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17. April 2010 00:03 Uhr

Juryentscheid

Berliner Architekten gestalten neuen Eingang für Vauban

Jetzt steht fest, wie das Eingangsgebäude in den Stadtteil Vauban aussehen soll: Eine Jury hat sich für den Entwurf mit zwei Baukörpern in Passivhausbauweise entschieden. Dieser stammt von Berliner Architekten.

  1. Foto: Stadtverwaltung Freiburg

Auf der einen Seite Hotelzimmer, auf der anderen Wohnungen, Holzfassade, geschwungenes Dach und mittendrin ein Park im Taschenformat: So soll es aussehen, das Eingangsgebäude in den Stadtteil Vauban. Am Donnerstag entschied sich eine zwölfköpfige Jury für den Entwurf des Berliner Architekturbüros Barkow-Leibinger. Baubeginn könnte, wenn alles klappt, noch Ende dieses Jahres sein.

"Wir sind ausgesprochen zufrieden mit dem Ergebnis", sagte gestern Ralf Klausmann, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Stadtbau, die das städtische Grundstück am Paula-Modersohn-Platz gekauft und sechs Architekturbüros um Vorschläge für die Bebauung gebeten hatte. Weniger enthusiastisch äußerte sich Bobby Glatz als Vertreter des Stadtteilvereins in der Jury: "Nichts gegen das Gebäude, aber das ist nicht die Arbeit unserer Wahl." Der Stadtteilverein hatte das Freiburger Architekturbüro Horbach mit einem Entwurf ins Rennen geschickt, der Wünsche und Ideen von Quartiersbewohnern aufgenommen hatte. Dieser hatte jedoch keine Chance, ebenso wie der Entwurf einer Freiburger Architekten-Bürogemeinschaft (Melder und Binkert; Böwer, Eith, Murken, Spiecker; Preßer, Veit), eines Büros aus Stuttgart, eines aus Österreich und eines aus Frankreich.

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Den Paula-Modersohn-Platz stärken

Auf dem 1700-Quadratmeter-Grundstück, das derzeit das Wagenkollektiv "Kommando Rhino" besetzt hält und auf dem zusätzlich Autos parken, soll ein Passivhaus in zwei vier- bis fünfgeschossigen Baukörpern entstehen. Die eine Hälfte der Fläche ist zum Wohnen da, die andere zum Arbeiten. Zur Merzhauser Straße hin entsteht ein Drei-Sterne-Hotel; geplant sind auch ein Info-Point mit Veranstaltungsraum und eine öffentliche WC-Anlage, die man vom Paula-Modersohn-Platz aus erreichen kann. Die Wohnungen liegen nach Süden hin.

Grundgedanke der Berliner Architekten war, ein "Low-Tech-Gebäude" zu konzipieren: wartungsarme Einrichtungen, im Süden Verschattung und Kühlung der Wohnungen durch die bepflanzte Fassade, möglichst wegweisender und sparsamer Einsatz von Technologie. "Städtebaulich wollten wir den Paula-Modersohn-Platz stärken", sagt Projektleiter Lukas Weder von Barkow-Leibinger, "ihm sozusagen ein Rückgrat geben." Mit zwei Durchgängen kann man die Gebäude durchqueren, einer hat einen "pocket park", also eine Mini-Grünanlage.Weil das Grundstück abfällt, kam den Architekten der Gedanke, einen fließenden Übergang zu schaffen; so kam auch der Schwung in den Dachflächen zustande. "Eher eine Skulptur als ein Baukörper", findet Ralf Klausmann. Zu den Kosten könne er noch nichts sagen, so Klausmann: "Klar ist nur, dass es nicht der wirtschaftlichste Entwurf war, dafür der beste für Vauban."

Bis aus dem Entwurf ein bautauglicher Plan entsteht, wird es noch einige Diskussionen und Änderungen geben. Im Mai sollen der Sieger- und die anderen Entwürfe im Stadtteil selbst und öffentlich im Bauausschuss vorgestellt werden, im Juni dann soll der Aufsichtsrat der Stadtbau endgültig beschließen, was gebaut wird. Baubeginn könnte nach Auskunft von Klausmann frühestens Ende 2010, vielleicht aber auch Anfang nächsten Jahres sein; die Bauzeit soll dann 12 bis 14 Monate betragen.

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Autor: Simone Lutz