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26. März 2017 19:41 Uhr

Freiburg

Bei der Galanacht des Sports räumt der SC Freiburg ab

Stürmer Nils Petersen ist Sportler des Jahres, die Frauen des Sportclubs zur Mannschaft des Jahres. Sportlerin des Jahres ist Ski-Rennläuferin Sabrina Stratz vom Gehörlosen-Sportverein Freiburg.

  1. Sekt statt Selters: Die Sportler des Jahres (von links) Skifahrerin Sabrina Stratz (Gehörlosen-Sportverein), Fußballprofi Nils Petersen und die Damenmannschaft des SC Freiburg lassen es krachen. Foto: Michael Bamberger

"Jeder ist ein Sieger, der hier oben steht – aber trotzdem freuen wir uns über den doppelten Erfolg", sagte Birgit Bauer, Managerin der SC-Frauen.

Die vom Sportkreis und der Stadt ausgerichtete Galanacht im Konzerthaus ist eigentlich die große Bühne für den Breitensport. Vor rund 1000 Besuchern stahl diesmal allerdings ein Profi den Amateuren ein kleines bisschen die Show – worüber allerdings niemand böse war. Nils Petersen, der in der vergangenen Saison Toptorschütze des Sportclubs Freiburg war und mit der Olympiamannschaft in Rio die Silbermedaille gewann, war ein begehrtes Selfie-Objekt am Samstagabend und erfüllte noch bis nach Mitternacht jeden Fotowunsch der jungen Sportler. Für den 28-Jährigen war die Auszeichnung "das i-Tüpfelchen aufs Jahr 2016" – und er fand es "spannend, so viele andere Sportler zu treffen". (Foto-Galerie)

Lob von Keller

SC-Präsident Fritz Keller glaubt, dass Petersen nicht nur wegen seiner sportlichen Erfolge gewählt wurde, sondern dass dabei auch sein "großer Vorbildcharakter" und sein "Umgang mit Menschen" eine Rolle gespielt haben. Eigentlich sollten bei der Galanacht aber "die Profis draußen gehalten werden, weil sie das ganze Jahr im Fokus stehen". Keller kündigte deshalb an, dass der Sportclub einen Sonderpreis für Breiten-, Schul- und Behindertensport beisteuern möchte. "Das Schönste an der Veranstaltung ist, dass sich die ganze Sportgemeinschaft austauschen kann", fand der SC-Präsident.

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Besonders groß war der Jubel auch beim Gehörlosen-Sportverein, als Sabrina Stratz zur Sportlerin des Jahres gekürt wurde. Die 25-Jährige deutsche Meisterin im Super-G und im Riesenslalom war "erstaunt, dass so viele für mich abgestimmt haben." Ihr nächstes Ziel: die Teilnahme an der Europameisterschaft. "Es ist schön, dass wir hier auf Augenhöhe sind und zeigen, dass wir alles können – außer hören", erklärte Stratz. Unterstützt wurde sie dabei von einer Gebärdendolmetscherin, die das gesamte Abendprogramm auf der Bühne für die Gehörlosen übersetzte.

Erst die Ehrung, dann die Party

Schließlich standen von ihnen am Samstagabend auch einige auf der Bühne, als die insgesamt 138 Sportmedaillen der Stadt übergeben wurden. Beim Ehrungsmarathon fand Bürgermeister Otto Neideck trotzdem für jede Sportlerin und jeden Sportler ein persönliches Wort. "Viele kenne ich schon lange und mit ihnen verabrede ich mich dann schon fürs nächste Jahr", berichtete Neideck. In der Galanacht sieht er vor allem eine gute Plattform für Sportarten, die sonst nicht im Rampenlicht stehen. Auch Oberbürgermeister Dieter Salomon, der erstmals seit vielen Jahren wieder zu Gast war, lobte in seiner Begrüßung die "große Freiburger Sportfamilie".

Und die konnte sich im Konzerthaus nicht nur auf der Tanzfläche, sondern auch in den Gängen austoben: beim Fechten, beim Lacrosse, beim Tischkickern und auch etwas ruhiger beim Schach spielen. Im Foyer wurde auch zu später Stunde noch zu Discomusik getanzt. Während die SC-Frauen da bereits die Segel streichen mussten, weil sie am Montagabend ein Bundesligaspiel in Frankfurt haben, konnte Nils Petersen noch zusammen mit seiner Freundin feiern. Die Bundesliga hat nämlich Länderspielpause.

Sportlerin des Jahres: Sabrina Stratz (GSV Freiburg) setzte sich bei der Wahl gegen Handballerin Alica Burgert (HSG Freiburg) durch, auf den dritten Platz kam Judoka Patrycia Szekely (FT 1844) vor Barbara Hund (Schachklub Freiburg-Zähringen 1887).

Sportler des Jahres: Bei den Männern landete Nils Petersen auf Platz eins, es folgte Ski-Nordisch-Athlet Martin Fleig (Ring der Körperbehinderten), der 2012 Sportler des Jahres war. Auf den weiteren Plätzen: Rollkunstläufer Tim Jendricke (FT 1844) und Nick Böttcher (Wasserskiclub Breisgau).

Mannschaft des Jahres: Bei der Wahl ließen die SC Frauen die Männermannschaft des SSV Freiburg (Schwimmen), die Rollstuhlrugbymannschaft Freiburg Dragons und die U14 des EHC Freiburg hinter sich.


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Autor: Daniela Frahm