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14. September 2015 09:29 Uhr

Verbrauchermesse

Baden-Messe präsentiert einen Mix aus Tieren, Waren und Design

Die Autopolitur und der Gurkenhobel dürfen nicht fehlen: Auf der Baden-Messe in Freiburg gibt es neben Altbekanntem aber auch Neuheiten. Wandlampen aus Ginflaschen oder Schränke aus Turngeräten.

  1. Die Baden-Messe in Freiburg hat eine lange Tradition. Foto: Miroslav Dakov

Die Baden-Messe hat als Verbrauchermesse eine lange Tradition. 500 Aussteller sind wieder mit von der Partie. In diesem Jahr ist turnusgemäß die Badische Landwirtschaftsausstellung integriert. Die Messe in der Stadt dient als Leistungsschau für die Land- und Forstwirtschaft. Stadt und Land hat sich auch die Badische Landjugend als Thema gewählt. Sie legt mit dieser symbolischen Verbindung ein Kornbild, das es als Weltgrößtes seiner Art ins Guinnessbuch der Rekorde schaffen soll.

238 jeweils einen Quadratmeter große Platten bekleben die Helferinnen und Helfer mit Korn – eine Heidenarbeit. Aber eine, die offensichtlich auch Spaß macht. 30 Quadratmeter-Platten pro Tag sind das Ziel. "Wir liegen gut im Zeitplan", berichtete lachend Christina Mikuletz am Sonntagvormittag in einer kurzen Kornklebepause.

Landwirtschaftsminister Bonde bei der Eröffnung

Weil die Landwirtschaft im Fokus steht, ist auch Landwirtschaftsminister Alexander Bonde zu seinem Freiburger Heimspiel gekommen. Der grüne Minister aus St. Georgen lobte bei der offiziellen Eröffnung am Samstag die Landwirtschaftsschau als Beispiel dafür, "wie Wertschöpfung durch heimische Produkte in der Region gesichert werde". Freiburgs Erster Bürgermeister lobte das Angebot der Baden-Messe, bei dem alle Sinne angesprochen würden. Werner Räpple, der Präsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes beklagte den Preisverfall bei landwirtschaftlichen Produkten wie Milch und Fleisch, was die Landwirtschaft in ihrem Bestand gefährde. "Die Landwirtschaft ist ein Teil unserer aller Leben", mahnte Räpple.

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Recyclingmesse macht sich 2016 "selbstständig"

Daniel Strowitzki, Chef der Messe Freiburg, sieht die Baden-Messe als Ort der Begegnung zwischen Anbieter und Verbraucher – etwas, dass das Internet keinesfalls bieten könne. Ganz analog wurde denn auch Vieles ausprobiert und auch gekauft. Allerdings: Am Samstag hielt sich der Andrang in den Messehallen und auf dem Freigelände noch in Grenzen. Am Sonntag gerade um die Mittagszeit wurde der Ansturm dann immer größer, so dass die Schlange der Wartenden am Einlass zeitweise gar mehr als 50 Meter lang war.

Zu den Highlights des ersten Wochenendes gehörte die Designmesse für Recycling und Upcycling. Auf gut Deutsch: Aus Wertstoffmüll wird Neues geformt. Wie das aussehen kann, beweisen zum Beispiel Christine und Eduard Muther aus Röns in Vorarlberg mit ihrer Firma Leergut. Aus entsorgten Industriekanistern machen sie Tragekörbe, 12er-Flaschenträger oder auch einen Sessel, aus einem Plastikfass herausgeschnitten. "Viel zu schade zum Wegwerfen", sagt Eduard Muther, als er einen Ex-Kanister in neuer Funktion vorführt. "Das Material hält 5000 Jahre", verspricht er.

Leuchtende Beispiele

Gleich um die Ecke in Halle 9 findet sich der Messestand der Firma "Zur schönen Linde", die auf verblüffende Art alte Turnkästen zu Schränken oder Truhen umformt. Und das gute alte Pauschenpferd dient in seinem neuen Leben als Sitzbank. Dominik Meutzner von Schwarzwald-Guerilla aus Freiburg wiederum hat sich der Wiederverwertung von Altglas verschrieben. Aus alten Ginflaschen macht er zum Beispiel Hänge- oder Wandlampen. Fritz-Cola-Flaschen mit Betonsockel werden zu Teelichtern – alles leuchtende Beispiel dafür, wie Müll zu Design werden kann. "Frei-Cycle" wurde dieser Messebereich genannt, der im November 2016 bei der Messe Freiburg zur eigenen Designmesse für Recycling und Upcycling hochgestuft werden wird.

Von Skorpionen bis zu Ziegen und Kälbchen

Auch Tierisches wird geboten. Tropische Insekten, Schlangen, Reptilien oder Amphibien haben eine vorübergehende Heimat in der Messehalle 1, wo der Schweizer Messepartner Expovivo die Sonderschau "Die Wüste lebt" aufgebaut hat. Die Freiburger Stadtgärtnerei hat dazu mit vielen Kakteen eine sehr eindrucksvolle Wüstenlandschaft geschaffen. Ganz in heimischen Sphären bewegen sich die Messebesucher dagegen im Tierzelt am Ende des Außenbereichs. Dort muhen Kühe, wiehern Pferde und meckern Ziegen. Drumherum wird viel Agrar-Hightech geboten. Grüne Fendt-Traktoren zum Beispiel, deren Hinterräder mannshoch sind. Im Raiffeisen-Zelt wird eine automatische Melkmaschine vorgeführt. Aber auch Arbeitshelfer von anno dazumal werden präsentiert und natürlich zieht der Lanz Bulldog wie jeder Oldtimer die fachkundigen Blicke der Messebesucher auf sich.
Baden-Messe

Bis Sonntag, 20. September. Geöffnet täglich 10 bis 18 Uhr, am Freitag bis 20 Uhr. Eíntritt: 8 Euro, ermäßigt 6,50 Euro. Happy Hour Ticket (ab 16 Uhr) 4 Euro.

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Autor: Joachim Röderer