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11. März 2016

Neubaugebiet

Baugruppen sauer: Gutachten über Energiepreise in Gutleutmatten verzögert sich bis Mai

Der Streit zwischen Baugruppen des Haslacher Neubaugebiets Gutleutmatten und der Stadtverwaltung über das Energiekonzept des neuen Quartiers geht in die nächste Runde. Das für Ende Februar angekündigte Gutachten zum Wärmepreis soll nun erst im Mai vorliegen. Und: Die Baugruppen werden nicht zur gemeinderätlichen Arbeitsgruppe Gutleutmatten eingeladen, um dort mitzudiskutieren.

  1. Wenigstens hier geht’s voran: Bauarbeiten in Gutleutmatten-West Foto: Thomas Kunz

Ist das Energiekonzept in Gutleutmatten innovativ oder einfach nur teuer? Für die 16 Baugruppen, die sich zu einer Initiative zusammengetan haben, ist das keine Frage. Sie müssen hochgedämmte Häuser errichten, sind zwangsweise an die Fernwärme des Energieversorgers Badenova angeschlossen und haben für den Sommer zusätzlich Sonnenkollektoren auf dem Dach zu installieren. Ihre Fixkosten sind hoch, die Verbrauchskosten längst nicht so niedrig, wie sie eigentlich sein müssten. Das liege daran, dass Badenova immer geringere Energieverbräuche mit höheren Preisen für die Kilowattstunde kompensiere, sind sie überzeugt. Die fürs Energiekonzept verantwortliche Tochterfirma von Badenova, Wärmeplus, argumentiert anders: Wenn der Endpreis stimme, sei doch alles in Ordnung.

Ein externes Gutachten, in Auftrag gegeben von der Stadtverwaltung, sollte die Situation klären. Die Baugruppen hatten neun Aspekte vorgeschlagen, die der Gutachter untersuchen sollte. Diese, bilanzieren sie jetzt, seien "fast vollständig ignoriert" worden. "Fragestellungen, die deutlich über die ursprüngliche Aufgabenstellung hinausgingen" seien nicht Teil des Gutachtens geworden, teilt die Stadtverwaltung dazu mit. Das Gutachten soll jetzt nur überprüfen, ob es nachvollziehbar ist, die eingesparten Kosten für die Wärmerückgewinnung auf den Energiepreis anzurechnen und ob unter diesen Voraussetzungen der Preis zu anderen Gebieten vergleichbar ist. Nun verschiebt sich die Präsentation der Gutachterergebnisse auf Mai. Es liege wohl daran, mutmaßen die Baugruppen, dass da ein Gefälligkeitsgutachten unter Verschluss gehalten werde.

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Renitente Baugruppen will die Stadt nicht einladen

Die Stadtverwaltung spricht dagegen davon, dass der Gutachter noch andere Terminarbeiten habe und weitere Unterlagen auszuwerten seien.

In der gemeinderätlichen Arbeitsgruppe Gutleutmatten, die sich am heutigen Freitag trifft, sollen unter anderem Stadträte und der Lokalverein Haslach über den Stand der Dinge informiert werden. Die renitenten Baugruppen will die Stadtverwaltung nicht einladen. Bei der Entwicklung der Stadtteile Vauban und Rieselfeld waren damals Bauherren in den jeweiligen Arbeitsgruppen dabei, doch Gutleutmatten sei etwas anderes, sagt die Stadtverwaltung: sehr viel kleiner und in überschaubarer Frist zu bebauen. Auch ein Unterstützerschreiben des Stadtteilvereins Vauban und des Bürgerinnenvereins Rieselfeld half nichts. Die künftigen Bewohner, sagt die Stadtverwaltung, würden über den Lokalverein informiert.

Die künftigen Bewohner können da nur den Kopf schütteln. "Unserer Meinung nach gäbe es die momentanen Konflikte nicht, wenn Nutzer und sachverständige Bürger von Anfang an hinzugezogen worden wären", schreibt Nona Christiane Bosse für die Baugruppen.

Die Website der Baugruppen unter http://freiburg-gutleutmatten.de

Autor: Simone Lutz