtsynode (Kirchenparlament) mitgeteilt. Die Alternative – ein Umzug in Räume bei der Petruskirche an der Lorettostraße – scheint damit vom Tisch. Der evangelische Stadtkirchenbezirk, so beschloss die Synode mit großer Mehrheit, wird prüfen, ob sich der Verkauf eines Teils des denkmalgeschützten Gebäudes nicht doch vermeiden lässt und die Varianten "Eigenfinanzierung" und "Teilveräußerung" erneut gegenüberstellen, damit in der Herbstsynode ein Grundsatzbeschluss gefasst werden kann.

Mit dieser Entscheidung bestätigte die Synode einen Antrag des Stadtkirchenrats, wobei vier Mitglieder der Pfarrgemeinde Ost aus dem Predigtbezirk der Christuskirche ein solches Vorgehen schon am 13. April beantragt hatten. Über letzteren, unter anderem vom Synoden-Mitglied Knuth Stemmer mitverfassten Vorstoß wurde zwar nicht abgestimmt, jedoch diskutierte die Synode lebhaft über Vorschläge Stemmers, den Antrag des Stadtkirchenrats zu erweitern, um so dem Ziel des neu gegründeten Vereins "Freunde der Marienstraße 2" mehr Gewicht zu verleihen, den Verkauf des Obergeschosses des Gemeindehauses zu verhindern. Der Verein verweist auf die Bedeutung des 1896 errichteten denkmalgeschützten Gebäudes als erstes evangelisches Gemeindehaus in Freiburg und darauf, dass es in der Nazi-Zeit Akteuren der Bekennenden Kirche Heimat bot und seit vier Jahrzehnten Sitz des ABC ist. Seit gut einem Jahr wird über den Verkauf diskutiert, weil eine Sanierung ansteht und deren Kosten von rund 2 Millionen Euro nach bisheriger Einschätzung des Stadtkirchenrats nicht finanzierbar seien.

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Die Aussprache kreiste vor allem darum, ob der Finanz- und der Bauausschuss des Kirchenbezirks verpflichtet werden soll, mit dem Verein "Freunde der Maienstraße 2" bei der Erarbeitung der neuen Beratungsvorlage zusammenzuarbeiten und ob das Ziel, das Gemeindehaus komplett im Eigentum der Kirche zu erhalten, vorrangig zu betrachten sei. Reinhard Schelkes, Vorsitzender des Bauausschusses, und Jörg Frenzel, Vorsitzender des Finanzausschusses, lehnten eine solche Vorab-Festlegung ab und fanden dafür die Zustimmung der Synode. Frenzel: "Wir wollen das Gemeindehaus auch gern behalten, aber wir können es nur der Synode vorschlagen, wenn sich die Investition trägt." Deshalb sei der Stadtkirchenrat im Gespräch mit möglichen Investoren. Das seien keine Immobilienfirmen, sondern "Bürger aus der Nachbarschaft der Christuskirche", die der Gemeinde verbunden seien. Auch beim Gespräch mit Investoren soll es aber Ausgangspunkt sein, dass der ABC bleiben kann.



Wahlergebnisse

Während der evangelischen Stadtsynode gab es auch etliche Wahlen. Neuer stellvertretender Dekan ist Pfarrer Marc Witzenbacher, Theologischer Vorstand im Evangelischen Diakoniekrankenhaus. Er folgt auf Pfarrer Wolfgang Schmidt, der im Juli als Propst nach Jerusalem wechselt. Als Stellvertreterin der Stadtkirchenrätin Herta König löst Christa Fünfgeld (beide Pfarrgemeinde Tuniberg) Sabine Eschenburg ab, die im Dezember von allen Ämtern zurückgetreten war. Neu im Bildungsausschuss sind Elke Wahl (Pfarrgemeinde Südwest) und Gabriele Daniel-Schnitzler (Pfarrgemeinde Ost). Vertreterin des Kirchenbezirks bei der Evangelischen Sozialstation wird Regina Schiewer (Pfarrgemeinde West) als Nachfolgerin von Pfarrerin Anke Ruth-Klumbies

Autor: Silvia Faller