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11. November 2010

Badenova gewinnt Gesellschafter

14 Gemeinden aus Südbaden werden Anteilseigner.

FREIBURG. Der südbadische Energieversorger Badenova hat im Rahmen seines Projektes Kompas 14 neue kommunale Gesellschafter gewonnen. Ausgehend von einst 15 Gesellschaftern stärkt das Unternehmen damit seine Position in der Region. Mit 20 weiteren Gemeinden sei man im Gespräch beziehungsweise in Verhandlungen.

"Bisher gab es für Kommunen zwei Modelle", sagt Badenova-Vorstand Thorsten Radensleben, "entweder gründeten sie eigene Stadtwerke, oder sie vergaben ihre Strom- und Gaskonzession an einen Energieversorger." Mit Kompas – die Abkürzung steht für kommunale Partnerschaft – biete man nun eine Lösung dazwischen an: Die Konzessionsgemeinden können Kommanditisten bei Badenova werden, und zudem bis zum zweifachen Wert ihres Kommandit-Anteils weitere Mittel als stille Beteiligung einbringen, die mit mindestens 4,5 Prozent verzinst wird.

Bei dem neuen Modell kommt Badenova der Rückzug des Eon-Konzern aus dem Gesellschafterkreis zugute. "Für uns war es ein wichtiges Argument, dass die Badenova zu 100 Prozent in kommunaler Hand ist", sagt Volker Kieber, Bürgermeister von Gottenheim, dessen Gemeinde zu den neuen Teilhabern des Freiburger Regionalversorgers gehört. "Ein rein kommunales Unternehmen, das ist die Zukunft", sagt auch Amtskollege Joachim Schuster aus Neuenburg. Die Stadt ist mit mehr als fünf Millionen Euro eingestiegen. Unter den neuen Teilhabern der Badenova sind sogar Kommunen, die über eigene Stadtwerke verfügen, wie Löffingen und Gengenbach. Allerdings gab es auch Gemeinden, die sich nach Debatten gegen eine Beteiligung entschieden, wie Hinterzarten und Teningen.

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Die Bürgermeister der Region nennen neben der Bedeutung der regionalen Wertschöpfung auch die ökologische Positionierung der Badenova als wichtiges Argument für ihre Beteiligung: "Wir haben Benken und Siblingen direkt vor der Haustür", sagt Volker Jungmann, Bürgermeister der Gemeinde Klettgau. Es sind Orte, die zur Erkundung eines atomaren Endlagerstandorts von der Schweiz untersucht werden. Deswegen sei es für wichtig gewesen, nur in ökologisch orientierte Energieversorgung zu investieren.

Zwar ist die künftige Vergabe der Stromkonzessionen grundsätzlich unabhängig von der Beteiligung der Gemeinden an der Badenova. Doch es ist liegt nahe, dass die neuen Gesellschafter der Badenova bei der nächsten Vergabe von Konzessionen auf das Angebot ihres eigenen Unternehmens eingehen werden. Entsprechend haben Gottenheim (zuvor EnBW) und Neuenburg (zuvor Energiedienst) ihre Stromkonzessionen kürzlich bereits an Badenova vergeben.

Autor: Bernward Janzing